Nachdem das erste Berichtsjahr der CSRD für viele große Unternehmen erfolgt ist, hat die EU im Rahmen der Omnibus-Richtlinie nicht-börsennotierten Unternehmen jüngst Aufschub gewährt. Für die Nordzucker AG, einen der weltweit führenden Hersteller von Zucker aus Zuckerrüben und Zuckerrohr, ist das aber kein Grund, bei diesem wichtigen Thema abzuwarten.
Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in der Unternehmensstrategie. Deshalb hat Nordzucker gemeinsam mit Deloitte bereits jetzt die nötigen Prozesse aufgesetzt und so das Fundamt für das anspruchsvolle Reporting geschaffen. Der Fokus lag dabei auf einer pragmatischen und effizienten Herangehensweise – und das Ergebnis hat Vorbildcharakter für andere nicht-börsennotierte Unternehmen. Durch die proaktive Umsetzung stärkt Nordzucker das eigene Nachhaltigkeitsprofil und kann nun noch zielgerichteter die Steuerung zentraler Nachhaltigkeitsthemen angehen.
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Europäische Union die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung erheblich erweitert. Doch da sich die nationale Umsetzung der Direktive in Deutschland verzögert und zudem potenzielle Erleichterungen im Rahmen des Omnibus-Pakets der EU diskutiert werden, stellen sich viele Unternehmen aktuell die Frage, ob sie die notwendigen Vorbereitungen für das CSRD-Reporting aufschieben können.
Für Nordzucker war Abwarten aber keine Option, denn Nachhaltigkeit hat für das Unternehmen auch eine wesentliche strategische Komponente. Um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sicherzustellen, ist die notwendige Transparenz in den nicht-finanziellen Kennzahlen unabdingbar. Damit werden die Anforderungen von Banken und weiteren Stakeholdern wie beispielsweise der Mitarbeitenden erfüllt. Insbesondere jüngere Mitarbeitende legen oft großen Wert auf einen nachhaltigen Arbeitgeber– angesichts des Fachkräftemangels ein wichtiger Aspekt für die Gewinnung neuer Talente. Nordzucker verfolgt eine klare Vision: Nachhaltigkeit soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Landwirt bis zum Verbraucher – gestärkt werden. Als Unternehmen mit tiefen Wurzeln in der regionalen Landwirtschaft setzt das Unternehmen auf partnerschaftliches Handeln für ein verantwortungsvolles Wachstum und eine kontinuierliche Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks.
Die Klimaziele von Nordzucker sind von der Science Based Targets initiative (SBTi) anerkannt. Bis 2030 sollen die Emissionen aus eigener Produktion und Energiebezug um über 50 Prozent gesenkt werden, die landwirtschaftlichen Emissionen um 36 Prozent. Eine CO₂-neutrale Produktion wird bis spätestens 2050 angestrebt. Zur Zielerreichung setzt Nordzucker auf die konsequente Einsparung von Energie in den Prozessen, die Umstellung auf erneuerbare Energien und auf den Einsatz von CO₂-reduziertem Dünger.
Auch die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geht das Unternehmen proaktiv an. 2024 ist dazu ein Projekt mit Deloitte gestartet worden, um die neuen Standards frühzeitig umzusetzen.
"Nordzucker engagiert sich schon lange strategisch im Bereich Nachhaltigkeit. Wir haben die CSRD-Vorbereitungen daher frühzeitig gestartet, um Lerneffekte in der Organisation zu erzielen und ‚vor die Welle‘ zukünftiger Regulatorik zu kommen. Durch die erfolgreiche Umsetzung der vorbereitenden Prozesse – von der Wesentlichkeitsanalyse über die systematische Erhebung der Nachhaltigkeitsdaten bis hin zur Berichterstellung und -prüfung – sehen wir uns gut auf die künftigen Anforderungen vorbereitet."
