FATCA und CRS sind internationale Regelwerke zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, die Finanzinstitute verpflichten, Informationen über relevante Kontoinhaber an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Die FATCA/CRS-Sorgfaltspflichten verlangen umfassende Prüf- und Meldepflichten und sehen bei Verstößen hohe Strafen für Finanzinstitute vor. Auch wenn die Regularien bereits seit einigen Jahren gelten, rücken sie aktuell wieder in den Fokus, da das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) verstärkt Prüfungen durchführt.
Die Bekämpfung von Steuerhinterziehung hat durch die Einführung von FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) und CRS (Common Reporting Standard) weltweit an Bedeutung gewonnen. Diese Regelwerke setzen auf eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, um Steuertransparenz zu fördern und Steuerhinterziehung zu verhindern. In der Zwischenzeit gab es diverse Anpassungen in der Umsetzungspraxis, welche entsprechend anzuwenden sind.
Doch was genau steckt hinter diesen Regelungen, welche Unternehmen sind betroffen, und welche Pflichten ergeben sich daraus?
FATCA wurde von den USA eingeführt, um Steuerhinterziehung durch US-Bürger im Ausland zu bekämpfen. Die Regulierung gilt seit dem 01. Juli 2014 und verpflichtet Finanzinstitute weltweit, Informationen über Konten von „US-Persons“ an die US-Steuerbehörde (IRS) zu melden. CRS als OECD-Initiative folgte wenig später. Die EU-Umsetzung verfolgt einen multilateralen Ansatz und gilt seit dem 01. Januar 2016. Mehr als 120 Staaten wenden den CRS an, darunter alle EU-Staaten, allerdings nicht die USA. Ziel des CRS ist es, Steuerinformationen zwischen den teilnehmenden Staaten auszutauschen und eine umfassende Steuertransparenz zu gewährleisten.
Die FATCA- und CRS-Regelungen sind eng aufeinander abgestimmt und betreffen eine Vielzahl von Finanzinstituten, darunter:
Betroffen sind außerdem eine ganze Reihe von Finanzkonten, die es gilt, regelmäßig zu überprüfen. Hierzu gibt es verschiedene Verfahren, je nachdem wann die Konten eröffnet wurden und ob es sich beim Kontoinhaber um Privatpersonen oder Unternehmen handelt. Zentraler Bestandteil ist dabei die vom Kontoinhaber einzuholende Selbstauskunft inkl. ausländischer Steuernummern.
Finanzinstitute müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen, um FATCA/CRS-konform zu sein. Dazu gehören:
FATCA und CRS sind zentrale Instrumente zur Förderung der globalen Steuertransparenz. Finanzinstitute müssen erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die komplexen Anforderungen zu erfüllen und Sanktionen zu vermeiden. Die kontinuierlichen Änderungen erfordern eine proaktive Anpassung der Prozesse und Systeme. Unternehmen sollten daher ein robustes Compliance-Management etablieren, um nachhaltig compliant zu bleiben und Risiken zu minimieren.
Benötigen Sie eine Einschätzung zu Ihrem bestehenden FATCA/CRS-Compliance Management? Mit unserem kostenlosen FATCA & CRS Check erhalten Sie einen Überblick über die FATCA/CRS-Anforderungen und eine erste Einschätzung darüber, wie es um den Reifegrad Ihrer FATCA/CRS Umsetzung bestellt ist. Auch bei weiteren Fragen rund um FATCA/CRS stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
FATCA und CRS bleiben relevante Themen für die Finanzindustrie – und erfordern ein umfangreiches Knowhow für eine dauerhaft tragfähige Umsetzung. Unsere Aufgabe ist es, Komplexität in Klarheit zu übersetzen.
Christine Fleischer - Director | Regulatory & Compliance