KI ist eine transformative Kraft, die Branchen verändert und die Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle ermöglicht. Doch wie können Führungskräfte das Potenzial von KI effektiv nutzen und somit den Wert ihres Unternehmens steigern? Die Deloitte KI-Studie zeigt, wie führende Unternehmen gegenwärtig KI einsetzen und welche Trends die zukünftige Entwicklung prägen werden.
Die rasante Entwicklung der KI, die sich beispielhaft in der explosionsartigen Verbreitung von ChatGPT zeigt, wirft zahlreiche Fragen über ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen im Unternehmenskontext auf. Es zeichnet sich ein Entwicklungsmuster ab, dessen Phasen an frühere bahnbrechende Technologien erinnert – anfängliche Aufmerksamkeit gefolgt von Hype, dann leichte Ernüchterung, wenn die geweckte Erwartung nicht in allen Punkten der Realität entspricht, und schlussendlich explosives Wachstum, wenn sich die Technologie in der Breite durchsetzt. In dieser Zeit des technologischen Umbruchs müssen Führungskräfte ein tiefergehendes Verständnis der Möglichkeiten von KI gewinnen und Wege finden, diese effektiv zu nutzen. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, haben entscheidenden Einfluss darauf, wie sich der Einsatz KI in Zukunft entwickelt. Die Studienbefragung¹ führen wir in regelmäßigen Abständen durch, um fortlaufend aktuelle Einblicke in die weitere Entwicklung von KI im geschäftlichen Kontext zu gewinnen. Deloitte bietet damit eine vorausschauende Perspektive und liefert Führungskräften hilfreiche Insights, um fundierte Entscheidungen über KI-Strategien, -Investitionen und -Implementierungen in der dynamischen Welt der KI zu treffen.
Die aktuelle länderspezifische Auswertung der Studie liefert aufschlussreiche Einblicke in die Entwicklung KI in Deutschland. 170 Führungskräfte wurden hierzulande befragt, um den aktuellen Stand der Implementierung und zentrale Herausforderungen zu analysieren.
1. Hohe KI‑Bereitschaft, aber mangelnde Umsetzung verhindert echten Mehrwert
Deutsche Unternehmen zeigen eine hohe KI‑Bereitschaft (ca. 44-48%), allerdings ist die Umsetzung in echten Mehrwert weiterhin eine Herausforderung. In den Bereichen Technologie, Infrastruktur und Daten geben 40 Prozent der Befragten an, auf den Einsatz von KI „hoch vorbereitet“ zu sein, während die Vorbereitung im Bereich Talent deutlich weniger ausgeprägt ist (nur 16% hoch vorbereitet, 4% sehr hoch vorbereitet). Insgesamt wird KI selten strategisch integriert, denn nur vier Prozent nutzen KI umfassend für Entscheidungen. Der aktuell realisierte Nutzen konzentriert sich vor allem auf Effizienz (66%) und Kostensenkung (52%).Zudem berichten nur 33 Prozent der Befragten von spürbar schnelleren Entscheidungen durch KI.
2. Agenten-basierte KI entwickelt sich schnell
In Deutschland entwickelt sich der Einsatz von Agentic AI schneller als die nötigen Governancestrukturen. Bereits 27 Prozent der Befragten nutzen agentische KI mindestens moderat, jedoch verfügen nur 19 Prozent über ausgereifte Governance. Gleichzeitig beschleunigt sich die Einführung weiter, während Kontrolle, Standards und Verantwortlichkeiten hinterherhinken. Bis zu 63 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten in den nächsten drei Jahren eine starke Transformation, obwohl zentrale Steuerungsmechanismen noch nicht etabliert sind. Damit liegt die größte Herausforderung nicht im Zugang, sondern darin, Autonomie sicher und kontrolliert in Wertschöpfung zu überführen.
3. Hohe Abhängigkeit von ausländischen KI‑Anbietern gefährdet Deutschlands digitale Souveränität
KI‑Architektur ist in Deutschland stark von ausländischen Anbietern abhängig, was die digitale Souveränität zunehmend einschränkt. 62 Prozent der Befragten geben an, dass mehr als 40 Prozent ihrer KI-Technologielandschaft im Besitz oder unter der Kontrolle ausländischer Anbieter sind.
