Die 20. Ausgabe der deutschen Auflage der „Deloitte Football Money League“ stellt die umsatzstärksten Fußballclubs der Welt in der Saison 2024/25 dar. Im Mittelpunkt der deutschen Ausgabe stehen die Bundesliga-Vertreter im internationalen Top-Ranking sowie eine Übersicht weiterer Bundesligisten. Analog zum Vorjahr werden auch in dieser Ausgabe die umsatzstärksten Frauenteams analysiert. Die Studie beleuchtet außerdem in einem Exkurs die finanziellen Auswirkungen eines Bundesliga-Abstiegs auf die zentralen Erlösströme von Proficlubs.
Die Top-20-Clubs erzielten in der Saison 2024/25 Gesamteinnahmen von 12,4 Mrd. Euro (exkl. Transferaktivitäten), was einem Anstieg von 1,2 Mrd. Euro bzw. 11 Prozent gegenüber den Top-20-Clubs der Vorsaison entspricht. Damit wurde erstmals die Marke von 12 Mrd. Euro überschritten. Spieltags-, Medien und kommerzielle Erlöse erzielten jeweils neue Rekordwerte, wobei Letztere erstmals ein Volumen von 5 Mrd. Euro übertrafen. Wie bereits im Vorjahr sicherte sich Real Madrid erneut die Spitzenposition mit einem Gesamtumsatz von nahezu 1,2 Mrd. Euro (+11%), gefolgt vom FC Barcelona mit 974,8 Mio. Euro (+27%) und dem FC Bayern München mit 860,6 Mio. Euro (+12%).
Die kumulierten Spieltagerlöse der Top-20-Clubs stiegen im Vergleich zur Vorsaison um 16 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 2,4 Mrd. Euro und waren damit bereits zum vierten Mal in Folge der am stärksten wachsende Erlösstrom. Wesentliche Wachstumstreiber waren insbesondere verbesserte Stadionerlebnisse am Spieltag und Modernisierungen der Stadioninfrastruktur.
Die kumulierten Medienerlöse stiegen in der Saison 2024/25 um 10 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro und machten 38 Prozent des kumulierten Gesamtumsatzes aus. Ausschlaggebend dafür war die erweiterte FIFA-Club-Weltmeisterschaft, woran zehn Clubs der „Deloitte Football Money League“ teilnahmen1. Zudem sorgten die Format- und Teilnehmererweiterungen der drei wichtigsten UEFA-Wettbewerbe für zusätzliches Umsatzwachstum.
Mit 5,3 Mrd. Euro (+9%) blieben die kommerziellen Erlöse das dritte Jahr in Folge die wichtigste Einnahmequelle der „Deloitte Football Money League“-Clubs und steuerten 43 Prozent zum kumulierten Gesamtumsatz (exkl. Transferaktivitäten) in der Saison 2024/25 bei. Getrieben wurde diese Entwicklung durch Neuausrichtungen der Geschäftsmodelle der Clubs, die stärker auf die Nutzung der Stadioninfrastruktur und angrenzenden Flächen an spielfreien Tagen sowie steigende Sponsoringerlöse setzten. Bei den Top-10-Clubs entfielen 48 Prozent des Gesamtumsatzes (exkl. Transferaktivitäten) auf die kommerziellen Erlöse, während diese bei Clubs auf den Positionen 11 bis 20 lediglich 32 Prozent ausmachten.
"Wir sehen eine starke Anpassung der Geschäftsmodelle. Auffällig ist, dass sich vor allem die Clubs in der oberen Tabellenhälfte stärker auf die Entwicklung kommerzieller Umsätze konzentrieren, insbesondere mit Blick auf stagnierende nationale Medienerlöse."
Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe von Deloitte
Wie bereits in den vergangenen Jahren dominiert die Premier League die „Deloitte Football Money League“ weiterhin mit neun der Top-20-Clubs. Mit Ausnahme von Benfica Lissabon, das erstmals seit der Saison 2020/21 (damals Zenit St. Petersburg) wieder einen Club außerhalb der „Big Five“-Ligen in der „Deloitte Football Money League“ repräsentiert, verteilen sich die Top-20-Clubs ausschließlich auf die fünf großen europäischen Ligen.
Zur deutschsprachigen Studie „Deloitte Football Money League 2026“.
Auch auf den Positionen 21 bis 30 der „Deloitte Football Money League“ zeigt sich die wirtschaftliche Stärke der englischen Premier League. Mit sechs der zehn vertretenen Clubs prägen englische Teams das Verfolgerfeld maßgeblich. Unter den Clubs auf den Positionen 21 bis 30 ist Eintracht Frankfurt der einzige deutsche Vertreter. Darüber hinaus sind mit Galatasaray und Fenerbahce zwei Clubs außerhalb der „Big Five“-Ligen im Ranking vertreten.
