Hallo, wir sind Cara und Stefan. In unserem Interview lassen wir dich hinter die Kulissen schauen und zeigen dir, wie du dich insbesondere auf die mündliche Steuerberaterprüfung vorbereiten kannst. Dabei beleuchten wir das Thema aus zwei Perspektiven: aus Sicht einer Prüfungskandidatin, die sich mitten zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung befindet, und aus Sicht eines erfahrenen Steuerberaters, der seine Erfahrungen gern weitergibt.
Stefan, du hast beschlossen, die Prüfungsvorbereitung für Examenskandidat:innen weiter voranzutreiben und organisierst den TaxTalk. Was kann man sich unter diesem Event vorstellen? Worum geht es da und wer kann teilnehmen?
Das Event ist ein Pilotprojekt, das wir an sechs Standorten in Deutschland durchführen. Es richtet sich sowohl an interne als auch externe Teilnehmende, die sich auf die mündliche Steuerberaterprüfung vorbereiten. Man muss sich vorstellen, die Teilnehmenden arbeiten oft ein Jahr oder länger auf das Examen hin, sind in einem Tunnel und wissen genau, was in den drei schriftlichen Prüfungstagen passiert. Aber danach? Niemand erklärt dir wirklich, wie die mündliche Prüfung abläuft. Es geht nicht nur darum, fachlich brillant zu sein, sondern auch darum, wie man auftritt, was es für Do’s und Don’ts gibt und wie man sich von der Masse abhebt. Die Prüfer:innen müssen innerhalb kürzester Zeit einen guten Eindruck von dir gewinnen und sagen: ‚Ja, er oder sie hat den Steuerberatertitel verdient.‘ Genau hier setzt die Prüfungssimulation an: Wir wollen den Teilnehmenden Sicherheit geben und sie auf die Herausforderungen vorbereiten.
Cara, du wirst an dem Event teilnehmen. Was erhoffst du dir?
Ich finde es besonders hilfreich, dass man durch das Event ein realistisches Bild der mündlichen Prüfung bekommt. Für mich ist der größte Mehrwert, ehrliches Feedback von Personen zu erhalten, die diese Situation bereits gemeistert haben. Das hilft, gezielt an Schwächen zu arbeiten und die Nervosität zu reduzieren. Außerdem bietet das Event die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen, wertvolle Tipps zu teilen und sich gegenseitig zu motivieren.
Motivation ist ein gutes Stichwort: Stefan, was hat dich motiviert, dieses Event neben deinem eigentlichen Job zu organisieren?
Ich sehe das als Investment – in unsere Mitarbeitenden und ihre Entwicklung. Die Idee entstand aus Gesprächen mit Kolleg:innen und der Erkenntnis, dass wir hier eine Lücke schließen können. Mir ist persönlich auch wichtig, die Bestehensquote der Teilnehmenden zu steigern, indem wir z.B. dafür sorgen, dass sie mit einem guten Bauchgefühl in die Prüfung gehen. Außerdem habe ich die Hoffnung, dass das Event quasi von Generation zu Generation weitergeführt wird. Wer heute von uns unterstützt wird, könnte ja in drei Jahren selbst hier stehen und die eigenen Erfahrungen weitergeben.
„Es geht nicht nur darum, fachlich brillant zu sein, sondern auch, wie man auftritt, sich von der Masse abhebt und in kurzer Zeit einen guten Eindruck bei den Prüfer:innen hinterlässt.“
Das Steuerberaterexamen gilt als eines der schwersten Berufsexamina. Du, Stefan, hast es bereits erfolgreich bestanden und du, Cara, steckst noch mitten drin. Welche Phasen waren bzw. sind für euch die herausforderndsten und welche Tipps habt ihr für Prüfungskandidat:innen?
Stefan: Die Zeit nach den Vorbereitungskursen und vor der schriftlichen Prüfung war für mich besonders schwierig. Plötzlich sind alle Kurse vorbei, du sitzt alleine zu Hause, hast noch etwa fünf bis 12 Tage bis zur Prüfung und bist völlig auf dich gestellt. In der Phase hat man ein unfassbares Wissen, aber man kämpft nur gegen das Vergessen und fragt sich oft, ob man wirklich alles kann. Mein Tipp: Konzentriert euch auf das, was ihr könnt, und vertraut darauf, dass ihr es schafft. Das menschliche Gehirn ist zu erstaunlichen Leistungen fähig, besonders in Prüfungssituationen.
