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Studie: Der deutsche Fitnessmarkt 2026

Die 23. Auflage unserer Studie „Der deutsche Fitnessmarkt“ analysiert die wirtschaftliche Entwicklung sowie aktuelle Marktdynamiken der deutschen Fitnessbranche und liefert Ihnen fundierte Einblicke.

Im Jahr 2024 übertraf der deutsche Fitnessmarkt, gemessen am Gesamtumsatz und der Mitgliederzahl, erstmals das Vor-Pandemie-Niveau von 2019. Dieses Wachstum setzte sich im Jahr 2025 fort, wodurch die deutsche Fitness- und Gesundheitsbranche sowohl einen neuen Umsatz- als auch Mitgliederrekord vermelden konnte. Die Zahl der Anlagen in Deutschland stieg ebenfalls an – repräsentativ für das anhaltende strukturelle Marktwachstum. 

Entsprechend erzielte die Branche im Jahr 2025 einen Nettoumsatz von insgesamt 6,25 Milliarden EUR. Das entspricht einem Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben dem Umsatz stieg auch die Zahl der Mitglieder auf ein neues Rekordniveau. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 vermeldeten die Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland insgesamt 12,36 Millionen Mitglieder, ein Wachstum von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Anlagen lag zum 31. Dezember 2025 bei 9.647, was einem Zuwachs von 520 (+ 5,7%) gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

Die Penetrationsquote, die den Anteil der Mitgliedschaften an der jeweiligen Altersgruppe misst, verzeichnete entsprechend der Mitgliederentwicklungen ebenfalls ein Wachstum. In der Gesamtbevölkerung stieg sie um einen Prozentpunkt auf 14,8 Prozent, während sie in der Altersgruppe der 15- bis 65-Jährigen 21,9 Prozent erreichte (+ 1,1 %-Pkt.). Somit lagen diese Kennzahlen erstmals wieder über dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der insgesamt hohen Lebenserwartung in Deutschland erscheint es sinnvoll, die relevante Zielgruppe nicht auf das 65. Lebensjahr zu begrenzen. Eine Betrachtung der Bevölkerung ab 15 Jahren ohne obere Altersgrenze gewinnt zunehmend an Bedeutung, da auch ältere Bevölkerungsgruppen aktiv in Fitness- und Gesundheitsanlagen trainieren. Die Penetrationsquote in der Bevölkerung ab 15 Jahren lag im Jahr 2025 bei 17,1 Prozent (+ 0,9 %-Pkt.).

Der durchschnittliche monatliche Mitgliedsbeitrag für eine Standardmitgliedschaft über zwölf Monate betrug 48,55 EUR (brutto) im Jahr 2025, was einem Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kettenbetriebe verzeichneten dabei aufgrund des relativ hohen Anteils an Budgetanbietern den niedrigsten Durchschnittswert von
40,54 EUR, während der Mittelwert bei Einzelanlagen aufgrund eines meist umfassenderen Angebots und geringerer Skaleneffekte bei 59,24 EUR lag. Der durchschnittliche monatliche Mitgliedsbeitrag von Special-Interest-Anlagen sank um 3,3 Prozent auf 80,02 EUR. Dies ist unter anderem auf einen Rückgang der hochpreisigen EMS-Anlagen (-76 Anlagen im Vergleich zu 2024) zurückzuführen, deren durchschnittlicher monatlicher Mitgliedsbeitrag bei 107,41 EUR/Monat lag. 

Anlagen, Mitgliedschaften und Umsatz nach Betriebsstruktur
Anlagen nach Betriebsstruktur

Im Jahr 2025 wuchs das Einzelsegment auf 4.202 Anlagen und legte damit um 2,4 Prozent zu. Damit entfallen 43,6 Prozent aller Anlagen im Gesamtmarkt auf das Einzelsegment. Das Kettensegment wächst auf 3.002 Anlagen und verzeichnet mit 12,6 Prozent den stärksten Zuwachs, getrieben durch weitere Expansion etablierter Kettenbetreiber sowie Smart Gyms. Es bündelt damit 31,1 Prozent der Anlagen im Markt. Auf das Special-Interest-Segment entfallen 25,3 Prozent aller Anlagen. Trotz eines Rückgangs bei EMS-Standorten stieg die Anlagenzahl in diesem Segment im Betrachtungsjahr um 3,6 Prozent auf 2.443.

 

Mitgliedschaften nach Betriebsstruktur

Im Betrachtungsjahr 2025 umfasste das Einzelsegment insgesamt 4,30 Millionen Mitglieder und wuchs damit um 0,17 Millionen gegenüber dem Vorjahr (+ 4,1%). Im Special-Interest-Segment stieg die Mitgliederzahl auf 0,47 Millionen, was einem Wachstum von 6,8 Prozent entspricht. Das Kettensegment beinhaltet mit 7,59 Millionen Mitgliedern die größte absolute Mitgliederzahl mit einem Wachstum von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Kettensegment stieg die Gesamtzahl der Mitglieder im Betrachtungsjahr weiter an. Gleichzeitig sank jedoch die durchschnittliche Mitgliederzahl pro Anlage gegenüber dem Vorjahr von 2.679 auf 2.527. Diese Entwicklung ist u.a.  auf den Anstieg von Smart-Gym-Anlagen (+ 186) zurückzuführen. Diese weisen aufgrund ihrer oftmals kleineren Gesamtflächen eine geringere durchschnittliche Mitgliederzahl pro Anlage auf. 

