Unsere Befragung von 330 Führungskräften im globalen Einzelhandel zeigt: Das Jahr 2026 könnte einen entscheidenden Wendepunkt markieren. Der Wandel erfordert von Unternehmen mehr Agilität sowie neue Ansätze und Strategien insbesondere im Hinblick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Branche steht vor erheblichen Veränderungen in den Bereichen Handel, Kundenbindung, Kundeninteraktion und operative Abläufe.
Die globale Wirtschaft wird voraussichtlich auch 2026 von geopolitischen Spannungen geprägt sein, aber ein moderates Wachstum verzeichnen. Die Retail-Branche blickt mit Zuversicht nach vorne: 96 Prozent der befragten Führungskräfte des globalen Einzelhandels rechnen mit einem Umsatzwachstum, 81 Prozent erwarten eine Profitabilitätssteigerung. Sie legen den Schwerpunkt auf Wachstum, Kundenfokus und Investitionen in die operative und digitale Transformation.
Diese Prioritäten spiegeln wider, was die Konsument:innen bewegt: sinkende Kaufkraft und Preisbewusstsein bestimmen die Kaufentscheidungen. Strategien für Effizienz und Innovation zielen zunehmend darauf ab, einer preissensiblen Kundschaft attraktive Angebote und Mehrwert zu bieten.
Das Kostenbewusstsein der Konsument:innen hat sich verschärft. Die Kundschaft achtet zunehmend darauf, welchen Mehrwert ein Produkt im Verhältnis zu seinem Preis bietet. Fast 70 Prozent der Führungskräfte sehen diesen Trend als dauerhafte Veränderung. Der Preis ist jedoch nicht der einzige Faktor: bis zu 40 Prozent der Wahrnehmung des Markenwerts basieren auf Faktoren wie Qualität, Service, einfache Kaufabwicklung, Treueprogramme und Markenimage.
Wie reagiert der Handel auf diese Entwicklungen? Um wettbewerbsfähig zu bleiben, planen 70 Prozent der Einzelhändler eine Erweiterung günstiger Sortimente. Eigenmarken gelten als zweitwichtigste Wachstumschance. Zudem investieren sie in Omnichannel-Erlebnisse (46%) und Treueprogramme (36%). Etwa ein Viertel der Branchenverantwortlichen nutzt bereits KI zur personalisierten Angebotsempfehlung für Kunden, ein Drittel plant dies im Laufe des Jahres einzuführen.
Retail-Unternehmen setzen KI bereits in vielen Bereichen ein, vor allem bei Betrugserkennung und Cybersicherheit (64%), Preis- und Aktionsoptimierung (48%) sowie bei Chatbots für den Kundenservice (42%). Für 2026 planen sie den Ausbau von KI für Social-Media-Monitoring (43%), Lieferketten-Transparenz (41%) und personalisierte Produktempfehlungen (34%). In vielerlei Hinsicht ist agentenbasiertes Einkaufen bereits Realität. Im E-Commerce verlagern sich die Bereiche Informationssuche, Entscheidungsfindung und Kaufabwicklung von den Kanälen der Unternehmen hin zu KI-Vermittlern, wobei der Referral-Traffic von KI-Chats mittlerweile 15 bis 20 Prozent der gesamten Besucher:innen einiger Unternehmen ausmacht. Branchenanalyst:innen schätzen, dass KI-Agenten bis 2030 bis zu 25 Prozent des weltweiten E-Commerce-Umsatzes abwickeln könnten. Durch die Veränderungen in der Art und Weise, wie Verbraucher:innen Produkte online suchen und kaufen, schätzen 81 Prozent der befragten Führungskräfte, dass generative KI bis 2027 einen negativen Einfluss auf die Markentreue haben wird, da sich die Technologie auf Faktoren wie den Preis statt auf Markenbekanntheit konzentriert.
