Zum 35. Mal präsentiert Deloitte die englische Ausgabe des „Annual Review of Football Finance“ mit den wichtigsten Finanzzahlen des internationalen Profifußballs im Geschäftsjahr 2024/2025. Die aktuelle Studie zeigt, dass der europäische Fußball durch die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe neue Rekordumsätze verzeichnen konnte. So stiegen die Umsätze der europäischen Fußballverbände und -ligen im Vergleich zur Vorsaison 2023/24 um sechs Prozent auf 40,2 Mrd. Euro (exkl. Transferaktivitäten) und übertrafen damit erstmals die 40 Mrd. Euro Marke.
Gesamtumsatz (exkl. Transferaktivitäten) des europäischen Fußballs erzielt neuen Rekordwert
Das Umsatzwachstum ist unter anderem auf die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe und die damit verbundenen positiven Effekte auf alle drei Erlösströme zurückzuführen. Die Umsätze in den fünf größten europäischen Ligen – Premier League, Bundesliga, LaLiga, Serie A und Ligue 1 – stiegen um sechs Prozent auf 21,6 Mrd. Euro (exkl. Transferaktivitäten) gegenüber der Vorsaison.
Die 96 Clubs der fünf größten europäischen Ligen erzielten insgesamt in der Saison 2024/25 kommerzielle Einnahmen in Höhe von 8,6 Mrd. Euro und damit 0,5 Mrd. Euro (+ 6%) mehr als im Vorjahr. Während insbesondere die Clubs der Premier League, LaLiga und Bundesliga Zuwächse von mehr als 0,2 Mrd. Euro verzeichneten, wurde das Wachstum durch einen Rückgang der kommerziellen Erlöse in der Ligue 1 um rund 0,4 Mrd. Euro gedämpft. Ursache hierfür waren geringere Ausschüttungen aus dem Einstieg des Investors CVC. Durch die zusätzlichen Spiele infolge der Ausweitung der UEFA- und FIFA-Clubwettbewerbe stiegen die Gesamteinnahmen aus dem Spielbetrieb ligaübergreifend um 0,4 Mrd. Euro (+ 16%) auf 3,4 Mrd. Euro und waren damit die einzige der drei Erlösströme, die in allen fünf europäischen Top-Ligen zulegen konnten. Die Gesamteinnahmen aus Medienerlösen blieben mit 9,6 Mrd. Euro zwar die größte Einnahmequelle, verzeichneten jedoch nur ein marginales Wachstum von drei Prozent. Neben den Erweiterungen der drei UEFA-Clubwettbewerbe, profitierten einige Clubs bereits in ihren Geschäftszahlen für 2024/25 von Ausschüttungen im Zusammenhang mit der erweiterten FIFA-Club-Weltmeisterschaft.
Obwohl die Personalkosten der fünf größten europäischen Ligen insgesamt um 0,6 Mrd. Euro stiegen, blieb die durchschnittliche Personalaufwandsquote aufgrund des gleichzeitigen Umsatzwachstums mit 64 Prozent konstant gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erhöhten sich die aggregierten Verluste vor Steuern der „Big Five“-Ligen um rund 800 Mio. Euro auf 1,5 Mrd. Euro. Mit der Bundesliga (rund 300 Mio. Euro) und der spanischen LaLiga (rund 30 Mio. Euro) erzielten zwei der fünf „Big Five“-Ligen einen aggregierten Vorsteuergewinn.
Der Fußball kann sich für nachhaltiges Wachstum nicht allein darauf verlassen, immer mehr Inhalte zu produzieren. Entscheidend wird daher sein, Geschäftsmodelle breiter aufzustellen, organisches Wachstum zu stärken und Fanerlebnis, Infrastruktur sowie kommerzielle Innovationen gezielt weiterzuentwickeln.
Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte
Rekordumsätze in Europas Top-Ligen – Wachstum zunehmend ungleich verteilt
Mit einem Gesamtumsatz (exkl. Transferaktivitäten) von 8,1 Mrd. Euro festigte die englische Premier League in der Saison 2024/25 ihre Position als umsatzstärkste Fußballliga Europas (2023/24: 7,4 Mrd. Euro). Zu dieser Entwicklung trugen insbesondere die erfolgreichen Teilnahmen englischer Clubs an den erweiterten UEFA-Wettbewerben bei.
Die Bundesliga-Clubs erzielten in der Saison 2024/25 mit 4,3 Mrd. Euro erstmals mehr als vier Mrd. Euro Umsatz (exkl. Transferaktivitäten) und erreichten damit einen neuen Rekordwert. Gegenüber der Vorsaison entspricht dies einem Anstieg von zwölf Prozent bzw. 0,5 Mrd. Euro, der insbesondere auf höhere kommerzielle Erlöse, steigende Medienerlöse aus den UEFA- und FIFA-Wettbewerben sowie wachsende Spieltagerlöse zurückzuführen ist. Die Bundesliga verzeichnete darüber hinaus mit durchschnittlich 38.082 Zuschauer:innen pro Spiel erneut die höchste Zuschauerzahl aller europäischer Top-Ligen. Gleichzeitig verbesserte sich die finanzielle Effizienz der Clubs: Trotz gestiegener Personalkosten sank die durchschnittliche Personalaufwandsquote von 58 auf 54 Prozent und blieb damit die niedrigste unter den europäischen Top-Ligen. Infolgedessen erwirtschafteten die Bundesliga-Clubs mit 0,4 Mrd. Euro das höchste operative Ergebnis ihrer Geschichte und erzielten bereits im dritten Jahr in Folge einen aggregierten Vorsteuergewinn.