 

Umsatz nach Betriebsstruktur

Das Kettensegment bleibt der größte Wachstumstreiber. Es erwirtschaftete 3,17 Milliarden EUR (netto) und verzeichnete damit sowohl absolut
(+ 0,27 Mrd. EUR) als auch prozentual (+ 9,3%) den stärksten Zuwachs. Mit einem Anteil von 50,7 Prozent am Gesamtumsatz generierte dieses Segment mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes.

Das Einzelsegment steigerte seinen Umsatz im Jahr 2025 um 0,13 Milliarden EUR auf insgesamt 2,65 Milliarden EUR (netto) und kommt damit auf einen Anteil von 42,4 Prozent am Gesamtmarkt. Im Gegensatz zum Vorjahr erhöhte sich im Betrachtungsjahr auch der Umsatz des Special-Interest-Segments um 0,03 Milliarden EUR auf 0,43 Milliarden EUR (netto). Damit entfallen 6,9 Prozent des Branchenumsatzes auf dieses Segment.

Die Entwicklung im Jahr 2025 lässt sich vor allem durch zwei Faktoren erklären: den Anstieg der Mitgliederzahlen (Mengeneffekt) sowie durchgeführte Beitragsanpassungen (Preiseffekt). Häufig gelten höhere Mitgliedsbeiträge zunächst nur für Neukund:innen, sodass sich die daraus resultierenden Mehreinnahmen zeitlich verzögert in den Umsatzzahlen niederschlagen. Zusätzlich trägt das Wachstum der gesamten Mitgliederbasis zur positiven Umsatzentwicklung bei. 

 

Einordnung der Marktentwicklung durch Methodeneffekte

Das ausgewiesene Wachstum des Gesamtmarkts ist teilweise auf die technisch bedingte Erweiterung der Datengrundlage zurückzuführen (siehe Abschnitt „Methodik“ unten). Die dargestellten „2025 mod.“-Werte zeigen, dass der Gesamtmarkt auch nach der Methodik der Vorjahre ein Wachstum im Bereich der Anlagen, Mitgliedschaften und des Umsatzes erzielte, wenngleich dieses etwas geringer ausfällt. Innerhalb der einzelnen Segmente kann es zu abweichenden Entwicklungen kommen.

Kettenbetriebe in Deutschland

Erneut wurde die Entwicklung der Mitgliedschaften im Kettensegment
(7,59 Mio.) maßgeblich von den Top-10-Kettenbetrieben geprägt, die allein
5,77 Millionen bzw. rund 76 Prozent dieser Kategorie sowie knapp 47 Prozent des Gesamtmarktes ausmachten. Aufgrund der Akquisition von clever fit durch Basic-Fit gibt es erstmal seit 2017 eine neue Zusammensetzung der Top 3: An der Spitze steht weiterhin die RSG Group mit geschätzten 1,37 Millionen Mitgliedern, gefolgt von FitX mit geschätzten 1,0 Millionen Mitgliedern und Basic-Fit mit 829.000 Mitgliedern.

Rang (Vorj.)

Betreiber

Mitgliederzahl in Tsd.1

Anlagenzahl1

1 (1)

RSG Group2

1.366 (- 2,6%)

213 (- 1)

2 (2)

FitX2

1.000 (n/a)

112 (+ 3)

3 (neu)

Basic-Fit3

829 (> 100%)

444 (+ 416)

4 (6)

LifeFit Group3

735 (+ 64,8%)4

202 (+ 31)

5 (5)

all inclusive Fitness

653 (+ 44,5%)

172 (+ 37)

6 (4)

EASYFITNESS3

446 (- 2,8%)5

167 (- 16)6

7 (7)

Kieser3

196 (+ 4,3%)

113 (- 1)

8 (8)

ACISO3

183 (+ 2,2%)

112 (- 8)

9 (9)

Pfitzenmeier UG

182 (+ 2,4%)

48 (- 1)

10 (neu)

wellyou

177 (+ 18,0%)

46 (+ 6)

Anmerkungen: 1) Ungeprüfte Unternehmensinformationen; Entwicklung ggü. dem Vorjahr in Klammern. 2) Mitgliederzahl geschätzt. 3) Ganz oder teilweise Franchisebetrieb. 4) Inkl. Aggregatorenäquivalente (unternehmenseigene Ermittlung). 5) Exkl. Mitglieder von EMS-Anlagen. 6) Exkl. EMS-Anlagen.
Quellen: Unternehmensangaben, Deloitte-Analyse.

 

Insgesamt verzeichneten sieben der zehn Betreiber einen Mitgliederzuwachs, teils getrieben durch M&A-Aktivitäten. Durch die Übernahme von clever fit erzielte Basic-Fit hierbei den stärksten Zuwachs und vergrößerte seine Mitgliederbasis um ca. 797.000. Wie bereits im Vorjahr verzeichnete die LifeFit Group ein starkes Mitglieder- und Anlagenwachstum (+ 18,1%), das vor allem auf die Akquisition von FIT/One (Rang 10 im Vorjahr) zurückzuführen ist, und verbesserte sich um zwei Plätze auf Rang 4. Auch all inclusive Fitness kann auf ein starkes Mitgliederwachstum von rund 201.000 Mitgliedern zurückblicken, unter anderem getrieben durch die Akquisition von FIT STAR sowie Fitness Future, und schließt damit die Top 5 ab. 