Deutschland steht bei der Nutzung von KI an einem entscheidenden Wendepunkt. Die technologischen Voraussetzungen sind vorhanden, doch Umsetzung, Governance und Souveränität bleiben die zentralen Herausforderungen. Entscheidend wird sein, KI konsequent in strategische Entscheidungen und operative Prozesse zu integrieren - insbesondere in Bezug auf Souveränitätsmodelle, Stack-Architektur, Anbieterstrategie, Governance- und Kontrollmechanismen, Agenten-Deployment sowie die Art der Wertschöpfung (z. B. Prozessoptimierung vs. Operating-Model-Redesign). Außerdem müssen klare Steuerungsmechanismen etabliert und Abhängigkeiten bewusst gesteuert werden. Nur so kann aus hoher Bereitschaft langfristig nachhaltiger Wettbewerbsvorteil entstehen.
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Für die Studienausgabe „The State of AI in the Enterprise: The untapped edge“ hat Deloitte zwischen August und September 2025 insgesamt 3.235 Führungskräfte aus 24 Ländern befragt.
Die Studie zeigt: der Einsatz von KI in den Unternehmen gewinnt deutlich an Dynamik. Schon heute hat ein Viertel der weltweit Befragten mindestens 40 Prozent ihrer KI-Prototypen in die Produktion überführt, innerhalb von sechs Monaten wird der Anteil voraussichtlich auf 52 Prozent steigen. Andererseits sehen wir eine Kluft zwischen Experimenten und echter Unternehmenstransformation. Viele Organisationen nutzen KI noch in erster Linie zur Steigerung der Effizienz, aber nur 34 Prozent gestalten ihr Geschäft wirklich neu, indem sie ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Services, Rollen und Arbeitsweisen umgestalten.
Aber auch die Zukunft der KI wird durch wichtige Trends neugestaltet:
Souveräne KI definiert die technologische Autonomie von Nationen und
Unternehmen neu und wirkt sich auf Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit aus. 83 Prozent halten souveräne KI für mindestens moderat wichtig für ihre strategische Planung, 77 Prozent berücksichtigen das Herkunftsland einer KI-Lösung bei der Auswahl von Anbietern. Agentic AI ermöglicht autonomes Handeln mithilfe von KI und stellt neue Herausforderungen an Governance und Kontrolle. Die Nutzung von Agentic AI wird in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich stark zunehmen (von aktuell 23% auf 74%), doch die Aufsicht hinkt hinterher: Nur jedes fünfte Unternehmen verfügt über ein ausgereiftes Modell für die Governance autonomer KI-Agenten. Physical AI verbindet die digitale und die materielle Welt - etwa in Form von Robotern in der Produktion, intelligenten Sicherheits- und Überwachungssystemen, digitalen Zwillingen oder autonomen Logistiksystemen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (58%) gibt an, dass sie diese Variante der KI heute zumindest in begrenztem Umfang einsetzt. Der Anteil soll in zwei Jahren auf 80 Prozent steigen, wobei der asiatisch-pazifische Raum führend in der Implementierung ist.
Mit diesen Entwicklungen im Bereich der agentenbasierten, physischen und souveränen KI, die die Grenzen des Möglichen erweitern, stehen Unternehmen heutzutage an der Schwelle zur Erschließung des vollen Potenzials der Künstlichen Intelligenz. Die Herausforderung besteht nun darin, über das Experimentieren hinauszugehen und KI in großem Maßstab zu operationalisieren und sie in Kerngeschäftsprozesse zu integrieren.
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¹ Die Datenanalyse der landesspezifischen Reports wurde durch KI-basierte Analysetools unterstützt, und der Prozess der Berichtserstellung umfasste die Verwendung eines generativen KI-Modells zum Entwurf und zur Verfeinerung von Textabschnitten. Alle Ergebnisse wurden von den Autoren kritisch überprüft, verifiziert und bearbeitet, um Genauigkeit, Kohärenz und Übereinstimmung mit den Forschungszielen sicherzustellen.