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Vom Hardwarehersteller zum End-to-End-Lösungsanbieter: Diehl Metering transformiert das Geschäftsmodell

Im europäischen Maschinen- und Anlagenbau vollzieht sich derzeit ein fundamentaler Strukturwandel. Internationale Konkurrenz und neue Kundenerwartungen verändern die Märkte. Hardware-Exzellenz allein reicht in diesem Umfeld nicht mehr aus, um auch zukünftig als Premium-Anbieter zu bestehen – das gilt auch im Bereich Wasser- und Energiemesstechnik. Diese Dynamik hat der führende Anbieter Diehl Metering frühzeitig erkannt und reagiert mit einem radikalen Strategiewechsel: Ein verstärkter Fokus auf Software, Lösungen und Services legt den Grundstein für langfristiges und profitables Wachstum. Deloitte unterstützt die ambitionierte Transformation – ein Leuchtturmprojekt für die Branche.

Die Situation


Diehl Metering hat sich mit hochwertiger Wasser- und Energiemesstechnik weltweit einen exzellenten Ruf als Premium-Anbieter erarbeitet. Das Unternehmen geht auf eine Gründung im Jahr 1862 zurück und ist Teil der Diehl Stiftung & Co. KG, einer Unternehmensgruppe in Familienbesitz mit insgesamt 4,7 Mrd. Euro Umsatz und mehr als 18.000 Mitarbeitenden (2024). Doch inzwischen wird Hardware wie etwa Wasserzähler immer mehr zur austauschbaren Commodity. Eine Differenzierung, beispielsweise gegenüber asiatischen Mitbewerbern, ist darüber nicht mehr möglich. Zugleich verlangen die Kunden – in der Hauptsache Stadtwerke und Versorger – zunehmend moderne, digitale und vernetzte Lösungen. Und der Markt dafür wächst stark: Das Weltmarktvolumen für Smart Metering soll sich laut Experten-Einschätzung bis 2032 nahezu verdoppeln und bis zu 58,7 Milliarden Dollar erreichen.

Logische Schlussfolgerung für das so traditionsreiche wie innovative Unternehmen: Das Geschäftsmodell neu aufzustellen – weg vom reinen Produktverkauf, hin zu Software, Services und digitalen End-to-End-Lösungen, ausgerichtet auf die Kundenbedürfnisse von heute wie digitale Effizienz, Transparenz durch Realtime-Daten und Flexibilität.

So setzen viele deutsche Stadtwerke auf ganzheitliche Smart-Metering-Lösungen, die mehr können als ein konventioneller Verbrauchszähler. Gefordert ist zum Beispiel eine effiziente automatisierte Verbrauchsabrechnung, die Detektion von Leckagen oder Ineffizienzen im Versorgungsnetz, eine vorausschauende Wartung von Netzwerkkomponenten und eine optimierte Produktionsplanung basierend auf zuverlässigen Bedarfsprognosen. Für diese komplexen Anwendungsfälle müssen Daten von Messgeräten korrekt erfasst, drahtlos übertragen und auf einer zentralen Plattform zusammengeführt werden, um sie für die Verarbeitung mit Algorithmen und Analyse-Software nutzbar zu machen. Abgerechnet wird dieser Service dann etwa nach einem ergebnisorientierten Pricing-Modell. Damit werden gezielt die Herausforderungen adressiert, vor denen Stadtwerke derzeit stehen, wie die Reduzierung der Kosten durch weniger Wasserverlust sowie eine bessere Steuerung und Effizienzsteigerung in Zeiten des Fachkräftemangels. Was sie brauchen, ist ein verlässlicher Partner, der herausragende Hardware, Netzwerktechnologie, Daten & Analysen liefert und sie umfassend begleitet.

Für solche End-to-End-Lösungen sind offensichtlich ganz andere Fähigkeiten als „nur“ Expertise im Zählerbau nötig. Um sie realisieren zu können und damit die Marktstellung dauerhaft zu verteidigen, setzte sich Diehl Metering das Ziel, die bestehende große Hardware-Installationsbasis in ein datengetriebenes Wertschöpfungssystem zu integrieren.