Zum bereits vierten Mal analysiert die Deloitte Football Money League auch die 15 umsatzstärksten Frauenfußballclubs weltweit. In einem weiteren Rekordjahr erzielten diese Clubs erstmals durchschnittliche Erlöse von über 10 Mio. Euro und erwirtschafteten einen kumulierten Gesamtumsatz (exkl. Transfererlöse) von 157,5 Mio. Euro, was einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.1
Angeführt wird das Ranking in diesem Jahr erstmals von Arsenal London Women mit 25,6 Mio. Euro (exkl. Transferaktivitäten), die damit den bisherigen Spitzenreiter FC Barcelona Femení verdrängten. Auch zwei Frauenmannschaften aus der Frauen-Bundesliga sind in den Top 15 vertreten: Die FC Bayern München Frauen verdoppelten den Gesamtumsatz von 3,6 Mio. Euro in der Saison 2023/24 auf 7,2 Mio. Euro und verbesserten sich damit auf Rang 9 (Vorjahr: Rang 13). Die Eintracht Frankfurt Frauen verzeichneten hingegen einen Erlösrückgang um 1,3 Mio. Euro auf 4,7 Mio. Euro und fielen auf Rang 11 (Vorjahr: Rang 8) zurück.
Der kumulierte Gesamtumsatz (exkl. Transferaktivitäten) der analysierten Bundesliga-Clubs belief sich in der Saison 2024/25 auf 2,6 Mrd. Euro. Die Medienerlöse stellten bei den diesjährigen Bundesliga-Clubs prozentual (+20%) sowie absolut (+159,6 Mio. Euro) den größten Wachstumstreiber dar. Dabei konnte der VfB Stuttgart insbesondere infolge des sportlichen Erfolgs die größte prozentuale sowie absolute Umsatzsteigerung der in dieser Ausgabe analysierten Bundesligisten verbuchen. Insgesamt konnten alle neun Bundesliga-Clubs ein Gesamtumsatzwachstum (exkl. Transferaktivitäten) gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.
Mit kumulierten 479,1 Mio. Euro entfielen 19 Prozent des Gesamtumsatzes (exkl. Transferaktivitäten) der analysierten Bundesliga-Clubs auf die Spieltagerlöse, welche damit weiterhin der kleinste Erlösstrom bleiben. Die neun analysierten Clubs erzielten in der Saison 2024/25 durchschnittliche Spieltagerlöse von 53,2 Mio. Euro, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber der Vorsaison entspricht.
Treiber dieser positiven Entwicklung ist insbesondere die anhaltend hohe Nachfrage nach Live-Erlebnissen: Sechs der neun analysierten Clubs steigerten ihre durchschnittliche Stadionauslastung gegenüber der Vorsaison. Zudem ergeben sich bei Clubs mit bereits ausverkauftem Stadion zusätzliche Erlöspotenziale über Preisanpassungen oder Erweiterungen des Angebots wie beispielsweise im Hospitality-Bereich.
Die Medienerlöse stellten kumuliert den zweitgrößten Erlösstrom der analysierten deutschen Clubs dar und machten mit 974,6 Mio. Euro 38 Prozent des kumulierten Gesamtumsatzes (exkl. Transferaktivitäten) aus. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die kumulierten Medienerlöse um 20 Prozent und verzeichneten damit das größte Wachstum der drei Erlösströme. Die positive Entwicklung ist primär auf das sportliche Abschneiden sowie die Teilnahme an internationalen Wettbewerben einzelner Clubs zurückzuführen. Neben gestiegenen Erlösen infolge der Format- und Teilnehmererweiterungen der drei wichtigsten UEFA-Wettbewerbe wirkte sich insbesondere die Ausweitung des Teilnehmerfelds der FIFA-Club-Weltmeisterschaft positiv aus, da zusätzliche Clubs an dem Wettbewerb partizipieren konnten und entsprechende Medienerlöse generierten.
Obwohl bei den meisten Clubs – sowohl unter den „Deloitte Football Money League“-Top-20-Clubs als auch beim Großteil der analysierten Bundesliga-Clubs – kommerzielle Erlöse mittlerweile den größten Anteil an den Gesamteinnahmen (exkl. Transferaktivitäten) ausmachen, behalten Medienerlöse weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der Erlösstruktur. Insbesondere für die Bundesliga-Clubs wie den FC Augsburg, den 1. FSV Mainz 05 und den VfL Bochum stellten Medienerlöse in der Saison 2024/25 nach wie vor die größte Erlösquelle dar. Dies ist vor allem auf die im Vergleich zu den Top-20-Clubs geringere internationale Präsenz sowie eine begrenztere kommerzielle Skalierung zurückzuführen.
Die kommerziellen Erlöse stellten auch in der Saison 2024/25 den größten Erlösstrom der analysierten Bundesliga-Clubs dar und machten mit 1,1 Mrd. Euro 43 Prozent der kumulierten Gesamterlöse (exkl. Transferaktivitäten) aus. Zudem konnten acht der neun untersuchten Clubs ein Umsatzwachstum in diesem Erlösstrom erzielen, lediglich Borussia Dortmund verzeichnete als einziger Club einen Rückgang von 3 Prozent. Der Median der analysierten Clubs lag in der Saison 2024/25 bei 78 Mio. Euro und stieg damit um 3,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Abstand zwischen den Clubs im Bereich der kommerziellen Erlöse bleibt jedoch erheblich: Der FC Bayern München erzielte in der Saison 2024/25 das 2,2-Fache der kommerziellen Erlöse des Zweitplatzierten Borussia Dortmund sowie das 18-Fache des VfL Bochum.
