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Schweizer Unternehmen investieren stärker in Nachhaltigkeit und sehen höhere Renditen

Zürich, 4. November 2026

Nachhaltigkeit zahlt sich aus Sicht vieler Schweizer Unternehmen wirtschaftlich aus: Deutlich mehr Unternehmen als im Vorjahr haben ihre Investitionen stark erhöht, und viele berichten von höheren Renditen als bei anderen Unternehmensinvestitionen. Der C-suite Sustainability Report 2026 von Deloitte zeigt zugleich zwei Herausforderungen: Unsichere regulatorische Anforderungen erschweren die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmassnahmen und extreme Wetterereignisse gefährden Anlagen und Geschäftsbetrieb.

Anteil der Führungskräfte aus grossen Schweizer Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsinvestitionen um mindestens 20 Prozent erhöht haben, hat sich gegenüber der Vorjahresbefragung mehr als verdreifacht: von 8 Prozent auf 28 Prozent. Das zeigt der C-Suite Sustainability Report 2026 des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte.

Höhere Renditen und Wettbewerbsvorteile

81 Prozent der Schweizer Befragten geben an, dass die Nachhaltigkeitsinvestitionen ihres Unternehmens höhere Renditen erzielen als andere Unternehmensinvestitionen. 31 Prozent berichten sogar von deutlich höheren Renditen. Zudem stimmen 82 Prozent der Aussage zu, dass ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen ihrem Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Der Nutzen geht über die Rendite hinaus, denn Nachhaltigkeitsmassnahmen stärken aus Sicht der Befragten auch das Unternehmen: 78 Prozent berichten von positiven Auswirkungen auf das Risikomanagement und die Widerstandsfähigkeit, 76 Prozent auf die Marke und Reputation.

«Wenn Nachhaltigkeitsmassnahmen wie andere Unternehmensinvestitionen beurteilt werden, müssen auch die zugrunde liegenden Daten verlässlich und nachvollziehbar sein. Lediglich auf dieser Basis können Unternehmen Renditen, Risiken und Umweltwirkungen fundiert bewerten und ihre Investitionen gezielt steuern», sagt Abetare Zymeri, Leiterin Sustainability Assurance bei Deloitte Schweiz.

Regulatorische Unsicherheit erschwert die Umsetzung

Trotz des berichteten wirtschaftlichen Nutzens erschweren regulatorische Unsicherheiten die Umsetzung. 26 Prozent der Schweizer Befragten nennen fehlende oder sich verändernde regulatorische Vorgaben und Berichtspflichten als eines der beiden grössten Hindernisse für Nachhaltigkeitsmassnahmen. In der Vorjahresbefragung waren es 12 Prozent.

Die separate aktuelle CFO-Umfrage von Deloitte ergänzt diese Ergebnisse um eine finanzielle Perspektive: Die Befragten nennen Nachhaltigkeits-, Umwelt- und Verpackungsvorschriften als den Regulierungsbereich, der die höchsten Kosten oder den grössten administrativen Aufwand verursacht – noch vor Zöllen, Sanktionen oder Steuern.

«Verlässliche und international kompatible Vorgaben geben Unternehmen die nötige Planungssicherheit für langfristige Investitionen. Häufige Änderungen und unnötige Komplexität erhöhen den administrativen Aufwand und binden Mittel, die dann für die Umsetzung konkreter Nachhaltigkeitsmassnahmen fehlen», sagt Bastien Girod, Partner Strategie und Nachhaltigkeit bei Deloitte Schweiz.

Extremwetter als grösstes physisches Risiko

Neben regulatorischen Anforderungen beschäftigen Unternehmen auch physische Risiken. 24 Prozent der Schweizer Führungskräfte stufen Schäden an Betriebsanlagen und Infrastruktur oder damit verbundene Betriebsausfälle durch extreme Wetterereignisse als grösstes physisches Risiko für ihr Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren ein. Weltweit liegt der Anteil bei 16 Prozent.

Die befragten Schweizer Führungskräfte nennen zudem Stromausfälle und eine eingeschränkte Energieverfügbarkeit (18%) sowie Lieferkettenunterbrechungen durch extreme Wetterereignisse (15%) als weitere wichtige physische Risiken für ihre Unternehmen. Die Folgen extremer Wetterereignisse gehören zudem zu den drei am häufigsten genannten Nachhaltigkeitsthemen, die sich bereits heute auf Schweizer Unternehmen auswirken.

Liza Engel, Chief Sustainability Officer bei Deloitte Schweiz, sieht in den Ergebnissen insgesamt einen klaren Handlungsauftrag: «Unternehmen können nicht auf vollständige regulatorische Klarheit warten. Sie müssen messen, welche Massnahmen wirtschaftlich und ökologisch wirken, und ihre Investitionen dort fortsetzen, wo der Nutzen klar ist. So stärken sie zugleich ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen Klimarisiken.»

Über die Studie

Die fünfte Ausgabe des Berichts (C-Suite Sustainability Report 2026) basiert auf einer Befragung von 2’156 Führungskräften auf Geschäftsleitungsstufe in 29 Ländern. Die Erhebung wurde im Mai und Juni 2026 durchgeführt. In der Schweiz nahmen 74 Führungskräfte von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar teil.

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