Um auf diese Entwicklung zu reagieren, muss der Handel seine digitale Sichtbarkeit sicherstellen. Das bedeutet, dass Produkt- und Preisdaten korrekt, zugänglich und für die Lesbarkeit durch KI optimiert sein müssen, damit Waren weiterhin für Konsument:innen auffindbar sind. Gleichzeitig müssen Schulungen für Vertriebsteams eingerichtet werden, damit diese in Echtzeit mit KI-Tools arbeiten können. Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen, können einen erheblichen Vorteil erzielen, wenn KI-Agenten zur primären Schnittstelle für Online-Interaktion der Konsument:innen werden.
2026 wird auch das Marketing der Retail Industry stark von KI geprägt sein. Anwendungsfelder werden Personalisierung, Automatisierung, Content-Generierung und Entscheidungsunterstützung sein. Dadurch können Kampagnen schneller und präziser umgesetzt werden – die Befragten sehen im Wesentlichen folgende Entwicklungen:
Für den Übergang zum internen, KI-gestützten Marketing müssen Unternehmen jedoch die erforderlichen Fähigkeiten entwickeln, um den vollen Wert ihrer Daten zu erschließen, die Marketingagilität zu steigern und die Customer Journey in großem Maßstab zu personalisieren.
Die Lieferkettentransformation wird 2026 zu einem entscheidenden Hebel für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. 95 Prozent der Befragten rechnen aufgrund globaler handelspolitischer Entwicklungen mit steigenden Kosten. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer:innen planen, ihre Lieferketten umzugestalten und robuster zu machen, indem sie die Produktion stärker in die eigenen oder nahegelegenen Länder verlagern und mit zusätzlichen Lieferanten zusammenarbeiten. So können Sie schneller auf Nachfragesignale eingehen, die Bestandsverwaltung optimieren und Vorlaufzeiten deutlich verkürzen.
Der Handel reagiert bereits mit dem Einsatz neuer Technologie und verspricht sich starke Effekte daraus: 59 Prozent erwarten bereits innerhalb der nächsten 12 Monate einen positiven Return on Investment aus KI-gesteuerten Lieferketteninitiativen. 30 Prozent der Befragten nutzen KI heute schon zur Verbesserung der Lieferkettentransparenz – ein Anteil, der sich voraussichtlich im Jahresverlauf auf bis zu 41 Prozent steigern wird.
Nahezu alle befragten Führungskräfte erwarten 2026 höhere Kosten durch Veränderungen in der globalen Handelspolitik – sechs Prozent rechnen mit einem deutlichen, 55 Prozent mit einem moderaten und 34 Prozent mit einem leichten Kostenanstieg.
Um auf den Kostendruck zu reagieren, plant die Retail Industrie verschiedene Maßnahmen:
Dynamische Preisgestaltung, datengestützte Aktionen und Sortimentsoptimierung sollen die generelle Profitabilität sichern. Ergänzend setzen die Befragten auf Eigenmarken, Loyalitätsprogramme sowie Automatisierung und Produktivitätssteigerungen.
2026 wird für die globale Retail Industry einen Umbruch darstellen und die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen auf die Probe stellen. Preisbewusste Verbraucher:innen, KI gestützter Handel, neu gedachtes Marketing, resiliente Lieferketten und ein smarteres Margenmanagement konvergieren und prägen zunehmend Wettbewerb und Wachstum der Branche. Unternehmen, die jetzt auf den Wandel reagieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile und nachhaltiges Wachstum.
Erfahren Sie mehr zu den Ergebnissen unserer Umfrage im Retail Industry Global Outlook 2026.
Die Umfrage wurde von Deloitte entwickelt und im Zeitraum vom 13. Oktober bis 19. November 2025 online von einem unabhängigen Forschungsunternehmen durchgeführt. Es wurden 330 Führungskräfte befragt, von denen 86 Prozent bei Retail Unternehmen beschäftigt sind, die jährlich mindestens 1 Milliarde US Dollar Umsatz erzielen. 41 Prozent der Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz von 10 Milliarden US Dollar oder mehr. Zu den Teilnehmenden gehörten Führungskräfte auf C Level und Senior Executives, die für strategische Initiativen ihrer Organisationen verantwortlich sind.
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