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Warum kollaborative Führung über den Erfolg von KI entscheidet

Künstliche Intelligenz gilt als einer der stärksten Werttreiber der digitalen Transformation. Doch warum erzielen manche Unternehmen deutlich höhere Renditen aus KI-Investitionen als andere – obwohl sie auf ähnliche Technologien setzen? Die Antwort liegt nicht allein in Daten, Algorithmen oder Systemarchitekturen, sondern auch in der Führungskultur und den Entscheidungsstrukturen im TopManagement. 

 

 

Selbe Technologie, unterschiedliches Ergebnis: 

Warum KI in manchen Unternehmen mehr Wert schafft als in anderen 

Prognosemodelle von Deloitte zeigen: Unternehmen erzielen bessere Ergebnisse, wenn Führungskräfte gemeinsam Entscheidungen über Investitionen in neue Technologien treffen. Ein Plädoyer für eine neue Leadership-Konstellation.

In einer Umfrage unter 550 Führungskräften aus Wirtschaft und Technologie, die 2025 von Deloitte durchgeführt wurde, ging es um die Frage, inwieweit der Einfluss von Führungskräften des Top-Managements auf IT-Entscheidungen mit positiven KI-Ergebnissen korreliert. Die Erkenntnis: Es geht nicht nur um Technologieexpert:innen an der Spitze, entscheidend ist Kooperation über Fachbereiche hinweg.  

Wenn Führungskräfte – wie etwa Chief Technology Officer (CTO), Chief Financial Officer (CFO) und Chief Strategy Officer (CSO) – gemeinsam über Technologieinvestitionen entscheiden, steigen die Chancen auf überdurchschnittliche Ergebnisse deutlich. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Jede Führungskraft bringt ihre Perspektive ein – sei es technisches Know-how, Finanzdisziplin, strategische Ausrichtung oder Risikomanagement. Werden diese Perspektiven zusammengebracht, resultieren daraus bessere Entscheidungen und bessere Ergebnisse.  

Wer sitzt mit am Tisch: 

Warum Technologie-Entscheidungen nicht beim CTO enden dürfen 

Laut dem Deloitte Tech Value Survey 2025 sind CIOs und CTOs nach wie vor die treibenden Kräfte hinter den meisten Technologieentscheidungen. 60 % bis 80 % der Befragten geben an, dass sie sich die Verantwortung für die Modernisierung und Automatisierung teilen. Auf den ersten Blick erscheint das logisch, es stellt sich aber eine wichtige Frage: Wann sollten andere Führungskräfte, etwa CFO, CSO oder auch Chief Human Resources Officer (CHRO), stärker in Entscheidungen über KI-Investitionen einbezogen werden? Schließlich wirken sich Technologien auf alle Bereiche des Unternehmens aus. 

Technologie, Finanzen, Strategie: 

Wie CTO, CFO & CSO die Wertschöpfung bei der KI-Automatisierung beeinflussen 

Die Analyse von Deloitte lässt folgendes Bild erkennen: 

  • Chief Technology Officer: Unternehmen, deren CTOs zunächst keine, dann aber die volle Kontrolle über Technologieinvestitionen haben, erreichen mit mehr als doppelter Wahrscheinlichkeit einen hohen Reifegrad in der KI-Automatisierung.  
  • Chief Financial Officer: Eine stärkere Einbindung der CFOs in digitale Investitionsentscheidungen wird mit besseren Finanzergebnissen in Verbindung gebracht.  
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  • Chief Strategy Officer: Wenn CSOs mehr Einfluss auf Technologieinvestitionsentscheidungen haben, steigt die Wahrscheinlichkeit für bessere Ergebnisse bei mehreren wichtigen Kennzahlen. 
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Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es durchaus relevant für den Erfolg ist, wer die Entscheidungen über Technologieinvestitionen trifft. Dies wirkt sich auf das gesamte System der Verantwortlichkeiten aus und hängt direkt mit den Erwartungen an den ROI von KI-Automatisierung in den nächsten drei Jahren zusammen. 

Neue Führungskonstellationen für das KI-Zeitalter: 

Hybridrollen als Antwort auf komplexes Technologie-Management 

Die Analyse macht deutlich: Keine einzelne Rolle kann alles alleine erreichen. CIO/CTO, CFO und CSO sind erforderlich, um unterschiedliche Hebel zu nutzen und die gesamte Wertschöpfungskette zu realisieren. Ihre Zusammenarbeit etabliert sich als Best Practice und schafft ein Gleichgewicht zwischen technischer Kompetenz, Finanzdisziplin und strategischer Ausrichtung.  

Die Einführung von KI ist ein funktionsübergreifendes Unterfangen. Siloartige Führungsstrukturen werden kaum die nötige Vielseitigkeit, Agilität oder strategische Ausrichtung mit sich bringen, um unternehmensweiten Mehrwert zu schaffen.  

Ein integriertes C-Level-Team hat die Unternehmensstrategie im Fokus und setzt Entscheidungen über Technologieinvestitionen in diesem Kontext. Für den Erfolg ist entscheidend, dass diese Führungskräfte gemeinsam die Investitionsstrategie definieren und eng mit Verantwortlichen für Transformation, operativen Betrieb, Beschaffung und HR zusammenarbeiten, um das Unternehmen gemeinsam voranzubringen. 

Wenn Führungskräfte im Top-Management Verantwortung gemeinsam übernehmen, kann sich daraus ganz natürlich eine neue Form von Rollenverteilung entwickeln. Einige Unternehmen verabschieden sich bereits von klassischen Zuständigkeiten und erproben sogenannte Hybridrollen. Dabei vereint eine Führungskraft Aufgaben aus mehreren Bereichen. Ein Unternehmen aus der Life-Sciences-Branche hat Anfang 2025 beispielsweise angekündigt, die Funktionen von CIO und CHRO in einer neuen Rolle zusammenzuführen: dem Chief People and Technology Officer. Diese Rolle soll neu definieren, wie Menschen und KI in zukünftigen Arbeitsmodellen zusammenarbeiten. 

KI-Potenziale voll ausschöpfen: 

Was das Top-Management jetzt tun muss 

Der Weg nach vorne wird anders aussehen als bisher. Neue Rollen und Verantwortlichkeiten werden entstehen und es wird sich zeigen, welche interdisziplinären Bereiche und Kompetenzen Organisationen in die Zukunft führen werden. Was es braucht, ist die Bereitschaft, alte Strukturen aufzubrechen und neue Modelle zu entwickeln – zum Beispiel durch das Zusammenlegen von Führungsrollen oder den Aufbau neuer Kompetenzzentren. Entscheidend ist eine gemeinsame Vision, die auch gemeinsam umgesetzt wird. 

Fest steht, dauerhaften Mehrwert aus KI zu schaffen, hängt nicht nur davon ab, in die richtigen Technologien zu investieren. Mindestens genauso wichtig ist, dass die richtigen Führungskräfte gemeinsam entscheiden, den Nutzen ganzheitlich bewerten und sich schnell an Veränderungen anpassen. 

Dieser Beitrag basiert auf dem englischsprachigen Deloitte Insights-Beitrag “C-suite leadership and AI returns“ (Smith, Tim & Dhasmana, Garima & Kearns-Manolatos, Diana & Parveen, Iram & Levin, David: C-suite leadership and AI returns. 18. Dezember 2025)

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