Die spanische LaLiga steigerte ihre Umsatzerlöse (exkl. Transferaktivitäten) in der Saison 2024/25 um neun Prozent auf 4,1 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren vor allem deutlich höhere kommerzielle Erlöse sowie Spieltagerlöse, begünstigt durch neue Sponsoringvereinbarungen und positive Stadioneffekte bei Real Madrid und dem FC Barcelona. Die Umsatzentwicklung der LaLiga wurde weiterhin maßgeblich von den beiden Spitzenclubs geprägt: Real Madrid und der FC Barcelona erwirtschafteten zusammen 52 Prozent der gesamten Ligaerlöse (2023/24: 48%).
Die Clubs der Serie A erzielten in der Saison 2024/25 ein Umsatzwachstum von vier Prozent auf drei Mrd. Euro, das primär auf steigende kommerzielle Erlöse infolge neuer Sponsoringvereinbarungen zurückzuführen war. Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand stellen dabei mit 45 Prozent den Großteil an den Gesamterlösen der Liga.
Demgegenüber musste die französische Ligue 1 einen Umsatzrückgang hinnehmen: Dieser sank in der Saison 2024/25 von 2,6 auf 2,2 Mrd. Euro (exkl. Transferaktivitäten) – ein Rückgang von 15 Prozent. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren die rückläufigen kommerziellen Einnahmen infolge auslaufender Ausschüttungen aus der CVC-Investition in die Vermarktungsgesellschaft der Liga. Leichte Zuwächse bei Spieltag- und Medienerlösen konnten einen Rückgang der kommerziellen Erlöse um 400 Mio. Euro nicht ausgleichen.
Details zum Annual Review of Football Finance
Die Analysen der Finanzergebnisse und -positionen verschiedener europäischer Ligen basieren auf Einzel- oder Konzernabschlüssen sowie Informationen, die Deloitte von den nationalen Verbänden/Ligen zur Verfügung gestellt wurden. Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, handelt es sich um Angaben exklusive Steuern und Erlösen aus Spielertransfers. In einigen Fällen wurden Anpassungen bei der Zuordnung der veröffentlichten Zahlen vorgenommen, um die Finanzdaten der Fußballclubs und -ligen besser vergleichen zu können. Für unsere grenzüberschreitenden Analysen wurden alle Finanzdaten mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des jeweiligen Jahres per 30. Juni in Euro umgerechnet.
Weitere Informationen finden Sie auf der englischen Website „Annual Review of Football Finance“.
Inhaltlich verantwortlich für die Studie ist Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. Unsere langjährige Branchenexpertise kann einen wichtigen Mehrwert für die diversen Akteure des Sportökosystems beisteuern. Neben unserem breiten Spektrum an finanzwirtschaftlichen Beratungsdienstleistungen (z.B. Transaktionsberatung, Liquiditätsplanung, Finanzreporting) bieten wir u.a. auch eine bedarfsorientierte Unterstützung in den Bereichen Digitalisierung und IT an. Dies umfasst u.a. auch die Themenfelder Cyber Security, CRM und Data-Analytics. In diesen Bereichen konnten wir in der jüngeren Vergangenheit bereits erfolgreich Projekte durchführen. Des Weiteren sind wir vermehrt auch im Rahmen der Nachhaltigkeitsberatung im Sport tätig. So unterstützten wir beispielsweise den DFB bei der Erarbeitung einer ganzheitlichen Umwelt- und Klimaschutzstrategie sowie bei der Entwicklung von Leitlinien zur Implementierung von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen im Spielbetrieb.
Haben Sie Rückfragen zu unseren Beratungsleistungen im Sport Business? Dann kontaktieren Sie uns gerne unter sportbusiness@deloitte.de.
Annual Review of Football Finance 2025
Umsatz des europäischen Fußballmarktes steigt in der Saison 2023/24 auf einen neuen Rekordwert von 38 Mrd. Euro (exkl. Transferaktivitäten).
Annual Review of Football Finance 2024
Europäischer Fußballmarkt wächst das vierte Jahr in Folge und erzielt mit einem Wachstum von 16% einen neuen Höchststand von 35,3 Milliarden Euro.
Europäischer Fußballmarktumsatz steigt in der Saison 2021/22 auf einen neuen Rekordwert von 29,5 Milliarden Euro.
Annual Review of Football Finance 2022
COVID-19 weiterhin mit signifikanten ökonomischen Auswirkungen auf die europäische Fußballbranche.
Annual Review of Football Finance 2021
COVID-19 bremst Umsatzwachstum der europäischen Fußballbranche.
Annual Review of Football Finance 2020
Bundesliga setzt Umsatzwachstum weiter fort. Die Studie verdeutlicht die weiterhin steigende Wirtschaftskraft des europäischen Fußballs vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und zeigt die möglichen ökonomischen Auswirkungen auf.