RSG Group
FitX
Basic-Fit
LifeFit Group
all inclusive Fitness
EASYFITNESS
Kieser
ACISO
Pfitzenmeier UG
wellyou
Weiteres Anlagen- und Mitgliederwachstum der
Top-10-Kettenbetreiber 

Ein kumuliertes Nettowachstum von 53 Anlagen (+ 3,4%) führte 2025 unter anderem dazu, dass die Top-10-Kettenbetriebe einen Anstieg von insgesamt rund 353.000 Mitgliedschaften (+ 6,5%) verzeichnen konnten. Dieses Wachstum ist insbesondere auf die Expansionen der LifeFit Group und all inclusive Fitness zurückzuführen, die vor allem durch M&A-Aktivitäten ihre Mitgliederzahl auf rund 735 Tsd. bzw. 653 Tsd. Mitglieder steigern konnten und somit beide in den Top 5 des Rankings platziert sind. Das stärkste Anlagen- und Mitgliederwachstum (+ 416 bzw. + 797.000) verbuchte Basic-Fit durch die Akquisition von clever fit. Daneben spielen auch die 2024 neu eröffneten Anlagen eine wesentliche Rolle, deren Mitgliederhochlauf sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung im Jahr 2025 ausgewirkt haben dürfte. Insgesamt wuchs die Mitgliederzahl der Top-10-Ketten im Jahr 2025 ähnlich stark wie im Vorjahr und liegt damit erneut über der Wachstumsrate des gesamten Kettensegments (+ 6,3%) und des Gesamtmarkts (+ 5,6%). Der Marktanteil der Top 10 innerhalb der Kettenbetriebe stieg mit 76,0 Prozent leicht gegenüber dem Vorjahr (75,8%) an und macht somit weiterhin mehr als drei Viertel der Mitglieder aller Kettenbetriebe in Deutschland aus. Im Verhältnis zum Gesamtmarkt stieg der Marktanteil der Top 10 im Vergleich zum Vorjahr auf 46,7 Prozent an (+ 0,4%-Pkt.) und erreichte somit den höchsten Stand seit Publikation dieser Studienreihe.

Das Anlagenwachstum der Top‑10‑Ketten wurde 2025 maßgeblich von der LifeFit Group, all inclusive Fitness und wellyou geprägt. Dabei verzeichnete all inclusive Fitness mit einem Plus von 37 Anlagen (+ 27,4%) einen starken Zuwachs. Die LifeFit Group erhöhte ihre Anlagenzahl um 31 Standorte
(+ 18,1%), während wellyou sechs neue Anlagen (+ 15,0%) meldete. Durch die Übernahme von clever fit ist Basic-Fit – gemessen an der Anlagenzahl – neuer Marktführer in Deutschland und zählte zum 31. Dezember 2025 über 444 Standorte. Basic-Fit weist somit mehr Anlagen auf als die anderen beiden Top-3-Betreiber (RSG Group und FitX) zusammen.

Positive Entwicklungen der Mitgliederzahlen auch bei weiteren ausgewählten Kettenbetrieben

Neben den Top 10 konnten weitere ausgewählte Kettenbetreiber eine positive Mitgliederentwicklung verzeichnen. Just Fit verbuchte einen leichten Zuwachs auf rund 45.000 Mitglieder. Dieser Anstieg ist unter anderem auf vier neue Anlagen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Anfang 2026 gab die LifeFit Group die Übernahme der Just Fit Gruppe mit insgesamt 21 Anlagen bekannt. Diese Transaktion liegt zwar außerhalb des Betrachtungszeitraums dieser Studie, unterstreicht jedoch die zunehmende Marktkonsolidierung in diesem Segment. Dahinter folgen David Lloyd Meridian mit rund 43.000, die mit der Übernahme von Aspria in Q1 2026 bereits weiteres Wachstum realisiert haben, und Bodystreet mit rund 31.000 Mitgliedern per Dezember 2025, wobei Letzterer einen Rückgang um vier Anlagen auf insgesamt 236 Standorte meldete. 

 

Mitglieder- und Anlagenzahl weiterer ausgewählter Betreiber

Betreiber

Mitgliederzahl in Tsd.1

Anlagenzahl1

Just Fit

45 (+ 2,3%)

32 (+ 4)

David Lloyd Meridian Spa & Fitness

43 (+ 0,4%)

8 (-)

Bodystreet2

31 (+ 1,0%)

236 (- 4)

Anmerkungen: 1) Ungeprüfte Unternehmensinformationen; Entwicklung ggü. dem Vorjahr in Klammern. 2) Ganz oder teilweise Franchisebetrieb.
Quellen: Unternehmensangaben, Deloitte-Analyse.

 

Interview mit Stephan Schulan, Gründer und CEO von all inclusive Fitness

Für die diesjährige Studie wurde ein Interview mit Stephan Schulan, Gründer und CEO von all inclusive Fitness, geführt. Im Interview spricht er über seine Einschätzung zu aktuellen und zukünftigen Marktentwicklungen, Wachstumsstrategien, M&A Aktivitäten und die Zusammenarbeit mit Private Equity Unternehmen, die zunehmende Bedeutung von Gesundheitsförderung und Mitgliederbindung für die Branche sowie zentrale Trends und Treiber im deutschen Fitnessmarkt.