Cara: Bei mir ist es die Wartezeit nach der schriftlichen Prüfung - die finde ich fast schlimmer als das Schreiben selbst. Man hat die Situation nicht mehr in der Hand und befindet sich in einer Phase der Ungewissheit. Für mich war es wichtig, erst einmal Abstand zu gewinnen und dann mit frischer Energie in die Vorbereitung für die mündliche Prüfung zu starten. Mein Tipp: Lasst euch nicht von anderen verrückt machen. Jeder hat seinen eigenen Lernstil und Phasen, in denen es mal besser oder schlechter läuft.
Das sind tolle Tipps, vor allem für diese herausfordernden Phasen! Ist mentale Vorbereitung eurer Meinung nach genauso wichtig wie die fachliche?
Cara: Absolut! Während der langen Vorbereitungszeit für die schriftliche Prüfung habe ich gemerkt, dass Durchhaltevermögen und mentale Stärke entscheidend sind - auch in Situationen, wo es einfach mal nicht so gut läuft. Das gehört halt einfach dazu. Die Nervosität war für mich eine große Herausforderung, die man kaum zu Hause üben kann. Meine Erwartung ist, dass ich durch die Simulation dieser Prüfungssituation schon einmal ausgesetzt war und den Ablauf bereits kenne. So kann ich hoffentlich einen klaren Kopf bewahren.
Stefan: Ich stimme Cara zu. Es geht darum, Sicherheit zu gewinnen und sich nicht verrückt zu machen. Die Simulation soll helfen, mit einem guten Gefühl in die mündliche Prüfung zu gehen. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, von anderen zu lernen, die diesen Weg schon erfolgreich gegangen sind.
Deloitte bietet ja neben dem TaxTalk auch weitere gezielte Förderungen für Examenskandidat:innen. Wie sieht diese Unterstützung aus?
Stefan: Ich sehe die Unterstützung durch Deloitte als entscheidenden Faktor. Es geht nicht nur um die finanzielle Förderung, die dir erlaubt, dir deine Kurse zu buchen und dich voll auf die Vorbereitung zu konzentrieren. Es geht auch darum, dass man wirklich freigestellt wird – und das heißt für mich: Laptop abgeben, Handy abgeben und komplett raus sein. Niemand stört dich, niemand bringt dich aus deinem Rhythmus. Das ist für mich oberste Priorität.
Cara: Die Unterstützung durch Deloitte während meiner Vorbereitung habe ich wirklich als positiv wahrgenommen. Besonders hilfreich war für mich, dass ich die Freistellung ganz individuell gestalten konnte. Ich konnte mir drei Monate nehmen und hatte in dieser Zeit wirklich Ruhe, weil mein Team mich komplett unterstützt hat. Es war klar: Wenn ich in Freistellung bin, dann bin ich wirklich raus – niemand hat mich angerufen oder erwartet, dass ich etwas erledige – genau wie Stefan schon gesagt hat. Das hat mir enorm geholfen, mich voll auf die Vorbereitung zu konzentrieren.
Jetzt haben wir ganz viel über die ideale Vorbereitung gesprochen. Wie sieht es denn mit Pausen aus? Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – darf man da trotz Lernstress auch mal abschalten und die Feiertage genießen?
Cara: Ich versuche es auf jeden Fall. Lernpausen sind für mich essenziell, um den Kopf wieder freizubekommen. Deshalb plane ich auch, die Feiertage mit Freunden und der Familie zu genießen. Gerade die Weihnachtszeit ist eine gute Gelegenheit, optimistisch zu sein und sich eine kleine, wohlverdiente Auszeit zu gönnen. Außerdem finde ich, wir können auch einfach schonmal das feiern, was wir bis hierhin schon gemeistert haben.
Stefan: Das sehe ich genauso. Ob man an den Weihnachtstagen lernt oder nicht, macht am Ende keinen Unterschied. Die Zeit davor und danach ist entscheidend. Deshalb sollte man sich an den Feiertagen ruhig eine Auszeit gönnen, besinnliche Zeit mit Familie und Freunden verbringen und danach mit frischem Kopf und voller Energie wieder durchstarten. Pausen sind wirklich wichtig und nicht zu unterschätzen.
Cara, eine persönliche Frage zum Schluss: Was ist das Erste, was du machst, wenn du die mündliche Prüfung hinter dir hast?
Ich glaube, als Erstes atme ich einmal tief durch und freue mich einfach, dass diese intensive Zeit vorbei ist. Danach wird richtig angestoßen – mit Freunden, Familie und natürlich Gleichgesinnten. Und am meisten freue ich mich auf ein Wochenende voller echter Erholung, an dem ich wieder auftanke und kurz die Seele baumeln lasse. Das Beste daran: Der Lernmarathon hat offiziell ein Ende und ich kann wieder ganz normal ins Leben einsteigen.
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