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Tourismusbarometer 2026

Volle Betten reichen nicht mehr

Mit dem Tourismusbarometer erheben wir jährlich gemeinsam mit der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) den Status quo des heimischen Tourismus. In diesem Jahr teilten mehr als 200 Touristiker:innen aus ganz Österreich ihre Sicht auf die aktuelle Lage. Dabei zeigt sich: Gute Buchungszahlen sorgen nicht (mehr) automatisch für gute Laune in den Betrieben. 

Key Findings im Überblick:

Betriebe bewerten die wirtschaftliche Lage mit einer Gesamtnote von 3,2 und somit noch schlechter als im Vorjahr (3,04). Volle Betten allein reichen für viele Betriebe nicht mehr aus, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. 

Selbst wenn die Buchungslage gut ist, sinken die Margen, da steigende Kosten und eine hohe Steuer- und Abgabenlast die Gewinne schmälern. Zudem setzen die geopolitischen Unsicherheiten rund um den Krieg im Nahen Osten die Ertragskraft vieler Betriebe weiter unter Druck.  

Die Bedürfnisse von Urlauber:innen verändern sich spürbar und damit auch die Anforderungen an die Betriebe. Gespart wird bei Zusatzangeboten, vor allem in der Gastronomie oder bei Wellnessangeboten und Upgrades.  

Dieses herausfordernde Umfeld bringt die Betriebe dazu, auf die neuen Marktbedingungen zu reagieren und ihre Geschäftsmodelle zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.  

Die Stimmung gegenüber dem Vorjahr ist nochmals pessimistischer und die Erwartungen der Tourismusbetriebe für die kommenden Monate sind durchwachsen: Fast jeder zweite Betrieb erwartet eine weitere Verschlechterung. Das unterstreicht den wirtschaftlichen Druck.

Andreas Kapferer, Partner, Deloitte Tirol

Ups & Downs

Die Nächtigungszahlen steigen erfreulicherweise stetig, aber ebenso die Betriebs-, Energie- und Personalkosten sowie die Steuer- und Abgabenlast. Dadurch bleibt bei vielen Tourismusbetrieben deutlich weniger Gewinn übrig als erhofft, die Ertragslage ist spürbar strapaziert. Bei jedem zweiten Betrieb hat sich der Gewinn in den vergangenen drei Jahren schwächer entwickelt als der Umsatz – auf Dauer eine problematische Schieflage.

Zusätzliche Unsicherheit bringt der Konflikt im Nahen Osten: Neun von zehn Betrieben rechnen infolge der geopolitischen Lage mit einer weiteren Kostensteigerung.  

Wenn die Ergebnisse der vergangenen zwölf Monate negativ bewertet werden, wenn fast die Hälfte für die kommenden zwölf Monate skeptisch sind und kein einziges Unternehmen einen Lichtblick sieht, dann haben wir nicht ein Problem, sondern viele. Dieses Land braucht vitale Unternehmen, die an die Zukunft glauben und investieren.

Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV

Um wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wiederherzustellen, braucht es eine Standort- und Strukturreform.

Transform to perform

Der wirtschaftliche Druck zwingt viele Betriebe dazu, sich zu verändern oder sogar neu aufzustellen. Besonders die Optimierung der Kostenstruktur (76 %) sowie effizientere Betriebsprozesse (56 %) stehen derzeit weit oben auf der Prioritätenliste. Zudem verändern sich auch die Bedürfnisse der Gäste spürbar: 63 % der Betriebe berichten davon, dass Urlauber:innen bei Nebenausgaben zurückhaltender agieren, vor allem in der Gastronomie, bei Wellnessangeboten und Upgrades.

Viele Betriebe reagieren bereits mit konkreten Veränderungen. Mehr als zwei Drittel haben ihr Geschäftsmodell angepasst oder planen entsprechende Schritte in naher Zukunft.  

Der Tourismus war immer eine wandlungsfähige Branche, doch aktuell gewinnt diese Anpassungsfähigkeit nochmals an Bedeutung. Transformation ist heute keine Option mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung, um langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben.

Andreas Kapferer, Partner, Deloitte Tirol

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