Deloitte: all inclusive Fitness ist die am stärksten wachsende Fitnesskette im Budget-Segment in Deutschland. Zum 31. Dezember 2025 trainierten mehr als 650.000 Mitglieder in 172 Anlagen. Sie verfolgen das Ziel, bis 2028 die Marke von einer Million Mitgliedern zu erreichen. Welche Faktoren sind aus Ihrer Sicht ausschlaggebend für dieses schnelle Wachstum? Welche Herausforderungen gilt es dabei zu bewältigen?

Stephan Schulan: Das Wachstum von all inclusive Fitness basiert maßgeblich auf einer zunehmenden Konsolidierung des deutschen Fitnessmarktes und unserer klaren strategischen Positionierung. Viele kleinere und mittelgroße Betreiber orientieren sich neu und suchen einen verlässlichen Partner für die Unternehmensnachfolge. Gleichzeitig agieren wir sehr diszipliniert und steuern unser Wachstum bewusst und kontrolliert. Jede Anlage wird als eigenständiges Profitcenter betrachtet und jeder Zukauf strategisch, operativ und strukturell geprüft. Die größte Herausforderung besteht darin, starkes anorganisches Wachstum mit einem stabilen Bestandsgeschäft zu verbinden und eine gleichbleibend hohe Qualität in allen Anlagen für unsere Mitglieder sicherzustellen. Organisches Wachstum ist zwar punktuell möglich, der Wachstumspfad von all inclusive Fitness wird jedoch in erster Linie M&A‑getrieben sein.

Deloitte: Im Jahr 2024 verzeichnete der europäische Fitnessmarkt mit 30 Transaktionen ein historisch hohes Niveau an M&A Aktivitäten. Dieses hohe Niveau bestätigte sich in 2025 (27 Transaktionen) und es zeichnet sich eine zunehmende Marktkonsolidierung ab. Wie bewerten Sie diese Entwicklung in Bezug auf den deutschen Fitnessmarkt?

Stephan Schulan: Die Entwicklung im deutschen Fitnessmarkt bewerten wir sehr positiv. Das hohe M&A‑Niveau spiegelt die zunehmende Professionalisierung und strukturelle Reife des Marktes wider. Größere Skaleneffekte, klarere Strukturen und steigende Investitionsbedarfe begünstigen die fortschreitende Konsolidierung, insbesondere bei größeren Ketten. Langfristig wird sich der Markt meines Erachtens auf einige wenige große Ketten konzentrieren, ergänzt durch leistungsstarke Einzelbetreiber, die weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht unausweichlich und wird die Qualität, Transparenz und Skalierbarkeit des Angebots insgesamt weiter erhöhen.

Deloitte: all inclusive Fitness war zuletzt im Bereich M&A sehr aktiv und hat mit FIT STAR und Fitness Future zwei bedeutende Fitnessketten akquiriert. Welche Vorteile sehen Sie in dieser Buy-and-Build-Strategie? Welche Kriterien sind für Sie bei der Bewertung potenzieller Übernahmekandidaten bedeutend?  

Stephan Schulan: Unsere Buy‑and‑Build‑Strategie ist klar auf nachhaltiges und strukturiertes Wachstum ausgerichtet. Entscheidend ist für uns die strategische Passfähigkeit – sowohl in bestehenden Märkten als auch bei der Expansion in neue Regionen. Dabei verfolgen wir keinen Satelliten‑Ansatz, sondern integrieren neue Standorte systematisch in unser bestehendes Netzwerk. Neben Standortqualität und wirtschaftlichen Kennzahlen spielt der kulturelle Fit eine zentrale Rolle. Wir achten besonders darauf, bestehende Teams zu übernehmen, die unsere Werte teilen und das Mitglied konsequent in den Mittelpunkt stellen. 

Deloitte: Private-Equity-Investoren zeigen seit vielen Jahren großes Interesse am deutschen Fitnessmarkt. Was macht den Markt aus Ihrer Sicht so attraktiv für Finanzinvestoren? Welche Vorteile ergeben sich für all inclusive Fitness aus der Zusammenarbeit mit der Private-Equity-Gesellschaft NORD Holding?

Stephan Schulan: Internationale Investoren erkennen zunehmend das strukturelle Wachstumspotenzial des deutschen Fitnessmarktes. In diesem Kontext bietet die Zusammenarbeit mit der NORD Holding für all inclusive Fitness sowohl finanzielle als auch strategische Vorteile. Die Finanzierungsstruktur ermöglicht hohe Flexibilität auch bei schneller Expansion, ohne einzelne Standorte separat finanzieren zu müssen. Ergänzend profitieren wir von der internationalen Markt‑ und Investorenexpertise der NORD Holding. Der neu aufgesetzte Continuation Fund erweiterte zusätzlich unseren strategischen Handlungsspielraum. Die neue Eigentümerstruktur bringt zusätzliches Wachstumskapital, eine stabile Gesellschafterbasis und langfristige Stabilität, um Expansion, Investitionen und operative Weiterentwicklung konsequent voranzutreiben. 

