Zum Hauptinhalt springen
Welcome to Deloitte
If we have selected the wrong experience for you, please change it above.

Deloitte Austrian Tax Survey 2026

Österreichs Wettbewerbsfähigkeit gerät zunehmend unter Druck – und das heimische Steuersystem spielt dabei eine zentrale Rolle. Der aktuelle Deloitte Austrian Tax Survey unter rund 300 Führungskräften zeigt: Drei Viertel der Unternehmen bewerten das österreichische Steuerumfeld im europäischen Vergleich als besonders herausfordernd. Hohe Steuern und Abgaben, zunehmende Bürokratie sowie fehlende Planbarkeit belasten die Unternehmen und schwächen den Standort. Um Österreich steuerlich wie wirtschaftlich wieder attraktiver zu machen, braucht es aus Sicht der Wirtschaft dringend Reformen, Investitionsanreize und mehr Rechtssicherheit.

 

Key Findings auf einen Blick

Standort unter Druck

Drei Viertel der Unternehmen bewerten das österreichische Steuersystem im europäischen Vergleich als herausfordernd.

Hohe Belastung

Steuern, Abgaben und Bürokratie werden als größte Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gesehen.

Widersprüchliche Signale

Politische Diskussionen über neue Steuern sowie häufige Gesetzesänderungen erschweren die unternehmerische Planung.

Klare Forderungen

Unternehmen sprechen sich für Steuererleichterungen, niedrigere lohnabhängige Abgaben und bessere Investitionsbedingungen aus. 

Der Wirtschaftsstandort Österreich steht vor großen Herausforderungen. Laut einer aktuellen Deloitte Befragung unter rund 300 Führungskräften werden die strukturellen Nachteile im Inland mittlerweile kritischer bewertet als die aktuellen globalen Entwicklungen. Besonders hohe Steuern und Abgaben sowie umfangreiche bürokratische Anforderungen belasten Unternehmen und schränken die Wettbewerbsfähigkeit ein. 

Auch internationale Rankings bestätigen diese Entwicklung: Im aktuellen World Competitiveness Ranking des IMD ist Österreich von Platz 26 auf Platz 29 zurückgefallen. Als wesentliche Schwachstellen werden dabei insbesondere die Steuerpolitik und die öffentlichen Finanzen genannt. 

"Das Steuersystem entwickelt sich zum Bremsklotz für die Wettbewerbsfähigkeit. Laut den Unternehmen braucht es endlich einen klaren Kurswechsel. Sie plädieren für eine allgemeine Steuerentlastung, eine Senkung der lohnabhängigen Abgaben sowie Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern. Im internationalen Wettbewerb sind das entscheidende Faktoren, um Österreichs Attraktivität wieder zu erhöhen."

Herbert Kovar, Managing Partner Tax & Legal bei Deloitte Österreich

Komplexität und fehlende Planbarkeit belasten Unternehmen

Neben der hohen Steuerbelastung stellt vor allem die Komplexität des österreichischen Steuersystems Unternehmen vor große Herausforderungen. Drei Viertel der Befragten empfinden die steuerlichen Regelungen als schwierig. Besonders belastend werden die Themen Lohnabgaben (62 %), Betriebsprüfungen und Abgabenverfahren (42 %) sowie steuerliche Compliance- und Tax-Management-Prozesse (40 %) wahrgenommen. 

Zusätzlich fehlt es den Unternehmen an Planungssicherheit. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, durch politische Diskussionen über neue Steuern verunsichert zu werden. Häufige Gesetzesänderungen sowie unklare, doppeldeutige oder widersprüchliche Interpretationen steuerlicher Regelungen durch die Finanzverwaltung verstärken diese Unsicherheit.

„Wenn sich steuerliche Rahmenbedingungen laufend verändern und gleichzeitig neue regulatorische Anforderungen hinzukommen, wird unternehmerische Planung erschwert. Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich wieder auf das Steuersystem verlassen können – sie brauchen klare Regeln und ausreichend Zeit für die Umsetzung neuer Vorgaben.“

Herbert Kovar, Managing Partner Tax & Legal bei Deloitte Österreich

Globale Krisen verschärfen heimische Standortprobleme

Zusätzlich zu den hausgemachten Herausforderungen belastet die angespannte geopolitische Lage den Wirtschaftsstandort Österreich. Sechs von zehn Führungskräften (63 %) rechnen mit starken Auswirkungen der internationalen Entwicklungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. 

Die Stimmung in den Unternehmen bleibt entsprechend angespannt. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) sorgen sich um die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung, und jedes zweite Unternehmen sieht bereits konkrete Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit. Seit Veröffentlichung des Deloitte Radar im Frühjahr hat sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage nochmals merklich verschlechtert.

"Unser Steuersystem ist zu teuer, zu kompliziert und zu behäbig. Die internationale Lage lässt sich nicht steuern – die Standortbedingungen schon. In einem zunehmend unsicheren Umfeld muss die Politik dort ansetzen, wo sie selbst Gestaltungsspielraum hat: bei Steuern, Bürokratie und Investitionsbedingungen. Steuerpolitische Maßnahmen dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen Teil einer umfassenden Standortstrategie sein. Die Wirtschaftspolitik muss auf Investitionen und Wachstum ausgerichtet werden – nur so hat Österreich langfristig eine Chance."

Herbert Kovar, Managing Partner Tax & Legal bei Deloitte Österreich

Unsere Studienergebnisse aus den Vorjahr zum Download