Alexander Bott
Chief Financial Officer
Nordzucker AG
Schon zuvor hatte Nordzucker gemeinsam mit Deloitte die Grundlagen für die Erfassung von Nachhaltigkeitsdaten gelegt – etwa durch die Einführung eines zeitgemäßen IT-Systems zur Erfassung und Steuerung von Nachhaltigkeitsdaten auf Basis von SAP. Auf dieser Grundlage erarbeitete das Team unter der Leitung von Anja Kirschbaum-Marheine (Head of Accounting & Financial Controlling Nordzucker) und Torsten Bigalke (Head of Legal & Governance) mit Alexander Bott (CFO Nordzucker) als Projektsponsor sowie Lydia Eckhard (Partner Deloitte und Managing Director Deloitte Sustainability & Climate GmbH) die Eckpunkte für die Umsetzung der CSRD. Die Verortung des Projekts ganz oben im Finanz- und Legal-Bereich zeigt deutlich, welchen großen Stellenwert Nordzucker dem Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmenssteuerung zuschreibt. Deloitte brachte sowohl seine Nachhaltigkeitsexpertise wie auch die gesamte Breite seiner Services, von der Beratung bis zur IT-Umsetzung, mit ein.
Von Januar 2024 bis Februar 2025 wurden die Prozesse für das neue CSRD-Reporting in einem schlanken und effektiven Ansatz entwickelt. Dabei standen die doppelte Wesentlichkeitsanalyse sowie die Vorbereitung der umfassenden Definition von Nachhaltigkeitsdaten im Fokus. Bei der Wesentlichkeitsanalyse waren die relevanten Nachhaltigkeitsaspekte für die Organisation zu ermitteln: im Hinblick auf die Auswirkungen des Unternehmenshandelns auf Umwelt und Stakeholder ebenso wie im Hinblick auf die Auswirkungen externer Vorgänge wie dem Klimawandel auf das Unternehmen.
Für die zuverlässige Erhebung der für das CSRD-Reporting benötigten Daten (etwa Wasser- und Energieverbräuche oder soziale Kennzahlen wie die Anzahl der Arbeitsunfälle) wurden in der gesamten Organisation entsprechende Prozesse aufgesetzt. Damit waren einige Herausforderungen verbunden, beispielsweise wegen der breiten regionalen Auffächerung der Unternehmensaktivitäten: Nordzucker mit Hauptsitz in Braunschweig betreibt Produktionsstandorte nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nord- und Osteuropa sowie in Australien. Das erforderte eine enge Zusammenarbeit mit den Stakeholdern vor Ort. Heute ist Nordzucker stolz darauf, gemeinsam viele vorbereitende Prozesse erfolgreich durchgeführt und Mitarbeitende aus allen Unternehmensteilen in die Berichterstattung einbezogen zu haben.
Mit der aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse verfügt Nordzucker über ein starkes Fundament für die erstmalige CSRD-Offenlegung, die für das Geschäftsjahr 2027/28 verpflichtend ist. Selbst wenn sich bei der Ausgestaltung der Regulierung und den sich nach wie vor in Diskussion befindlichen Standards noch weitere Änderungen ergeben sollten, ist das Unternehmen durch die strategische Fokussierung und Priorisierung hervorragend aufgestellt. Durch den zeitlichen Vorlauf kann Nordzucker die Qualität und Effizienz der Reporting-Prozesse in Testläufen nachhaltig und fortlaufend optimieren.
So wurde ein vollständiger CSRD-Testbericht schon vorab erstellt und durch den externen Prüfer validiert. Das schafft Planungssicherheit, und Audit- und Reputationsrisiken werden reduziert. Nordzucker ist damit bereits bestens auf die erste Offenlegungspflicht vorbereitet.
Wie das gemeinsame Projekt von Nordzucker und Deloitte anschaulich zeigt, zahlt sich proaktives Engagement in Nachhaltigkeitsthemen auch für nicht-börsennotierte Unternehmen aus. Anstatt sich von der Regulatorik treiben zu lassen, können sie die Initiative ergreifen und die CSRD-Thematik noch vor der verpflichtenden Anwendung für die professionelle Gestaltung einer selbstbestimmten Transformation mit strategischem Mehrwert nutzen. Der pragmatische, erprobte und auch auf andere Branchen übertragbare CSRD-Ansatz von Deloitte bietet einen passenden Startpunkt.
Real connections. Real impact.
„Deloitte verfügt über umfangreiche Erfahrung und Expertise im Bereich der Nachhaltigkeit, von der Beratung bis hin zur praktischen Umsetzung. Dadurch können wir Unternehmen wie Nordzucker mit schlanken und pragmatischen Lösungen nicht nur gezielt bei der Erfüllung der komplexen Berichtsanforderungen, sondern auch bei der Steuerung ihrer gesamten Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen.“
Lydia Eckhard
Partner Deloitte
Market Offering Lead Controllership
Managing Director Deloitte Sustainability & Climate GmbH