Deloitte: Das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung nimmt spürbar zu. Entsprechend sind Fitnessanlagen neben klassischen Gesundheitseinrichtungen zu einem zentralen Bestandteil der Präventions‑ und Gesundheitsstrategie vieler Menschen geworden, was sich unter anderem in steigenden Mitgliederzahlen und Penetrationsquoten widerspiegelt. Wie definieren Sie den konkreten Beitrag von all inclusive Fitness zur Gesundheitsförderung in Deutschland? 

Stephan Schulan: Mit der heutigen Größe von all inclusive Fitness geht eine wachsende gesellschaftliche Verantwortung einher, die wir sehr ernst nehmen. Wir verstehen uns klar als Gesundheits‑ und Bewegungsanbieter mit dem Anspruch, ein breites, flächendeckendes und zugleich niederschwelliges Angebot zu schaffen. Ein zentraler Beitrag zur Gesundheitsförderung besteht darin, Hemmschwellen abzubauen und Fitness dort verfügbar zu machen, wo bisher kein adäquates Angebot bestand. Darüber hinaus verstehen wir uns als aktiven Teil der Weiterentwicklung der Branche und bringen uns über den reinen Anlagenbetrieb hinaus in übergeordnete gesundheitsbezogene Fragestellungen ein – nicht zuletzt als Schirmherr der Initiative „United let’s move“ im Jahr 2025. Auch ich als CEO leiste meinen Beitrag zur verantwortungsvollen Weiterentwicklung der Branche, etwa durch meine Funktion als Ausschussmitglied des DSSV oder als Vorstandsmitglied beim DIFG. Das übergreifende Ziel aller Bemühungen ist es, Bewegung und Prävention langfristig als festen Bestandteil der Gesundheitslösung zu verankern.

Deloitte: Trainingsumgebungen sollen heute nicht nur funktional, sondern vor allem flexibel, digital unterstützt und stärker an den individuellen Lebensstil der Trainierenden angepasst sein. Welche zentralen Veränderungen im Nutzerverhalten beobachten Sie aktuell? Welche Maßnahmen erweisen sich aus Ihrer Sicht als besonders wirksam, um neue Mitglieder zu gewinnen und diese langfristig zu binden?

Stephan Schulan: Wir beobachten, dass die Zielgruppen jünger werden und die Trainingsfrequenz in den Anlagen steigt. Nutzer:innen erwarten heute flexible Vertragsmodelle, zeitgemäße Trainingsumgebungen und digitale Basisfunktionen. Entscheidend für eine nachhaltige Mitgliederbindung ist ein überzeugendes Trainingserlebnis, das durch attraktive und flexible Vertragsmodelle sinnvoll ergänzt wird. all inclusive Fitness kombiniert moderne Geräte, relevante Trainingsformate und ausgewählte digitale Services mit hoher operativer Qualität. Ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt dabei der Mensch: gut ausgebildete, präsente Teams schaffen Motivation, Sicherheit und Beziehung. Die Kombination aus Angebot, Umfeld und persönlicher Betreuung ist aus unserer Sicht der Schlüssel für langfristige Mitgliederbindung.

Deloitte: „United let’s move“ ist ein Zusammenschluss vieler Fitnessanlagenbetreiber und Teil der von der Europäischen Kommission ins Leben gerufenen Europäischen Woche des Sports, die jährlich im September stattfindet und Millionen Menschen in Bewegung bringt. Ziel der Initiative ist es, Bewegung für alle Menschen so einfach und niedrigschwellig wie möglich zugänglich zu machen. Im vergangenen Jahr übernahm all inclusive Fitness die Schirmherrschaft für diese Initiative, die es Personen ermöglichte, eine Woche lang in über 8.000 Standorten in Deutschland kostenlos zu trainieren. Wie war die Resonanz dieser Initiative? Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine starke Zusammenarbeit innerhalb der Fitnessbranche, um die Bedeutung von Fitness‑ und Gesundheitsangeboten sichtbarer in der Öffentlichkeit zu machen und gegenüber der Politik wirkungsvolle Lobby‑ und Aufklärungsarbeit zu leisten?

Stephan Schulan: Die Resonanz auf „United let’s move“ war im Jahr 2025 überaus positiv – sowohl bei der Anzahl teilnehmender Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen als auch bei der Anzahl der Personen, die die Trainingsangebote in Anspruch nahmen, wurden Rekordergebnisse erzielt. Das zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial entsteht, wenn die Fitnessbranche geschlossen auftritt. Der niedrigschwellige Zugang zu Bewegung erzielte eine hohe Reichweite und brachte viele Menschen erstmals oder erneut mit Fitness in Kontakt. Solche Initiativen stärken die öffentliche Wahrnehmung der Branche und erhöhen zugleich politische Relevanz. Eine enge branchenweite Zusammenarbeit ist aus unserer Sicht entscheidend, um langfristig wirksame Aufklärungs‑ und Lobbyarbeit zu leisten und die Bedeutung von Bewegung und Prävention nachhaltig im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.

Deloitte: Abschließend interessiert uns Ihre Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung des deutschen Fitnessmarktes. Was werden zukünftige Trends und Markttreiber sein?

