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Deloitte Cyber Security Report 2026

Wie resilient sind Österreichs Unternehmen in Sachen Cybersicherheit?

Cybersicherheit als strategischer Erfolgsfaktor in Zeiten wachsender Bedrohung

Cyber-Angriffe auf österreichische Unternehmen nehmen zu – sie werden komplexer, professioneller und häufiger. Der Deloitte Cyber Security Report 2026 zeigt: Ransomware und AI-gestützte Angriffe belasten Unternehmen zunehmend. Gleichzeitig entstehen durch Technologien wie AI, Quantencomputer und den wachsenden Einsatz von Zero Trust neue Chancen und Risiken. Aktuelle regulatorische Vorschriften wie NIS2/NISG 2026, Cyber Resilience Act und AI Act wirken als Treiber für Cybersicherheit, auch wenn bei den Unternehmen weiterhin erhebliche Unsicherheiten darüber bestehen, von welchen gesetzlichen Anforderungen sie konkret betroffen sind.

Key Findings auf einen Blick

28 %

erleben fast täglich Ransomware-Angriffe – mehr als doppelt so viele wie 2024.

66 %

können einen totalen Betriebsstillstand nach einem Cyber-Angriff nicht ausschließen.

77 %

der von  NIS2/NISG 2026 betroffenen Unternehmen haben ihre Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen.

Was bedeutet das für die Resilienz im Ernstfall?
Welche Entwicklungen müssen Unternehmen jetzt priorisieren?

Der aktuelle Cyber Security Report von Deloitte und Foresight zeigt die Entwicklung österreichischer Unternehmen im Bereich Cybersicherheit und liefert Antworten.

Ransomware: Zahl der täglichen Angriffe seit 2024 mehr als verdoppelt

Ransomware-Angriffe sind keine Ausnahme mehr, sondern tägliche Belastung. Seit 2024 hat sich der Anteil der Unternehmen, die nahezu täglich betroffen sind, mehr als verdoppelt. Zwei Drittel können nicht ausschließen, dass es durch eine Cyber-Attacke zu einem wochenlangen, totalen Betriebsstillstand kommt.

Zwar gelingt es Unternehmen immer besser, Ransomware-Angriffe technisch einzudämmen, doch das Risiko der Datenverschlüsselung bleibt bestehen. Knapp ein Viertel gibt an, dass es schon einmal zu einer Verschlüsselung von Daten gekommen ist. Die Wiederherstellung wird dann zur Herausforderung: In 40 % der Fälle konnten Daten über eine Sicherung zurückgewonnen werden, eine Entschlüsselung gelang nur in 23 % der Fälle.

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Es stellt sich nicht die Frage, ob ein Cyber-Vorfall passiert, sondern wann. Reines Risikomanagement reicht nicht aus, Unternehmen brauchen ein wirksames Business Continuity Management (BCM), damit die Betriebsfähigkeit rasch wiederhergestellt werden kann. Durchdachte Notfallpläne, klar definierte Verantwortlichkeiten und regelmäßige Übungen sichern die Handlungsfähigkeit im Ernstfall.

Sicherheitsgefühl vs. Ressourcenplanung: Stagnierende Budgets bei hohem Vertrauen

Obwohl 66 % einen mehrwöchigen Betriebsausfall nicht ausschließen können, vertrauen Österreichs Unternehmen ihren Daten und IT-Systemen: 86 % bewerten sie als sehr oder ziemlich sicher, 13 % sogar als absolut sicher. Doch trotz der verschärften Bedrohungslage planen 60 % keine höheren Ausgaben für Technik und Prozesse und 69 % keine Veränderungen bei den Personalaufwendungen.

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Ein starkes Sicherheitsgefühl ist grundsätzlich positiv, darf aber nicht zur Selbstüberschätzung führen, denn Cybersicherheit sollte nicht „nach Bauchgefühl“ beurteilt werden. Ein Reifegrad-Assessment nach anerkannten Standards schafft Transparenz und liefert eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Die Investitionen, die Unternehmen in den Vorjahren getätigt haben, zeigen Wirkung. Doch wer heute gut aufgestellt ist, muss weiterhin investieren, um cybersicher zu bleiben. 

Neue Technologien, bewährte Prinzipien: AI & Quanten-Computing treffen auf Zero Trust

Während AI und Quantencomputer neue Risiken und Chancen schaffen, behält Zero Trust eine Schlüsselrolle in der wirksamen Cyberabwehr.