In der diesjährigen „Deloitte Football Money League“ konnte sich der FC Bayern München im internationalen Vergleich hinter Real Madrid und dem FC Barcelona auf Rang 3 (Vorjahr: Rang 5) positionieren. Haupttreiber waren die Medienerlöse, die insbesondere durch die Teilnahme an der FIFA-Club-Weltmeisterschaft um 18 Prozent anstiegen. Dadurch konnten die geringeren Einnahmen aus der UEFA Champions League infolge des sportlich schwächeren Abschneidens gegenüber dem Vorjahr überkompensiert werden.
Borussia Dortmund belegte im internationalen Vergleich Rang 12 (Vorjahr: Rang 11). Stärkster Treiber des Umsatzwachstums waren die Medienerlöse, die im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zulegten. Der Anstieg ist dabei vor allem auf zusätzliche Erlöse durch die Teilnahme an der FIFA-Club-Weltmeisterschaft zurückzuführen. Die kommerziellen Erlöse entwickelten sich hingegen rückläufig und sanken um 3 Prozent, was unter anderem auf geringere Einnahmen im Merchandising zurückzuführen ist.
Erstmals seit der Saison 2009/10 ist der VfB Stuttgart wieder in den Top-20-Clubs der „Deloitte Football Money League“ vertreten und sicherte sich im internationalen Vergleich Rang 18. Dies hängt maßgeblich mit der Teilnahme an der UEFA Champions League und dem Gewinn des DFB-Pokals zusammen, die in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Impuls für die Umsatzentwicklung über alle drei Erlöskategorien hinweg darstellten. Im Bereich der kommerziellen Erlöse profitierte der Club zusätzlich von dem Gewinn neuer Sponsoren und der im Frühjahr 2024 fertiggestellten Modernisierung der MHP Arena.
Eintracht Frankfurt verpasste im internationalen Vergleich knapp den Sprung in die Top-20-Clubs, verbesserte sich aber gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze auf Rang 22. Das Erreichen des UEFA-Europa-League-Viertelfinales in der Saison 2024/25 trug dabei maßgeblich zum Anstieg der Medienerlöse um 17 Prozent gegenüber der Vorsaison bei.
Borussia Mönchengladbach verzeichnete in der Saison 2024/25 eine um 3 Prozent höhere durchschnittliche Stadionauslastung als im Vorjahr, einhergehend mit gestiegenen Spieltagerlösen. Zudem gewann der Club zur Saison 2024/25 mit REUTER einen neuen Hauptsponsor, der wesentlich zum Anstieg der kommerziellen Erlöse um 5 Prozent beitrug.
Trotz eines leichten Rückgangs der durchschnittlichen Stadionauslastung konnte SV Werder Bremen im Bereich der Spieltagerlöse ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 17 Prozent vorweisen. Insbesondere die erfolgte Modernisierung und Erweiterung der Hospitalitybereiche sowie die Durchführung des Diego-Abschiedsspiels haben zu dem Wachstum beigetragen. Zudem erreichte der Club in der Saison 2024/25 das Viertelfinale des DFB-Pokals, was sich positiv auf die Medienerlöse auswirkte.
Während der FC Augsburg und der 1. FSV Mainz 05 von höheren Spieltag- und kommerziellen Erlösen – unter anderem durch höhere Zuschauerzahlen und Merchandisingverkäufe – profitierten, trug die Steigerung der Medienerlöse maßgeblich zum Umsatzwachstum des VfL Bochum bei. Durch die längere Zugehörigkeit zur Bundesliga stiegen diese gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent.
In Anbetracht der zuvor beschriebenen Effekte auf Spieltag- und Medienerlöse und kommerziellen Erlöse konnten alle neun analysierten Bundesliga-Clubs ein Gesamtumsatzwachstum (exkl. Transferaktivitäten) im Vergleich zur Vorsaison erzielen. Zwar verzeichneten Clubs vereinzelt in jeweils einem der Erlösströme marginale Umsatzrückgänge, welche aber durch positive Entwicklungen in einem der anderen Erlössegmente kompensiert werden konnten.
[1] Anmerkungen: Für die „Deloitte Football Money League 2026“ wurden bei den an der FIFA-Club-Weltmeisterschaft 2025 teilgenommenen Clubs die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 erfassten Erlöse berücksichtigt. Preisgelder aus dem Wettbewerb, die von einzelnen Clubs erst im darauffolgenden Geschäftsjahr 2025/26 vereinnahmt wurden, sind folglich nicht in den in dieser Veröffentlichung ausgewiesenen Umsätzen für 2024/25 enthalten.
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