Stephan Schulan: Die Entwicklung des deutschen Fitness‑ und Gesundheitsmarktes ist nachhaltig positiv. Steigendes Gesundheitsbewusstsein, demografische Entwicklungen und eine weiterhin vergleichsweise niedrige Marktdurchdringung bieten erhebliches Wachstumspotenzial. Zentrale Treiber sind die weitere Professionalisierung der Branche, neue Trainingsformate sowie die gezielte Integration digitaler Elemente. Gleichzeitig gewinnen Trendsportarten mit niedrigen Einstiegshürden an Bedeutung, da sie neue Zielgruppen an Bewegung heranführen und damit auch zusätzliche Kanäle zur Fitnessbranche schaffen. Entscheidend wird sein, Fitness klar als Bestandteil der Gesundheitslösung zu verankern und nicht als reine Freizeitaktivität zu betrachten. 

Deutscher Aggregatoren-Markt wächst weiter stark

Der Markt für Aggregatoren in Deutschland setzt seinen dynamischen Wachstumskurs fort. Nach mehreren Jahren zweistelliger Zuwächse konnte das kumulierte Partnernetzwerk 2025 auf rund 52.300 Partnerstandorte1 (+ 31%) ausgebaut werden. Parallel dazu wuchs die Zahl der Aggregatoren-Mitglieder weiter kräftig. Die Aggregatoren in Deutschland bringen etwa 1,47 Millionen zusätzliche Trainierende in den deutschen Gesundheits- und Fitnessmarkt (B2C und B2B), was einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Darüber hinaus wird angenommen, dass die Aggregatoren rund 20-30 Prozent zusätzliche Mitglieder in ihrem Bestand haben, die nicht regelmäßig Fitnessangebote nutzen, sondern ihr Nutzungsverhalten auf z.B. Schwimmbäder, Yoga- und Pilates-Studios oder Boulderhallen konzentrieren. Auch die wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht die positive Dynamik im Markt. Über alle Mitglieder hinweg generierten die Aggregatoren in Deutschland einen Umsatz i.H.v. schätzungsweise 700-800 Millionen Euro.

Anmerkung: 1) Ein Standort kann Partnerschaften mit mehreren Aggregatoren haben.

Gemessen an der Größe des Partnernetzwerks sind EGYM Wellpass (B2B), Hansefit (B2B), Wellhub (B2B) sowie die im Jahr 2025 von Wellhub akquirierte Plattform Urban Sports Club (B2C und B2B) weiterhin die vier größten Aggregatoren in Deutschland (Reihenfolge nicht indikativ für eine Größenordnung). Insgesamt machen die vier genannten Aggregatoren über 85 Prozent der Gesamtanzahl an Partneranlagen aus.

Nachdem der Aggregatoren-Markt im Jahr 2024 von vielen Finanzierungsrunden geprägt war, gab es 2025 zwei Transaktionen, die für dieses Segment von großer Bedeutung waren.

Der im September 2025 vollzogene Zusammenschluss von Urban Sports Club und Wellhub stärkte die Konsolidierung im europäischen Corporate-Wellbeing-Sektor und erweiterte die europäische Reichweite von Wellhub. Beide Marken werden zunächst weiterhin eigenständig auf dem Markt agieren, während Wellhub sich exklusiv auf die B2B-Strategie konzentriert und Urban Sports Club seine bewährten Angebote sowohl im B2B- als auch im B2C-Segment beibehält.

Zudem erwarb Hansefit Anfang 2025 den auf gesundheitsbezogene Bonus- und Aktivierungsprogramme spezialisierten Anbieter i-gb (Initiative - Gesunder Betrieb). Die Akquisition erweitert das Portfolio von Hansefit im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung und stärkt seine Marktposition, insbesondere in Deutschland. Des Weiteren akquirierte die Epassi Group, zu der auch Hansefit gehört, Belonio, einen digitalen Multi-Benefit-Anbieter in Deutschland. 

M&A-Aktivität im europäischen Fitnessmarkt auf Rekordniveau

Nachdem die Anzahl der M&A-Transaktionen im europäischen Fitnessmarkt in den Jahren 2022 (13 Transaktionen) und 2023 (12 Transaktionen) unter anderem wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten, Inflation und höheren Zinsen relativ niedrig war, markierte das Jahr 2024 eine Trendwende: Mit 30 Transaktionen wurde ein neues Rekordhoch erreicht. Dieses hohe Level an M&A-Aktivität setzte sich im Jahr 2025 mit insgesamt 27 Transaktionen fort.

Gleichzeitig ist die durchschnittliche Anlagenzahl pro Transaktion im Jahr 2025 mit 35 Anlagen gegenüber dem Vorjahr (22 Anlagen) gestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Akquisition von clever fit durch Basic-Fit zurückzuführen, die mit 493 Anlagen die größte Transaktion in Europa seit Beginn dieser Studienreihe darstellt.

Anmerkung: Für diese Studie wurden nur Transaktionen berücksichtigt, an denen europäische stationäre Fitnessunternehmen beteiligt waren und bei denen mindestens vier Fitnessanlagen sowie mindestens 50 Prozent der Anteile des Zielunternehmens erworben wurden.

 

M&A Transaktionen stationärer Betreiber im deutschen Markt

Der deutsche Fitnessmarkt bleibt ein zentraler Schauplatz für M&A‑Aktivitäten in Europa. 2025 war bei neun der 27 Transaktionen – und damit rund einem Drittel – im europäischen Fitnessmarkt mindestens ein deutscher Akteur beteiligt. Bei den meisten dieser Transaktionen stand ein strategischer Investor, also ein weiterer Marktteilnehmer, auf der Käuferseite.