  • AI kommt bei 57 % der Unternehmen für Awareness‑Trainings und bei 52 % in der Phishing-Erkennung zum Einsatz, aber nur 11 % nutzen AI als zentralen Bestandteil ihrer Cyberstrategie.
  • Nicht am Radar: 76 % haben sich noch nicht mit den Risiken beschäftigt, die Quantencomputer mit sich bringen.
    Bei Quantencomputern handelt es sich um eine neue Generation an Rechnern, die in den nächsten 5-10 Jahren zahlreiche Möglichkeiten eröffnen werden, kryptografische Verschlüsselungen zu knacken, die heute als sicher gelten. 
  • Zero Trust gewinnt kontinuierlich an Bedeutung: 35 % setzen schon entsprechende Strategien ein, 17 % planen eine zeitnahe Implementierung.
    Zero Trust folgt dem Grundsatz „never trust, always verify“: Jeder Zugriff wird überprüft, unabhängig davon, ob er innerhalb oder außerhalb des Unternehmens erfolgt. 

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Unser Report zeigt eine steigende Reife bei AI und eine stärkere Nutzung von Zero-Trust-Strategien. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken, die zukünftig durch den Einsatz von Quantencomputern entstehen werden. Damit diese Risiken nicht später unter Zeitdruck adressiert werden müssen, sollten Unternehmen sie bereits jetzt mitbedenken. 

Hot Topic Regulatorik: Unsicherheit bei NIS2/NISG 2026, AI Act & Cyber Resilience Act

Viele österreichische Unternehmen wissen nicht, ob oder in welchem Umfang sie von den neuen europäischen Regulierungen betroffen sind. Das zeigt sich deutlich am Beispiel AI Act: 62 % der befragten Unternehmen geben an, AI in ihrer Cyber Security zu nutzen, doch nur 27 % sehen sich vom AI Act betroffen.

  • Welche Änderungen bringt das NIS2/NISG 2026
    Unternehmen müssen u. a. Risikomanagement, Meldepflichten, Business Continuity und Lieferkettensicherheit nachweisen – mit strengen Sanktionen bei Verstößen. Hier mehr lesen. 
  • Wer ist vom Cyber Resilience Act betroffen?
    Insbesondere Hersteller, Importeure und Händler von Produkten mit digitalen Elementen – inklusive Software. Hier mehr lesen. 
  • Was fordert der AI Act?
    Einen risikobasierten Ansatz mit klaren Pflichten u.a. für Anbieter und Betreiber, insbesondere bei Hochrisiko-AI. Hier mehr lesen.

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Die Regulatorik bietet die Chance, IT- und AI-Systeme resilienter und effizienter zu gestalten. Das kann Kosten sparen, Innovation fördern und neue Marktchancen öffnen. Fehlende Klarheit darüber, ob das eigene Unternehmen betroffen ist, führt jedoch zu Verzögerungen und Risiken. Unternehmen benötigen strukturierte Analysen, Gap‑Assessments und Roadmaps, um Anforderungen wirksam umzusetzen und Synergien zwischen den Regelwerken zu nutzen.

Handlungsempfehlungen: Das kann Ihr Unternehmen tun, um Cybersicherheit zu stärken

Die Bedrohungslage steigt schneller als Budgets und Kapazitäten. Unternehmen sollten daher ihre Maßnahmen konsequent auf Wirksamkeit und Resilienz ausrichten, um ihre Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Geübte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten, robuste Backups und ein flexibler, Technologie‑offener Einsatz verschiedener Sicherheitslösungen sind zentrale Erfolgsfaktoren für nachhaltige Cybersicherheit.

Unsere Empfehlungen:

  • Resilienz, Recovery und Wiederanlauf: Die Fähigkeit priorisieren, nach einem Angriff schnell wieder betriebsfähig zu sein.
  • Governance & Nachweise: Sicherheitsmaßnahmen klar steuern, ihre Wirksamkeit prüfen und nach tatsächlicher Wirkung priorisieren.
  • Regulatorik als Teil der Sicherheitsstrategie verstehen und strukturiert umsetzen.
  • AI in der Cybersicherheit gezielt und sicher einsetzen.
  • Zero Trust schrittweise einführen bzw. ausbauen.

Cybersicherheit für Ihr Unternehmen

Die Ergebnisse des Cyber Security Report 2026 zeigen: Jetzt ist der
richtige Zeitpunkt für Unternehmen, aktiv zu werden und ihre Cybersicherheitweiter zu stärken.

Wenn Sie mehr über die Studie erfahren möchten oder Unterstützung bei technischen Maßnahmen, Erhebung organisatorischer Reife oder Umsetzung regulatorischer Anforderungen brauchen, kontaktieren Sie uns. Unsere
Cyber-Expert:innen unterstützen Sie dabei, Sicherheit nachweisbar, wirksam und zukunftsfit zu gestalten.

Unsere Studienergebnisse aus den Vorjahren zum Download