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Chancen und Risiken 2026 – Was auf Verwaltungsräte zukommt

swissVR Monitor I/2026 – Umfrage von Verwaltungsräten in der Schweiz

Wichtigste Ergebnisse in Kürze

  • 17% der befragten VR-Mitglieder erwarten für die Schweizer Wirtschaft in den nächsten 12 Monaten eine negative Konjunkturentwicklung.
  • 34% haben in den letzten 12 Monaten eine neue Unternehmensstrategie erarbeitet.
  • 36% nennen Effizienzsteigerung und Optimierung interner Prozesse als Chance.
  • 17% sehen das Sicherheitsmanagement als Risiko für ihr Unternehmen.
  • 60% der Verwaltungsräte stellen eine Zunahme des Zeitaufwands bei ihrem Mandat im Vergleich zum Vorjahr fest.

Das Marktumfeld der letzten Jahre ist durch Schnelllebigkeit und Turbulenzen geprägt. «Eine Krise jagt die nächste» ist zur beliebten Redewendung geworden und beschreibt, dass Unternehmen ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden. Oftmals bringen neue Entwicklungen gleichzeitig Risiken und Chancen mit sich, die es für Unternehmen zu bewältigen oder zu nutzen gilt. Diese strategische Aufgabe obliegt dem Verwaltungsrat, da dieser die Verantwortung trägt, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Vor diesem Hintergrund untersucht der aktuelle swissVR Monitor die Top-Themen, mit denen sich Verwaltungsräte in den nächsten 12 Monaten auseinandersetzen werden, und leitet daraus die wichtigsten Chancen und Risiken ab.

Die Ergebnisse des swissVR Monitors I/2026 zeigen: Die am meisten genannte Chance sehen Verwaltungsratsmitglieder in der Effizienzsteigerung ihrer Unternehmen und der Optimierung interner Prozesse. Um dies zu erreichen, setzen Firmen vor allem auf die Digitalisierung und Automatisierung. Das am häufigsten angeführte Risiko besteht im Sicherheitsmanagement beziehungsweise im konkreten Szenario, dass das eigene Unternehmen Cyber-Angriffen zum Opfer fällt. Im Kontext des Risikomanagements beschreiben die Befragten eine hohe Dichte an Regulierung sowie den daraus resultierenden grossen Aufwand für die Compliance als grösste Risiken.  

Neue Unternehmensstrategie im Verwaltungsrat erarbeitet

In den vergangenen 12 Monaten war das unveränderte Top-Thema in den Verwaltungsräten die Strategie: Ein Drittel der Gremien hat diese für das Unternehmen neu formuliert. Auf Rang zwei der wichtigsten Themen im Fokus des Verwaltungsrats bleibt ebenfalls unverändert das Risikomanagement. Den grössten Aufstieg in der Top-10 vollzog die Reaktion auf Marktentwicklungen und Wettbewerbsverhalten – von Platz acht auf Platz drei der Rangliste.

Effizienzsteigerung als meistgenannte Chance

Als Chance in den nächsten 12 Monaten nennen die Verwaltungsratsmitglieder am häufigsten die Effizienzsteigerung ihrer Unternehmen und die Optimierung interner Prozesse. Zu diesem Zweck setzen Firmen vor allem auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Auf dem zweiten Platz des Chancen-Rankings stehen die Digitalisierung und Automatisierung. Schnell auf Marktentwicklungen und Wettbewerbsverhalten zu reagieren, wird von den Befragten am drittmeisten genannt.

Häufigstes Risiko liegt im Sicherheitsmanagement

Als Risiko in den nächsten 12 Monaten wird von den Verwaltungsratsmitgliedern am meisten das Sicherheitsmanagement genannt. Konkret sehen die Befragten für ihre Unternehmen die Gefahr von Cyber-Angriffen und planen daher, das Bewusstsein der Mitarbeiter hierfür zu steigern sowie die eigene IT-Infrastruktur und interne Kontrollsysteme zu verbessern. Auf dem zweiten Platz steht das Risikomanagement und an dritter Stelle die Compliance.

Zunahme des Zeitaufwands und der Interaktion mit der Geschäftsleitung

Sechs von zehn Verwaltungsratsmitgliedern geben an, dass der Zeitaufwand für ihr Mandat im letzten Jahr zugenommen hat. Grund hierfür dürfte die steigende Komplexität der Themen sein, mit denen sich Verwaltungsräte auseinandersetzen müssen. Ausserdem gibt die Hälfte der Befragten an, dass die Interaktion mit der Geschäftsleitung im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Erklären lässt sich dieser Trend unter anderem vor dem Hintergrund der vermehrten Krisen und Herausforderungen, die einen erhöhten Abstimmungsbedarf zwischen Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen erfordern.

Konjunkturaussichten bleiben weiterhin gedämpft

Sieben von zehn Verwaltungsratsmitgliedern erwarten für die nächsten 12 Monate eine neutrale Konjunkturentwicklung. Ein Sechstel hat negative Erwartungen und ein Achtel positive. Damit bleiben trotz des «Zolldeals» mit den USA die Aussichten im Vergleich zur vorigen Ausgabe des swissVR Monitors verhalten. Grund hierfür könnten weiterhin bestehende Unsicherheitsfaktoren wie die fragile geopolitische Lage, anhaltende Währungsrisiken und die verhaltene Nachfrage in den wichtigsten Auslandsmärkten sein.

Interviews

CEO von Swiss Life Schweiz und Verwaltungsratspräsident von ZWEI Wealth Experts AG und aXenta AG sowie Verwaltungsrat von SwissFex AG

Gründerin und Präsidentin von Paola Ghillani & Friends AG, Verwaltungsratsmitglied von Transitec Ingénieurs-Conseils und Stiftungsrätin von UTILITA

Verwaltungsratsmitglied von Georg Fischer, SMG Swiss Marketplace Group und TAKKT

Über die Umfrage
 

Kernstück des swissVR Monitors ist eine Umfrage, die die Vereinigung swissVR zusammen mit Deloitte und mit der Hochschule Luzern durchführt. Sie zielt darauf ab, halbjährlich die Meinungen von Schweizer Verwaltungsratsmitgliedern zu den Konjunktur-, Branchen- und Geschäftsaussichten sowie zu aktuellen Verwaltungsratsthemen zu ermitteln. Zudem wird jeweils ein Fokusthema speziell beleuchtet und Expertenmeinungen werden durch Interviews eingeholt. Mit 314 Umfrageteilnehmern in der aktuellen Ausgabe gibt der swissVR Monitor ein gutes Abbild der aktuellen Einschätzungen und Herausforderungen von Schweizer Verwaltungsräten.

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