Für die Studie „Women @ Work – A Global Outlook 2025“ hat Deloitte weltweit 7.500 berufstätige Frauen aus 15 Ländern, darunter 500 Arbeitnehmerinnen aus Deutschland, zu ihren Erfahrungen und Herausforderungen bei der Arbeit befragt sowie zu den Aspekten ihres Lebens, die in Wechselwirkung zu ihrer Arbeit stehen, wie etwa ihre Gesundheit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Rückkehr ins Büro schreitet weiter voran. Dies hat dazu geführt, dass im Befragungszeitraum weltweit fast ein Viertel der betroffenen Frauen ihre wöchentliche Arbeitszeit reduziert hat, in Deutschland waren es 20 Prozent. Im globalen Durchschnitt geben 45 Prozent der befragten Frauen, die bislang hybrid oder vollständig in Präsenz gearbeitet haben, an, dass ihre Arbeitgeber kürzlich die Rückkehr ins Büro angeordnet haben – in Deutschland sind es mit 53 Prozent noch etwas mehr.
Von den hierzulande Befragten arbeiten 45 Prozent vollständig vor Ort im Unternehmen, 44 Prozent hybrid und 11 Prozent ausschließlich remote bzw. im Home-Office. Für ein Viertel der Frauen, deren Arbeitgeber kürzlich eine Rückkehr ins Büro eingeführt haben, hat diese Regelung negative finanzielle Auswirkung, etwa aufgrund der für den Arbeitsweg anfallenden Fahrtkosten oder der Notwendigkeit, kostenpflichtige Angebote zur Kinderbetreuung in Anspruch nehmen zu müssen.
Wenn Erwartungen von Mitarbeitenden hinsichtlich Karriereentwicklung, flexibler Arbeitszeiten und Work-Life-Balance nicht erfüllt werden, wirkt sich dies negativ auf die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und auf die Mitarbeiterbindung aus. Die Studie zeigt: Die Mehrheit der weltweit befragten Frauen geht davon aus, dass sie zwei Jahre oder weniger bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben werden (47% in Deutschland, 39% global). Weltweit nennen 30 Prozent der Frauen, die einen Jobwechsel erwägen, als Hauptgrund dafür die mangelnde Work-Life-Balance in ihrem gegenwärtigen Arbeitsverhältnis – in Deutschland sind dies sogar 40 Prozent. Der zweitwichtigste Grund ist für 35 Prozent hierzulande fehlende Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Und wie sieht es bei jenen aus, die tatsächlich gekündigt und den Job gewechselt haben? Hier waren die drei Hauptgründe der Mangel an Work-Life-Balance, die Höhe des Gehalts und fehlende Aufstiegschancen.
26 Prozent der Frauen, die für die Studie in Deutschland befragt wurden, bewerten ihr psychisches Wohlbefinden als schlecht, und 35 Prozent geben an, dass ihr Stresslevel höher ist als vor einem Jahr. 19 Prozent haben im vergangenen Jahr aufgrund psychischer Belastungen eine Auszeit von der Arbeit genommen. Lediglich 38 Prozent erhalten von ihrem Arbeitgeber angemessene Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit, und nur ein Drittel fühlt sich wohl dabei, in der Arbeit über ihre psychische Verfassung zu sprechen.
Neben den psychischen Belastungen haben bei der Arbeit auch Einschränkungen des körperlichen Wohlbefindens einen Einfluss darauf, wie Frauen ihre berufliche Tätigkeit wahrnehmen. Ein Drittel der in Deutschland befragten Frauen gibt an, dass sie unter während der Arbeit auftretenden Regelschmerzen leiden, und 14 Prozent haben sich aus diesem Grund im vergangenen Jahr bereits einmal krankgemeldet oder frei genommen. Und von den Frauen, die von Beschwerden in den Wechseljahren betroffen sind, sagen 48 Prozent, dass diese sie in ihrem Wohlbefinden und bei ihrer Arbeit erheblich einschränken. In dieser Gruppe liegt die Rate derer, die schon einmal aufgrund ihrer Symptome der Arbeit ferngeblieben sind, bei 39 Prozent.
Für viele Arbeitnehmerinnen stellt die Kombination aus beruflichen und privaten Verpflichtungen eine Belastung dar – und auch im Jahr 2025 ist die Aufgabenverteilung im Haushalt und in der Familie noch längst nicht in allen Bereichen paritätisch. So geben von den berufstätigen in Deutschland befragten Frauen, die in einer Beziehung leben, durchschnittlich 57 Prozent an, dass sie die größere Verantwortung für die Kinderbetreuung tragen. 49 Prozent kümmern sich stärker um die häusliche Pflege pflegebedürftiger Angehöriger, 51 Prozent machen mehr im Haushalt als ihre Partner, häufiger die Einkäufe übernehmen 47 Prozent. Und selbst bei jenen berufstätigen Frauen, die den Hauptteil des Einkommens verdienen, tragen 42 Prozent mehr Verantwortung für die Hausarbeit als ihre Partner.
Nicht nur die oben genannten Aspekte des Familienlebens haben Auswirkungen auf die Work-Life-Balance, auch die Belastungen durch Alltagssorgen sind hier relevant. 53 Prozent der in Deutschland Befragten machen sich Sorgen um die hohen Kosten für Kinderbetreuung und Pflege, dies ist ein deutlich höherer Anteil als der weltweite Durchschnitt von 41 Prozent. Ebenfalls besonders wichtig für Arbeitnehmerinnen hierzulande: Die Sorge um die finanzielle Sicherheit mit 50 Prozent der Nennungen sowie das Thema MentalHealth (46%).
Deloitte Global hat zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 7.500 Frauen aus sieben Branchen und 15 Ländern (Australien, Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Kenia, Mexiko, Norwegen, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten) befragt. Von den 500 Studienteilnehmerinnen aus Deutschland arbeiten 92 Prozent in Vollzeit und 8 Prozent in Teilzeit.