„Die Welt der Versorger ist im Umbruch. Gemeinsam mit
unseren Kunden gestalten wir als verlässlicher Partner datenbasierte Lösungen.
Deloitte hat uns dabei unterstützt, dafür die richtigen Weichen zu stellen.“

Dr. Christof Bosbach, CEO Diehl Metering

„Es ist der bereicherndste Teil dieses Jobs, wenn Strategien tatsächlich umgesetzt
werden und wirklicher Impact generiert wird – und das geht nur partnerschaftlich, Hand in Hand.“

Carina Wittemann, Director Growth Strategies Industrials, Monitor Deloitte

Die Lösung
 

Für diese fundamentale Transformation war ein vollständig neues Target Operating Model (TOM) notwendig. Die Ausrichtung auf Services und Software erfordert tiefgreifende Änderungen bei Produktportfolio, Prozessen und Technologieplattform, bei Organisation, Vertrieb und Rollenbildern. Für ein Elektrotechnikunternehmen mit über 150jähriger Erfolgsgeschichte stellt dieser einschneidende Wandel – auch in Bezug auf die eigene Identität als Traditionsunternehmen – eine große Herausforderung dar. Mit Deloitte stand Diehl Metering der geeignete Partner dafür zur Seite, der Strategieexpertise mit Umsetzungskompetenz, Industrie-Wissen und operativem Know-how kombiniert. Deloitte hat Expert:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette herangezogen, von der Strategie bis zu Prozess Design & Implementierung.

In enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit setzten Diehl Metering und Deloitte das agil gesteuerte Transformationsprogramm „North Star“ auf, das in drei Phasen und sechs verzahnte Workstreams gegliedert wurde, in denen jeweils quartalsweise Meilensteine gesetzt wurden. Die größte Herausforderung war dabei angesichts der Größe und Komplexität des Vorhabens, in allen Einzelschritten stets den Fokus auf die Gesamttransformation auszurichten.

Deloitte konnte durch Marktmodelle, Wettbewerbsanalysen und eine strukturierte Portfolio-Roadmap die strategische Kundenzentrierung sicherstellen. Eine weitere Herausforderung bestand im zukunftsfähigen Umbau der Prozess- und Systemlandschaft, beispielsweise im Hinblick auf Vertragsmanagement oder Kundenportale. Dies wurde durch die Backlog-Priorisierung und eingezogene Cloud-Standards gemeistert. Phase 1 umfasste die Strategiebildung: Basierend auf Industriestandards wurden parallel ein neues Prozess- & Systemzielbild sowie die Implementierungs-Roadmap erstellt. Daraus ließen sich die Gap-Analyse sowie die Fokusthemen für die Transformation ableiten. Basierend auf den abgeleiteten Gaps definierte das Deloitte Team zusammen mit dem Diehl Metering Team in Phase 2 einen agilen, Workstream- und Initiativen-fokussierten Ansatz, der Produkte, Go-to-Market, Prozesse, Systeme, Organisations-Setup sowie die Transformationssteuerung umfasste. Mit Phase 3 begann die eigentliche Umsetzung, die beispielsweise das Ausrollen von neuen Applikationen und die Entwicklung entsprechender Customer Journeys sowie Eckpunkte für das Partner-Management umfasste.

Die Workstreams wurden jeweils von gemischten Teams aus Deloitte-Expert:innen und Diehl-Führungskräften gesteuert – als ein Team und stets mit inhaltlichem Fokus. Der Ansatz von Deloitte war dabei darauf ausgerichtet, Diehl Metering im Verlauf des Projektes zunehmend zu enablen, die Umsetzung selbst zu treiben, denn nur wenn dies geschieht, ist die Transformation erfolgreich.

Der Impact

 

Vom traditionellen Hardwarehersteller zum kundenzentrierten Anbieter von End-to-End-Lösungen mit IoT‑Netzwerkservices, modularem Software-Stack und Analytics-Fähigkeiten: Mit der „North Star“ Transformation vollzieht Diehl Metering den Schritt vom klassischen Produkthersteller hin zu einer Organisation, die den modernen Plattform‑ und Lösungsbetrieb beherrscht. Die bestehenden sehr guten Kundenbeziehungen und die Installationsbasis der Diehl-Zähler liefern dabei einen effektiven Hebel für die Vermarktung, da sie als Grundlage für das Daten-Ökosystem der Zukunft und damit als neuer Wertschöpfungstreiber dient.

Durch „North Star“ hat Diehl Metering seine Marktposition langfristig gestärkt und verfügt nun über ein digitales Geschäftsmodell mit erheblichem Wachstumspotenzial, wiederkehrenden Umsätzen und attraktiven Margen. Zugleich beinhaltet die neue Strategie eine globale Skalierung der angebotenen Lösungen und Services durch ein Ökosystem aus strategischen Partnern.

Diehl Metering positioniert sich damit als innovationsstarker und verlässlicher „Partner of Choice“ für Versorger und Stadtwerke – und liefert zugleich ein Vorbild auch für andere europäische Unternehmen im Bereich Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau: Ein mutiger Schwenk in Richtung Software und Service schafft nachhaltige Zukunftsfähigkeit. Deloitte unterstützt dabei mit seiner strategischen und operativen Expertise für eine holistische Transformation, die konkrete Veränderung bewirkt.

Real connections. Real impact.

„Wahre Wirkung entsteht, wenn Teams nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten.“

Dr. Manuel Götz, Partner Sales Operations, Deloitte

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