Bisher ist öffentliches Laden vor allem ein auslastungsgetriebenes Geschäft: Wirtschaftlichkeit entsteht dort, wo Frequenz, Verweildauer und Zahlungsbereitschaft zusammenkommen. Viele Standorte erreichen diese Schwelle jedoch nicht – insbesondere abseits der Top-Lagen. Zwar können Betreiber über Portfolioeffekte starke Standorte nutzen, um schwächere mitzutragen. Doch das funktioniert nur begrenzt: Je größer der Anteil strukturell schwacher Standorte ist, desto schwieriger wird die Skalierung. Die Folge ist ein klassischer Zielkonflikt: Für flächendeckenden Ausbau werden auch weniger attraktive Standorte benötigt, gleichzeitig fehlt dort oft die Investitionsbereitschaft, wenn das reine Laden keine ausreichende Rendite abwirft.
Genau hier setzt der regulatorische Wandel an. AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation), MiSpeL (Marktintegration von Speichern und Ladepunkten) und AgNes (Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom) setzen nicht nur einen neuen Rahmen – sie greifen ineinander und verschieben die ökonomische Logik von Ladeinfrastruktur:
In Summe entsteht ein Paradigmenwechsel: Aus der „Ladesäule als Kostenstelle“ wird ein „Ladehub als aktiver Werttreiber“ – nicht primär durch mehr kWh, sondern durch intelligentes Last- und Energiemanagement, Speicherintegration und die Nutzung neuer Markt- und Netzentgeltlogiken.
Ladeinfrastruktur ist daher kein monolithisches Geschäftsmodell. Entlang der Wertschöpfungskette existieren mehrere Geschäftsmodelle – und ebenso mehrere Stakeholder, deren Rollen und Betriebsmodelle sich weiterentwickeln. Beispiele entlang der Kette:
Insgesamt trägt das Geschäftsmodell nur bei abgestimmter Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette Standortqualität, verlässlicher Betrieb und intelligente Netzintegration sichern Wirtschaftlichkeit und Skalierung; datengetriebene Services und flexible Tarifmodelle erschließen zusätzliche Wertbeiträge.
„Mit dem Verkauf von kWh allein wird Ladeinfrastruktur nicht wirtschaftlich – entscheidend ist die Fähigkeit, Flexibilität und Systemleistungen bereitzustellen.“
Daniel P. Breloer | Director | Energy Transformation
Wir unterstützen Sie dabei, aus regulatorischem Wandel und technischer Entwicklung eine belastbare Strategie abzuleiten: Zielbilder für Rollen und Partnerschaften, Priorisierung von Wertpools, Business-Case-Logiken für Ladehubs (inkl. Speicher/Flexibilität), Operating-Model-Design sowie die Umsetzung in Prozesse, IT und Governance. So wird Ladeinfrastruktur vom auslastungsgetriebenen Einzelstandortgeschäft zu einem skalierbaren, strategisch positionierten Geschäftsmodell.
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