Energieversorger stehen zunehmend im Fokus geopolitischer Spannungen und von Cyberangriffen. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen durch EU-Richtlinien wie NIS2 („Network and Information Security“) und nationale Gesetze. Die überarbeiteten IT-Sicherheitskataloge (SiKat) legen ein verstärktes Augenmerk auf OT-Sicherheit, Business Continuity und Resilienz. In unserem Whitepaper zeigen wir, wie Energieunternehmen diesen Herausforderungen systematisch begegnen und ihre Cyberresilienz stärken können.
Die geopolitische Lage hat Energieinfrastrukturen ins Zentrum
sicherheitspolitischer Bedrohungen gerückt. Angriffswellen auf europäische Netzbetreiber im Jahr 2024, die zu massiven Störungen und Preissprüngen führten sowie der Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines verdeutlichen dies. Kritische Energieinfrastrukturen sind zu strategischen Angriffszielen geworden. Parallel zu physischen Angriffen nehmen auch Cyberbedrohungen deutlich zu. Die Vielzahl an Störungen und Sabotagevorfällen in den vergangenen Jahren deutet auf mögliche Verbindungen zu staatlichen Akteuren hin und verdeutlicht die zunehmende Komplexität moderner Cyberrisiken.
Die vorliegenden Statistiken verdeutlichen die Entwicklung deutlich:
Die fortschreitende Verschmelzung von IT und OT (IT/OT-Konvergenz) bringt neue Risiken mit sich. Während für IT-Systeme zahlreiche Schutzmaßnahmen möglich sind, bleiben viele OT-Komponenten veraltet. Für sie sind moderne Sicherheitslösungen wie Endpoint Detection & Response (EDR) oder automatisierte Patchprozesse nicht geeignet.
Die Verschmelzung von IT und OT (Operational Technology) führt zu zusätzlichen Herausforderungen:
Staatliche Behörden weltweit haben die zunehmende Bedeutung von Cybersicherheit im Energiesektor erkannt und auch in Europa sowie in Deutschland mit einer Reihe gezielter regulatorischer Maßnahmen reagiert.
EU-Ebene:
Deutsche Umsetzung:
Abb. 1: Cybersicherheits-Regulatorik
Für Energieversorger ergibt sich daraus ein komplexes Spannungsfeld: Einerseits müssen sie technologische Modernisierung vorantreiben, andererseits hohe Sicherheitsstandards erfüllen und den wachsenden regulatorischen Anforderungen gerecht werden. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese drei Dimensionen – Sicherheit, Verfügbarkeit und Compliance – in Einklang zu bringen, ohne die operative Stabilität zu gefährden.
Seit Mai 2025 überarbeitet die Bundesnetzagentur die SiKat im Rahmen einer Konsultation, um den neuen Anforderungen aus NIS2 und dem KRITIS-Dachgesetz gerecht zu werden. Dabei rücken erstmals systematisch die OT-Sicherheit, die Business Continuity und die physische Resilienz in den Fokus.
Zentrale Änderungen:
Abb. 2: Unmittelbare Handlungsfelder für Betreiber kritischer Energieinfrastruktur
Synergien nutzen:
Die parallele Umsetzung von NIS2, EnWG-Anforderungen und den SiKat der BNetzA ermöglicht Effizienzgewinne durch koordinierte Umsetzung.
Bewährte Standards als Fundament:
NIS2, KRITIS und die SiKat stützen sich überwiegend auf etablierte internationale Standards, wie
Abb. 3: Zeitplan der regulatorischen Umsetzung
Die regulatorische Verdichtung führt zu Überschneidungen und kann bei unkoordinierter Umsetzung zu erheblichen Mehrkosten führen. Die neue Prozessorientierung, die Pflicht zur Resilienzplanung sowie Aspekte wie Asset-Transparenz, Management-Haftung und Krisenübungen verdeutlichen, dass der SiKat zunehmend als Gesamtresilienzrahmen verstanden ist – nicht mehr nur als klassisches IT/OT-Sicherheitsinstrument.
Gemeinsam mit Energieversorgern hat Deloitte eine modulare, ganzheitliche Lösung entwickelt, die regulatorische Anforderungen mit operativer Widerstandsfähigkeit verbindet. Der Ansatz bildet die End-to-End-Journey eines IT/OT-Sicherheitsprogramms ab – von der ersten Risikoanalyse bis hin zum nachhaltigen Betriebsmodell. Dabei finden die Anforderungen der Energiebranche sowie relevante Standards wie NIS2, KRITIS, EnWG, ISO/IEC 27001, ISO/IEC 27002, ISO/IEC 27019 und IEC 62443 besondere Berücksichtigung.
Dank umfangreicher Projekterfahrung – von der Absicherung von Windparks bis hin zur Entwicklung von OT-Sicherheitsarchitekturen – unterstützt Deloitte Energieversorger bei der Umsetzung moderner Sicherheitskonzepte.
Die Grundlagen unserer Strategie sind:
Ergänzend tragen Services wie Managed SOC, Incident Response Support und Awareness-Kampagnen dazu bei, eine schnelle und effektive Angriffsdetektion und -abwehr (Threat Intelligence & Hunting) sowie eine resiliente Sicherheitskultur zu gewährleisten. Dabei begleitet Deloitte Versorger von der Strategieentwicklung bis in den dauerhaften Betrieb.
Abb. 4: Phasen des IT/OT-Sicherheitsprogramms
Die neue regulatorische Landschaft im Bereich der Cybersicherheit stellt Energieversorger vor erhebliche Herausforderungen, eröffnet ihnen aber auch die Möglichkeit, ihre Cyberresilienz systematisch zu stärken.
Erfolgsfaktoren:
Effizienzfaktoren:
Die Komplexität der regulatorischen Landschaft und die kritische Bedeutung der Energieinfrastruktur erfordern spezialisierte Expertise. Erfolgreiche Unternehmen setzen zur Durchführung eines schlanken und zielgerichteten Programms auf:
Laden Sie hier unser Whitepaper zum Thema „Cybersicherheit im Fokus: Regulatorischer Wandel als strategische Herausforderung für Energieversorger“ herunter und erfahren Sie alle Ergebnisse im Detail.
Deloitte Cyber ist ein führender Anbieter von Cybersecurity-Beratung. Unsere Spezialist:innen unterstützen Unternehmen dabei, ihre digitale Transformation sicher zu gestalten. Unser Fokus auf kritische Infrastrukturen und langjährige Erfahrung in der Energiewirtschaft machen uns zum vertrauensvollen Partner für die Herausforderungen der Energiewende.