Über die Umfrage
Die Schweizer CFO-Umfrage gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Einstellung von CFOs und Group Finance Directors von bedeutenden Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Sie erscheint halbjährlich, orientiert sich an der europäischen CFO-Umfrage und beinhaltet eine Mischung von Fragen, die für den CFO auf Geschäftsumfeld-, Unternehmens- und operativer Ebene relevant sind.
Schweizer Unternehmen bleiben optimistisch für die Unternehmensaussichten, auch wenn der starke Schweizer Franken sowie steigende Energie- und Einkaufspreise die Margen belasten. Immerhin können mehr Unternehmen ihre höheren Kosten weitergeben als im Herbst. Geopolitische Risiken, eine mögliche Nachfrageschwäche und Währungsrisiken sind die grössten Herausforderungen. Handelsturbulenzen belasten 64% der Unternehmen, darunter 15% schwer. CFOs erwarten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Finanzfunktion insgesamt Kosteneinsparungen, vor allem bei Lohnkosten, aber auch höhere Ausgaben für IT und Technologie.
Trotz Irankonflikt und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten hellen sich die Konjunkturerwartungen für die Schweiz und ihre wichtigsten Handelspartner aus Sicht der CFOs auf – mit Ausnahme Deutschlands, das weiterhin unter strukturellen Herausforderungen leidet. Dies ist ein positives Signal, doch der Optimismus bleibt verhalten und die Risiken bleiben erheblich.
Schweizer Unternehmen sehen sich trotz Herausforderungen vor einem erfolgreichen Jahr 2026. Allerdings setzt der starke Schweizer Franken die Unternehmensmargen immer stärker unter Druck. Energiepreise und Einkaufspreise wirken ebenfalls negativer als noch im Vorjahr. Positiv ist die leichte Entspannung bei der Zollsituation – und einige Unternehmen können ihre höheren Kosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben.
Geopolitische Risiken bleiben die grössten aus Sicht der CFOs, gefolgt von Sorgen vor einer Nachfrageschwäche und ebenso Währungsrisiken. Sorgen vor Lieferkettenproblemen und steigenden Energiepreisen nehmen sprunghaft zu, Sorgen vor einem Arbeitskräftemangel gehen stark zurück.
Die Handelsturbulenzen haben die Wettbewerbsposition von 64% der Schweizer Unternehmen verschlechtert, wobei 15% erhebliche Einbussen verzeichneten, während 32% unverändert blieben und 4% sogar profitierten. Die meisten Unternehmen konnten durch Gegenmassnahmen ihre Position mindestens teilweise stabilisieren.
Der breite KI-Optimismus der Schweizer CFOs wird begleitet von der Erwartung, dass menschliche Arbeit in der Finanzfunktion zentral bleibt, während ausgelagerte Funktionen deutlich stärker automatisiert werden. CFOs rechnen mehrheitlich mit tieferen Gesamtkosten durch KI-Implementierung, primär aufgrund von Personalkosten-Einsparungen, erwarten aber erheblich höhere Kosten für die Technologie- und IT-Infrastruktur.