Quantencomputing ist eine Technologie, die neben vielen Chancen auch Risiken birgt. Aktuelle Verschlüsselungsalgorithmen können in absehbarer Zukunft innerhalb kürzester Zeit entschlüsselt werden. Durch „harvest now, decrpyt later“ können Angreifer verschlüsselte Daten abgreifen, die am sogenannten "Q-Day" – dem Zeitpunkt, ab dem Quantencomputer etablierte Ansätze für Verschlüsselung wie RSA oder ECC brechen können – entschlüsselt werden können.
Finanzinstitute stehen damit in einem Spannungsfeld: sie müssen Innovationen vorantreiben, Effizienz steigern, Kundenerwartungen erfüllen – und gleichzeitig ihre Datenbestände vor immer ausgereifteren Cyberbedrohungen schützen. Vor diesem Hintergrund wird die Frage der Zukunftsfähigkeit von Kryptografie zu einem geschäftskritischen Faktor. Quantum Computing ist dabei nicht nur eine technische Entwicklung, sondern ein strategisches Risiko für die gesamte Branche.
Ab dem „Q-Day“ können aktuell verwendete Verschlüsselungstechnologien mithilfe von Quantum Computing innerhalb kürzester Zeit geknackt werden. Somit gehen Angreifer zunehmend dazu über, entsprechend verschlüsselte Datenpakete abzugreifen und solange zu speichern, bis sie diese in einigen Jahren entschlüsseln können. Finanzinstitute sollten sich bereits heute auf diese Szenarien vorbereiten, um potenziellen Risiken vorzubeugen.
Sichere Kommunikation umfasst drei Kernbereiche:
In der heutigen Bedrohungslandschaft spielen folgende Risiken eine zentrale Rolle:
Für Finanzinstitute bedeutet dies: kryptografische Resilienz wird zu einem regulatorisch relevanten und reputationskritischen Thema.
Quantentechnologie markiert einen Paradigmenwechsel in der digitalen Datenverarbeitung. Während klassische Computer auf binären Zuständen beruhen, arbeiten Quantencomputer mit Qubits, die simultan mehrere Zustände einnehmen können („superposition“) und miteinander verschränkt sind („entanglement“). Dadurch entstehen exponentielle Geschwindigkeits- und Verarbeitungsvorteile.
Der Zeitpunkt des Q Days ist unklar, Schätzungen reichen von wenigen Jahren bis ins nächste Jahrzehnt. Für Finanzinstitute bedeutet dies: Vorbereitung ist keine Option, sondern Pflicht, denn kryptografische Migrationen dauern erfahrungsgemäß Jahre.
Die Forschung sowie internationale Standardisierungsorganisationen wie NIST, BSI oder ETSI arbeiten intensiv an neuen kryptografischen Verfahren.
Post Quantum Kryptografie (PQC)
Eine alternative Richtung ist die Nutzung quantenphysikalischer Prinzipien zur sicheren Schlüsselübertragung. Die Vorteile sind:
Nachteile bestehen in der Komplexität, hohen Kosten und begrenzten Reichweite der Übertragungssysteme.
Shor’s Algorithmus ist das zentrale Risiko für RSA und ECC – also jene Verfahren, die heute nahezu den gesamten globalen Finanzverkehr absichern. Damit befindet sich die Branche im Zentrum der quantenbedingten Bedrohung.
Internationale Organisationen wie die G7, das BSI, NIST, Europol und die Europäische Zentralbank empfehlen eine frühzeitige und ganzheitliche Vorbereitung. Finanzinstitute sollten eine mehrstufige Roadmap verfolgen:
1. Kryptografische Bestandsaufnahme
2. Definition einer Quantum Security Strategie
3. Technische Umsetzung
4. Monitoring und Adaptivität
5. Regulatorische Abstimmung
Eine frühzeitige Transformation senkt langfristige Kosten, erhöht Resilienz und schafft Vertrauen bei Aufsichtsbehörden und Kund:innen.
Wir beraten Sie umfassend zu den genannten Szenarien. Kommen Sie bei Rückfragen gerne jederzeit auf uns zu.
Eine frühzeitige Transformation senkt langfristige Kosten, erhöht Resilienz und schafft Vertrauen bei Aufsichtsbehörden und Kunden:innen.
Jens Bläser