Ökosystem der Fitnessindustrie1

Der deutsche Fitnessmarkt lässt sich grundsätzlich in fünf verschiedene Bereiche unterteilen: Outdoor, Indoor, Digital, weitere Anbieter sowie Aggregatoren. Diese Bereiche umfassen wiederum einzelne Sub-Segmente. Die Marktzahlen, die im Rahmen dieser Studie präsentiert und analysiert werden, beziehen sich dabei auf folgende Segmente innerhalb des Indoor-Bereichs: Budget, Medium, Premium, Boutique, Special Interest und Medizinisch. Zudem werden Aggregatoren im Rahmen dieser Studie betrachtet.

Archiv

Der deutsche Fitnessmarkt 2025 | Studie 2025

Der deutsche Fitnessmarkt 2024 | Studie 2024

Der deutsche Fitnessmarkt 2023 | Studie 2023

Der deutsche Fitnessmarkt 2022 | Studie 2022

Der deutsche Fitnessmarkt 2021 | Studie 2021

Der deutsche Fitnessmarkt 2020 | Studie 2020

Neben der Studie zum deutschen Fitnessmarkt erhebt die Sport Business Gruppe von Deloitte in Zusammenarbeit mit dem europäischen Fitnessverband EuropeActive auch Informationen zum europäischen Fitnessmarkt. Die entsprechende Studie „European Health & Fitness Market Report“ wird jährlich veröffentlicht und wird von EuropeActive vertrieben. Kontaktdaten sowie weitere Informationen zur Studie erhalten Sie auf der Webseite: http://www.europeactive.eu/

Die vorliegende Marktstudie basiert auf Daten, welche vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Deloitte direkt von den Betreibern von Fitnesseinrichtungen erhoben wurden. Zudem wurden Informationen aus Sekundärquellen verwendet, um beispielsweise Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der Fitnessbranche und weiteren relevanten Rahmenbedingungen zu untersuchen.

Die Sport Business Gruppe von Deloitte begleitet seit über 25 Jahren die Entwicklung der deutschen Fitnessbranche. Mit Beginn der Zusammenarbeit zwischen Deloitte, dem DSSV und der DHfPG im Jahr 2013 wurde, basierend auf der Zusammenführung der jeweiligen Marktuntersuchungen, eine detaillierte Analyse der Anzahl und Verteilung von Fitnesseinrichtungen durchgeführt. Grundlage bildet eine Vollerhebung aller kommerziellen Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland. Insgesamt wurden 9.647 Anlagen in die Untersuchung einbezogen und bilden die Grundgesamtheit der Analyse (Stichtag 31. Dezember 2025). Zur Durchführung der Studie erfolgte – wie in den Vorjahren – eine separate Befragung von Einzelbetrieben sowie Ketten- und Franchiseunternehmen. Beide Gruppen wurden mittels eines Online-Fragebogens befragt, der jeweils an die spezifische Struktur der Unternehmen angepasst wurde. Die Befragung startete am 12. November 2025; für Kettenbetriebe erfolgte ab dem 15. Dezember 2025 ein ergänzendes telefonisches Nachfassen. Die Datenerhebung endete für Einzelbetriebe am 19. Januar 2026, Rückmeldungen der Kettenzentralen wurden bis zum 31. Januar 2026 berücksichtigt.

Mit 265 verwertbaren Einzeldatenerhebungen und einer Beteiligung von Kettenbetreibern mit 2.903 Betriebsstätten und damit insgesamt 3.168 Datensätzen der 9.647 Anlagen (Teilnehmerquote: 32,8%) wurde die geforderte Mindestanzahl an verwertbaren Rückläufern von 620 zur Sicherung der Repräsentativität der Ergebnisse weit übertroffen.

Die Anzahl der Anlagen wurde über eine Vollerhebung bestimmt. Grundlage hierfür war der umfassende und kontinuierlich gepflegte Adresspool des DSSV, der durch zusätzliche Recherchen des DSSV, von Deloitte sowie der DHfPG ergänzt wurde. In der Eckdatenstudie 2026, auf der die Marktzahlen in dieser Studie überwiegend basieren, wurden zudem Daten des Fachverlags fitness MANAGEMENT berücksichtigt. Dieser setzt seit 2024 eine technische Schnittstelle ein, die einen systematischen Abgleich der Erhebungsdaten mit den in Google Maps verfügbaren Informationen ermöglicht. Durch diese erweiterte und präzisierte Form der Datengewinnung konnte die Datenbasis weiter verbessert werden. Dadurch wurden Anlagen identifiziert, die bislang nicht in der Grundgesamtheit enthalten waren. Die beobachteten Veränderungen einzelner Kennzahlen – insbesondere der Anlagenzahl – resultieren daher sowohl aus der tatsächlichen Marktentwicklung als auch aus der technisch bedingten Erweiterung der Datengrundlage. Um die zeitliche Entwicklung weiterhin transparent und nachvollziehbar darzustellen, wird für das Jahr 2025 ergänzend ein modifizierter Wert ausgewiesen, der nach der bisherigen Methodik berechnet wurde („2025 mod.“). Für die Einordnung der aktuellen Marktsituation ist jedoch der nach der neuen Methodik ermittelte Wert maßgeblich, da dieser die gegenwärtige Realität präziser widerspiegelt. Auf diesen Wert wird in den Ausführungen dieser Studie Bezug genommen.

