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Spotlight: Disruptoren in der Schokoladenindustrie

Schokoladenstudie 2026 von Deloitte


Die Schokoladenindustrie befindet sich im Umbruch. Die Kakaoproduktion hat mit klimatischen, strukturellen und regulatorischen Herausforderungen zu kämpfen und die Kakaopreise waren in den letzten Jahren so volatil wie nie zuvor. Darüber hinaus fragen Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt nach gesünderer Schokolade. Das vorliegende Spotlight untersucht diese Herausforderungen, ihre Auswirkungen auf die Schokoladenindustrie sowie mögliche Innovations- und Anpassungsstrategien zu ihrer Bewältigung.

Kakaoversorgung unter Druck

Der Klimawandel, Krankheiten und regulatorische Anforderungen stellen die Kakaoproduktion vor ernste Herausforderungen. Die weltweiten Kakao-Lagerbestände sind auf Rekordtiefs gefallen, nach über 2 Millionen Tonnen im Jahr 2021 auf nur noch 1,3 Millionen Tonnen in den Jahren 2024 und 2025. Wir sehen ein strukturelles Defizit, bei dem die Produktion dem Verbrauch nicht gerecht wird.

Hohe Volatilität der Kakaopreise

Die Kakaopreise waren jahrzehntelang stabil, bevor sie sich von CHF 2’000 pro Tonne im Jahr 2022 auf über CHF 10’000 pro Tonne Anfang 2024 verfünffachten. Nach heftigen Schwankungen stabilisierten sich die Preise Anfang 2026 schliesslich auf rund CHF 2’500 pro Tonne, bleiben jedoch volatil.

Diese Unvorhersagbarkeit stellt die Produzentinnen und Produzenten vor erhebliche Herausforderungen.

Verbraucherinnen und Verbraucher verlangen gesündere Schokolade

Das Verbraucherverhalten ändert sich schnell. Die Suchanfragen nach «gesunder Schokolade» im Web haben sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt und Anfang 2026 einen Höchststand erreicht.

Nachgefragt werden immer stärker zuckerarme oder zuckerfreie Formulierungen und funktionaler Mehrwert: Die wachsende Beliebtheit von GLP-1-Abnehmmedikamenten spiegelt sich auch in der Wahl der Nahrungsmittel wider. Verbraucherinnen und Verbraucher achten stärker auf ihren Zucker- und Kalorienkonsum.

Zunehmende regulatorische Komplexität

Das regulatorische Umfeld verschärft sich. EUDR, CSRD, CSDDD und EUFLR schaffen entlang der gesamten Lieferketten neue Compliance-Anforderungen. Produzentinnen und Produzenten müssen nun Rückverfolgbarkeit ermöglichen, Nachhaltigkeit nachweisen und auf die Einhaltung der Menschenrechte achten.

Diese Komplexität setzt Eintrittshürden für kleinere Player, bietet jedoch Chancen für Anbieter mit robuster Lieferketten-Infrastruktur und Innovationsfähigkeit.

Zentrale Erkenntnisse

  1. Lieferketten-Innovation
    Disruptive Unternehmen reagieren mit innovativen Lösungen auf Versorgungsprobleme. Sie produzieren Kakao mithilfe von Zellkulturen ohne landwirtschaftliche Anbauflächen und eliminieren damit Wetter- und Krankheitsrisiken. Wieder andere entwickeln Kakaoalternativen aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, die preisstabiler und nachhaltiger sind: Traubenkerne, Sonnenblumen-Presskuchen oder Johannisbrot.
  2. Preisstabilität durch Verschnitt
    Anstatt völlig auf Kakao zu verzichten, gehen die Hersteller mehr und mehr dazu über, traditionellen Kakao mit Alternativen zu mischen. Mit diesem Ansatz lassen sich Kosten senken, Preise stabilisieren und die Kundenakzeptanz sichern. Wie die kürzliche Einführung kakaofreier Schokolade zeigt, setzen auch Weltmarktführer auf diese Strategie.
  3. Gesundheitsbewusste Kundinnen und Kunden
    Das Interesse an zuckerarmer und Funktionsschokolade befindet sich aufgrund eines steigenden Gesundheitsbewusstseins und des zunehmenden Einsatzes von Abnehmmedikamenten auf einem Allzeithoch. Inzwischen gibt es Start-up-Unternehmen, deren zuckerfreie Schokolade hervorragend schmeckt. Mit zellulärer Landwirtschaft ist es ausserdem möglich, Kakao mit 200-mal mehr Antioxidantien als in konventionellem Kakaopulver herzustellen. Die etablierten Player antworten mit umfassenden Portfolios; von funktionalen Zutaten wie Vitalcoa bis hin zu Formulierungen einer «Schokolade der zweiten Generation», die speziell auf Zuckerreduktion ausgerichtet ist.
  4. Regulatorische Zwänge
    Einerseits müssen grosse Player ihre Aktivitäten entsprechend nichtfinanzbezogener Berichtspflichten wie der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) offenlegen, andererseits müssen über die gesamte Lieferkette hinweg die verschiedensten regulatorischen Anforderungen eingehalten werden. Die immer umfangreicheren Regulierungen führen zu mehr Aufwand und Komplexität, da die Herkunft und der Weg des Kakaos vom Anbau bis zum Produktionsstandort transparent und rückverfolgbar sein müssen.
  5. Skalierte Herausforderung
    Der Druck auf die Lieferkette, die Volatilität des Kakaopreises, sich ändernde Kundenvorlieben und zunehmende regulatorische Anforderungen machen die Erreichung von Wachstums- und Profitabilitätszielen in der Schokoladenindustrie naturgemäss immer komplexer. Gleiches gilt für die Zuversicht, die für die notwendigen Investitionen in der gesamten Lieferkette unerlässlich ist. Innovative Lösungen existieren und werden im Rahmen neuer Produktentwicklungen eingeführt. Dennoch bleibt die Skalierung dieser Lösungen für weltweite Unternehmen und Verbraucherakzeptanz eine erhebliche Herausforderung.

Über das Spotlight

Das Deloitte Spotlight «Disruptoren in der Schokoladenindustrie» basiert auf umfassenden Untersuchungen der Kräfte, die den weltweiten Schokoladenmarkt neu gestalten. Die Analyse untersucht Belastungen der Lieferkette, Preisschwankungen, sich änderndes Verbraucherverhalten sowie regulatorische Anforderungen, die sich auf Schokoladenhersteller, Kakaoverarbeiter, Zwischenhändler und den weltweiten Einzelhandel auswirken.

Die Untersuchung stützt sich auf Branchendaten, Einschätzungen führender Schokoladenhersteller und Innovatoren sowie auf Analysen neu entstehender Geschäftsmodelle und Technologien. Die Studie deckt weltweite Markttrends ab und hebt spezifische Beispiele aus Europa und Nordamerika sowie aus Schwellenländern hervor.

Sind Sie bereit zu erkunden, wie diese Umbrüche, regulatorischen Trends und neuen Chancen Ihre Geschäftsstrategie beeinflussen?

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