Die Schweizer Verwaltung steht vor einer grundlegenden Neugestaltung – nicht nur vor einem weiteren Digitalisierungszyklus. Der Deloitte-Bericht Government Trends 2026 identifiziert vier prioritäre Handlungsfelder für die Schweiz: adaptive Betriebsmodelle, technologische Führung in der Aufgabenerfüllung, Agentic AI für personalisierte Dienstleistungen und eine datengetriebene, adaptive Regulierung. Grundlagen wie NaDB, die E-ID und EasyGov 2.0 sind bereits im Aufbau – die Herausforderung liegt nun in der Beschleunigung. Erfolg hängt vom Zusammenspiel von Teams, Plattformen, Partnerökosystemen und Feedbackschlaufen ab.
Der globale Deloitte-Bericht Government Trends 2026 zeigt, dass Regierungen weltweit ihre Betriebssysteme für das Zeitalter der KI-Beschleunigung neu schreiben, statt schrittweise zu modernisieren. Deloitte Schweiz hat diese globale Perspektive genutzt, um vier für die Schweiz besonders relevante Trends zu identifizieren.
Erstens muss das künftige Betriebsmodell der Schweiz von Grund auf adaptiv gestaltet werden – aufbauend auf Initiativen wie dem Programm «Nationales Datenmanagement» (NaDB), der Interoperabilitätsplattform I14Y und agilen Methoden, die beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) bereits etabliert sind. Zweitens wandelt sich die Rolle der Technologieführung vom Befähiger zum Architekten, wie das DaziT-Programm des BAZG und das KI-Kompetenznetzwerk der Bundesverwaltung zeigen. Drittens soll Agentic AI öffentliche Dienstleistungen personalisierter und proaktiver machen, gestützt auf Grundlagen wie die geplante nationale E-ID (2026) und die Swiss Government Cloud (2032). Viertens entwickelt sich die Regulierung von starren Regelwerken hin zu einer adaptiven, datengetriebenen Aufsicht – mit maschinenlesbarer Gesetzgebung, EasyGov 2.0 sowie regulatorischen Sandboxes in Zürich und Zug.
Der Bericht schliesst, dass der Erfolg in allen vier Trends von fünf zusammenhängenden Ebenen abhängt: Regeln und Governance, Teams und Talente, Plattformen und Daten, Partnerökosysteme sowie Feedbackschlaufen. Die Schweiz verfügt über solide Grundlagen – muss nun aber schneller und grösser denken, um das volle Potenzial der Transformation auszuschöpfen.