Zur Ermittlung des Gesamtumsatzes der Branche wurden die Umsatzangaben der Betreiber auf Basis ihrer Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) als Grundlage herangezogen.

Informationen zu einzelnen Unternehmen basieren in der Regel auf von den Unternehmen erhaltenen Angaben. Sollten keine Informationen zur Verfügung gestellt worden sein und es sich nicht um öffentliche Informationen handeln, sind die Angaben als Schätzung mithilfe von Fußnoten ausgewiesen.Falls neue Werte für vergangene Jahre durch den Zugang zu neuen Informationen erzielt wurden, wurden die historischen Zahlen gegebenenfalls angepasst.

Die Zahlen in dieser Studie sind typischerweise auf zwei Nachkommastellen für absolute und eine Nachkommastelle für prozentuale Werte gerundet. Es kann daher bei einzelnen Summen zu rundungsbedingten Abweichungen kommen. 

Aggregatoren

Aggregatoren sind Dienstleistungsunternehmen, die Fitness-, Gesundheits- und weitere Anlagentypen unabhängig von Standort, Segment oder Positionierung zu Netzwerken zusammenfassen. Der Kunde erwirbt eine Mitgliedschaft bei einem Aggregator und erhält damit die Berechtigung, die Angebote der partizipierenden Anlagen standortunabhängig zu nutzen.

Anlagen - Einzelbetriebe

Fitness - und Gesundheitsanlagen mit mindestens einer und maximal vier Betriebsstätten. Ein Einzelbetrieb ist definiert als eine Einrichtung, die über einen Gesundheits- und Fitnessraum mit Krafttrainingsgeräten und (optional) Herz-Kreislauf-Geräten verfügt. Die Einrichtung muss für die allgemeine Öffentlichkeit entweder auf Pay-per-Visit-Basis oder auf Mitgliedschaftsbasis zugänglich sein.

Anlagen - Kettenbetriebe

Eine Fitnesskette ist definiert als ein Unternehmen, das fünf oder mehr Fitnessanlagen betreibt. Hinzu kommt in der Regel einheitliches Auftreten am Markt. Eine Kette kann Anlagen im Eigenbetrieb oder als Franchise-Konzept führen.

Anlagen – Special-Interest-Betriebe

Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, die in der Regel in kleinerem Umfang betrieben werden und ein bestimmtes Marktsegment und/oder eine bestimmte Zielgruppe mit einem maßgeschneiderten Serviceangebot bedienen, wie z. B. Fitnessanlagen nur für Frauen, EMS-Anlagen (Elektrische Muskelstimulation), CrossFit und Yoga und Pilates.

B2B & B2C

Es gibt Aggregatoren, die einerseits direkt mit Endverbraucher:innen (Privatpersonen) Verträge abschließen (B2C), und andererseits Aggregatoren, die mit Unternehmen Verträge eingehen, die ihren Mitarbeitenden dann die Nutzungsrechte gewähren (B2B).

EMS

Abkürzung für Elektromyostimulation. Hierbei werden Stromimpulse, durch auf der Haut angebrachte Elektroden, an die zu trainierende Muskulatur geleitet. Dadurch kommt es zu einer Kontraktion der unter den Elektroden befindlichen Muskulatur.

Franchise

Beim Franchising stellt ein Franchisegeber einem Franchisenehmer die Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Der Franchisenehmer ist wirtschaftlich eigenständig.

Marktgröße

Kumulierte Nettoeinnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und zusätzlichen Erlösquellen wie beispielsweise Tageskarten, Personal Training oder Thekenverkäufen der Fitnessanbieter.

Monatsbeitrag und Gebühren

Diese werden als Bruttosumme dargestellt, d. h. inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Bei den Monatsbeiträgen wird immer von einer 12-monatigen Vertragslaufzeit ausgegangen.

Preissegment – Budget

Die Monatsbeiträge (brutto) reichen bis in etwa zu 40 EUR.

Preissegment – Medium

Die Monatsbeiträge (brutto) befinden sich zwischen in etwa 40 und 75 EUR.

Preissegment – Premium

Die Monatsbeiträge (brutto) befinden sich oberhalb von 75 EUR.

Penetrationsquote

Anteil der Mitglieder in Fitness- und Wellnessanlagen gemessen an der Gesamtpopulation eines Gebiets in Prozent.

Smart-Gyms

Fitness- und Gesundheitsanlagen mit einer hohen Automation. Die Prozesse in diesen Anlagen weisen einen hohen Digitalisierungsgrad auf, was in einem geringeren Personalaufwand resultiert. Zudem werden diese Anlagen meist auf kleineren Flächen betrieben.

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 

Sport Business Gruppe
Erna-Scheffler-Straße
40476 Düsseldorf 
Tel: +49 211 8772 8606 
E-Mail: sportbusiness@deloitte.de 
www.deloitte.com/de/fitness

Autoren und Teammitglieder: Stefan Ludwig, Steffen Gausselmann, Tobias Henneke, Mandy Brockskothen, Brendan Tömmes, Leslie Lührs

April 2026

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