Geopolitische Spannungen, hohe Energiekosten, steigende Kostenbelastungen und eine schwache Konjunktur prägen das Umfeld, in dem Unternehmen in Österreich aktuell entscheiden müssen. Der Deloitte Radar 2026 zeigt: Unsicherheit ist zur neuen Normalität geworden – und Österreich startet nicht mehr aus einer Position im europäischen Mittelfeld, sondern mit spürbaren Wettbewerbsnachteilen.
Was bedeutet das für C‑Level‑Entscheider:innen? Vor allem eines: Standortfaktoren wie Bürokratie, Steuern und Abgaben, Arbeitsmarkt und die Fähigkeit zur Digitalisierung und Innovation werden zur strategischen Frage – nicht nur zur politischen.
Platz | Österreich liegt im IMD Wettbewerbsranking
erneut nur auf Rang 26 und damit deutlich hinter vergleichbaren Ländern.
sehen hohe Energiekosten als größtes Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
kritisieren die überbordende Bürokratie als zentrale Schwäche des Wirtschaftsstandorts.
Der Deloitte Radar 2026 ist eine faktenbasierte Analyse zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich. Die Studie kombiniert einen Langzeitvergleich internationaler Rankings mit einer Online‑Befragung von 575 Führungskräften aus ganz Österreich (davon 35 % C‑Level; Befragungszeitraum: Anfang April 2026). Ergänzt wird die Auswertung durch Deloitte Insights zu zentralen Standortfaktoren und prioritären Handlungsfeldern.
Österreich verliert im internationalen Vergleich seit Jahren an Boden. Im IMD Wettbewerbsranking erreicht das Land erneut nur Platz 26 und bleibt deutlich hinter Ländern wie der Schweiz, Dänemark oder Schweden zurück. Besonders kritisch ist, dass Österreich nicht mehr aus dem europäischen Mittelfeld startet, sondern bereits mit strukturellen Wettbewerbsnachteilen. Das ist relevant, weil Rankings nicht nur Image abbilden, sondern Investitionsentscheidungen, Talentströme und Standortprioritäten mit beeinflussen.
Hohe Energiekosten, steigende Inflation und geopolitische Konflikte wirken sich massiv auf die österreichische Wirtschaft aus. Bereits jedes zweite Unternehmen ist von den aktuellen Entwicklungen direkt betroffen, mehr als 60 % rechnen mit negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. Der Kostendruck trifft viele Unternehmen in einer Phase, in der finanzielle Spielräume ohnehin begrenzt sind. Planungssicherheit geht verloren, Investitionen werden verschoben oder reduziert.
Viele Unternehmen benennen Bürokratie und Steuern und Abgaben als zentrale Standortbremse. Neben dem administrativen Aufwand spielen auch rechtliche Unsicherheit und die Planbarkeit von Investitionen eine Rolle.
Unternehmen erwarten vor allem eine Sanierung des Staatshaushalts, Investitionsförderungen sowie erhöhte Rechtssicherheit für planbare Entscheidungen hervorgehoben. Auch die Senkung der Lohnnebenkosten und Entlastungen bei Einkommen werden als prioritäre Hebel genannt.
Auch der Arbeitsmarkt stellt einen zunehmenden Belastungsfaktor dar. Hohe Personalkosten, Fachkräftemangel und eine vergleichsweise geringe Beschäftigung älterer Arbeitnehmender schwächen den Standort. Jedes fünfte Unternehmen bewertet die Verfügbarkeit von Fachkräften als schlecht, mehr als ein Viertel vergibt schlechte Noten bei den Personalkosten.
Der Arbeitsmarkt entwickelt sich damit immer stärker zu einem limitierenden Faktor für Wachstum und Innovation.
Die Erwartungen der Unternehmen sind klar: Im Fokus stehen die Senkung der Lohnnebenkosten, steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau sowie mehr Rechtssicherheit für Investitionen. Ergänzend werden Investitionsförderungen und eine nachhaltige Sanierung des Staatshaushalts als zentrale Voraussetzungen genannt.
Die Botschaft ist eindeutig: Ohne ein konsistentes Reformpaket droht der Standort weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.