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Dienstradleasing unter Druck, aber widerstandsfähig

Wirtschaftliches Klima und hohe Rabatte beim Fahrradkauf lassen Verbraucher zögern

  • Marktabkühlung: Umsatz im Dienstradleasing sinkt das zweite Jahr in Folge auf nun 2,8 Milliarden Euro. 
  • Vertragsbindung und Arbeitgeberwechsel sind die größten Bedenken hinsichtlich des betrieblichen Fahrradleasings. 
  • Wachstumspotenzial vorhanden: 22,6 Millionen Menschen sind berechtigt, doch nur 2,4 Millionen leasen derzeit über den Arbeitgeber. 

München, 11. März 2026 — Die schwächelnde Konjunktur in Deutschland wirkt sich auf das Dienstradleasing aus: Der Marktumsatz war 2025 das zweite Jahr in Folge leicht rückläufig, nachdem er zwischen 2021 und 2023 noch stark gewachsen war (CAGR +40%). Im vergangenen Jahr betrug er 2,8 Milliarden Euro – rund vier Prozent weniger als 2024 (2,9 Mrd. Euro). Entsprechend ging die Zahl der neu geleasten Fahrräder 2025 zurück und lag bei rund 720.000. Das sind 30.000 weniger als im Vorjahr. Dies zeigt die heute veröffentlichte Dienstradleasing-Studie von Deloitte und dem Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad. Die Daten stammen von neun Dienstradleasing-Anbietern, die rund 85 Prozent des Marktes abdecken, sowie von einer Verbraucherbefragung. Die fehlenden Marktdaten wurden auf Basis von Händlerinformationen auf den Gesamtmarkt hochgerechnet. 

Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte, erklärt: „Aufgrund des wirtschaftlichen Klimas zögern die Menschen, größere Investitionen in Konsumgüter wie konventionelle Fahrräder und E-Bikes zu tätigen. Dementsprechend haben die Händler nach wie vor volle Lager, was zu Rabatten führt und den Kauf eines hochwertigen Fahrrades auch ohne Dienstradleasing ermöglicht.“

Für die Studie wurden Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt, welche Bedenken sie hinsichtlich des Dienstradleasing haben. An erster und zweiter Stelle nannten die Befragten die Vertragsbindung (38%) und einen möglichen Arbeitgeberwechsel (31,5%). Für das Fahrradleasing spricht hingegen, dass Wartung und Service inklusive sind (38,1%) und im Vergleich zum Kauf hohe Einmalkosten vermieden werden (37,7%). Aktuell planen laut der Befragung 17 Prozent, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Fahrrad zu leasen.  

Wachstumspotenzial längst nicht ausgeschöpft

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage ist die Zahl der Arbeitgeber, die Dienstradleasing anbieten, im Jahr 2025 um rund 20 Prozent auf 342.000 gestiegen (2024: 287.000). Somit hat inzwischen rund die Hälfte der Erwerbstätigen (22,6 Mio.) die Möglichkeit, ein Fahrrad zu leasen. Allerdings nutzen nur 2,4 Millionen Menschen dieses Angebot. Derzeit bieten vor allem große Wirtschaftsunternehmen betriebliches Fahrradleasing an, während der öffentliche Dienst und kleinere Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden unterrepräsentiert sind. Letztere machen 97 Prozent aller Betriebe aus.

„Nur ein kleiner Teil der berechtigten Mitarbeitenden nutzt diesen Benefit. Die unsichere wirtschaftlicheLage und damit einhergehende Bedenken, sich vertraglich länger zu binden, bremsen sie bei der Entscheidung für das Dienstradleasing. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, sollten Dienstradleasing-Anbieter verstärkt um mittelständische Unternehmen werben. Zudem sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden noch besser über ihr Angebot informieren. Eine gesunde Lebensführung und eine nachhaltige Mobilität sind zudem Trends, die weiteres Wachstum begünstigen dürften“, so Branchenexperte Stefan Ludwig.

Fahrradbranche profitiert von Dienstradleasing

Die Branche und insbesondere der stationäre Handel profitieren davon, dass sich beim Dienstradleasing überdurchschnittlich viele Menschen für höherpreisige Fahrräder entscheiden. Über den Arbeitgeber geleaste E-Bikes kosten durchschnittlich 3.700 Euro, bei konventionellen Fahrrädern sind es 2.660 Euro – Beratung und Service vor Ort spielen somit eine wichtige Rolle. 86 Prozent der geleasten Bikes stammten 2025 aus dem stationären Handel, bei direkt gekauften waren es lediglich 69 Prozent.

Wasilis von Rauch, CEO von Zukunft Fahrrad, sagt. „Der Leasingmarkt pendelt sich nach dem rasanten Wachstum auf einem hohen und im internationalen Vergleich einmaligen Niveau ein, die Branche bleibt auch unter Druck intakt. Fehlt es jedoch an sicherer Infrastruktur und fahrradfreundlichen Voraussetzungen am Arbeitsplatz, bleibt das ganze Potenzial des Dienstradleasings ungenutzt. Die Politik muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – um mehr Menschen gesunde Mobilität zu ermöglichen und auch die wirtschaftliche Stabilität der Branche langfristig zu sichern.“

Hier finden Sie die ganze Studie