Zum Hauptinhalt springen

Militärische Beschaffung in der Zeitenwende

Internationale Reformpfade und Impulse für Deutschland

Deutschlands sicherheitspolitische Lage erzwingt Tempo und Treffsicherheit: Dieses Whitepaper zeigt, wie Beschaffung, Governance und Industrie ineinandergreifen müssen, damit zusätzliche Mittel wirklich in Fähigkeiten münden. Es liefert einen klaren Orientierungsrahmen – von internationalen Referenzen bis zu konkreten Hebeln für Deutschland – und skizziert, wie Wirkung messbar wird.

 

Deutschland befindet sich in einer sicherheitspolitischen Zeitenwende: Zusätzliche Mittel und rechtliche Reformen – vom Sondervermögen über die Grundgesetzänderung bis zum Beschleunigungsgesetz – sind initiiert, doch wie kann die militärische Beschaffung erfolgreich neugestaltet werden? Unser Whitepaper analysiert internationale Reformdynamiken in der militärischen Beschaffung und zeigt auf, wie unterschiedliche Länder ihre Systeme modernisiert haben. Die Reformschritte reichen von gesetzgeberischen Anpassungen über digitale Infrastruktur bis hin zur industriepolitischen Steuerung. Im Fokus der Analyse stehen sechs Länder bzw. Akteure, die exemplarisch für unterschiedliche Reformlogiken stehen. Der Vergleich offenbart gemeinsame Erfolgsprinzipien, von denen sich ein idealtypischer Archetyp ableiten lässt.

Militärische Beschaffung als Engpasssystem

  • Die militärische Beschaffung ist ein strategisches Engpasssystem, in dem zusätzliche Budgets und neue Gesetze erst dann wirken, wenn klare Zuständigkeiten, digitale Vergabe und offene Innovationswege zusammenkommen.
  • Deutschland hat mit Sondervermögen, Grundgesetzänderung und Beschleunigungsgesetzen wichtige Grundlagen gelegt, doch erst messbare Steuerung und schlanke Abläufe übersetzen Mittel zuverlässig in Fähigkeiten.
  • Einheitliche Standards und digital gestützte Prozesse verkürzen Wege und machen Zeit, Kosten und Ergebnisse besser sichtbar.
  • Klare Regeln für Zuständigkeiten und Entscheidungen verringern Reibungsverluste zwischen Bedarf und Beschaffung.

Internationaler Referenzrahmen

  • Der internationale Rahmen umfasst die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich, die Europäische Union und Polen.
  • Übergreifend zeigen sich wiederkehrende Muster: feste Kennzahlen, klare Entscheidungen in gebündelten Vorhaben und schnellere Wege vom Bedarf bis zur Nutzung.
  • Dieser Vergleich dient als Maßstab, um gute Ansätze strukturiert auf Deutschland zu übertragen.
  • Der Blick nach außen hilft, Maßnahmen zu priorisieren, ohne fremde Modelle unkritisch zu kopieren.

Archetyp moderner Beschaffung

  • Zusammenarbeit mit der Industrie über die gesamte Kette – einschließlich Mittelstand und Start ups – ist von Anfang an einzuplanen.
  • Planung über mehrere Jahre mit priorisierten Vorhaben und klaren Entscheidungen schafft Verlässlichkeit.
  • Digitale, schlanke Vergaben mit festen Kennzahlen erhöhen Tempo und Transparenz.
  • Einbettung in europäische Programme bei gleichzeitig klarer Verantwortung und regelmäßiger Überprüfung hält Wirkung und Qualität im Gleichgewicht.
  • Offene Schnittstellen und gemeinsame Datenformate erleichtern die Zusammenarbeit und spätere Erweiterungen.

Deutschland im Vergleich

  • Eine Steuerung nach Portfolios mit festen Kennzahlen – etwa Zeit bis zur Nutzung, Verfügbarkeit, Innovationsanteil und Stabilität der Lieferkette – macht Fortschritt messbar. 
  • Moderne Vergaben setzen auf funktionale Leistungsbeschreibungen, gut dokumentierte Markterkundung und schnelle Prototypen mit klaren Nutzungsrechten. 
  • Ein digitales Rückgrat mit zentralen Vergabe und Bestellprozessen sowie Mehrjahresverträgen und Vorfinanzierung kritischer Vorstufen stärkt die Versorgungssicherheit. 

Industrie als Mitgestalter

  • Der Schwerpunkt verlagert sich von Neuentwicklung auf die Skalierung bewährter Lösungen durch Automatisierung, verlässliche Qualitätssicherung und digitale Produktionssteuerung.
  • Service und Verfügbarkeitsmodelle, zweite Bezugsquellen und vorbereitete Schattenkapazitäten erhöhen die Durchhaltefähigkeit.
  • Offene Schnittstellen, modulare Systeme, Technologietransfer aus zivilen Feldern und die frühe Einbindung von Start ups verkürzen die Zeit bis zur Einsatzreife.
  • Gut vorbereitete Finanzierung mit klaren Abruf- und Zahlungsprofilen sowie belastbaren Nachweisen erleichtert den Skalierungspfad.
  • Klare Nachweise zu Kosten, Kapazitäten und Terminen erhöhen die Planbarkeit für Auftraggeber und Finanzierer.

Wirkung messbar machen

  • Eine an klaren Kennzahlen ausgerichtete und digital unterstützte Beschaffung mit eindeutiger Steuerung sorgt für Tempo und Transparenz.
  • Auf Seiten der Industrie sichern Skalierung, Standardisierung sowie Service- und Zweitbezugs-Konzepte die Verfügbarkeit im Betrieb.
  • Der internationale Vergleich liefert Orientierung, während die Umsetzung an die deutschen Rahmenbedingungen angepasst wird.
  • So werden bereitgestellte Mittel planbar in einsatzfähige Systeme übersetzt und der Fortschritt bleibt nachvollziehbar.

Laden Sie hier das Whitepaper „Militärische Beschaffung in der Zeitenwende“ herunter und erfahren Sie mehr.

Beschaffung ist ein drängendes Engpasssystem der Verteidigungsfähigkeit: Zusätzliche Mittel wirken nur, wenn Regulierung, Prozesse und Zuständigkeiten vereinfacht werden, digitale Vergabe und verbindliche Leistungsindikatoren zusammenkommen – und die Industrie bewährte Lösungen skaliert, inklusive Second-Source und gesicherten Service-Modellen.

Dr. Germar Schröder, Partner | Lead Defense, Security & Justice

Fanden Sie dies hilfreich?

Vielen Dank für Ihr Feedback