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Deloitte Art & Finance Report: Internationaler Kunstmarkt braucht mehr Innovation

  • Widersprüchliche Entwicklung: Während das private Sammlervermögen steigt, stagniert der internationale Kunstmarkt 
  • Ruf nach Modernisierung: Junge Sammlerinnen und Sammler treten für transparenteren und kosteneffizienteren Markt ein
  • Disruptive Technologien: AI und Co. verändern die Kunstwelt nachhaltig
  • Riskante Anlage: Fälschungen und wenig Regulierung erhöhen die Gefahren am Markt

Der internationale Kunstmarkt befindet sich im Umbruch. Während der Markt schon seit längerem stagniert, werden die Rufe nach Modernisierung und mehr Transparenz vor allem von Seiten junger Sammlerinnen und Sammler immer lauter. Neue Technologien könnten hier Abhilfe schaffen – denn ihr Potenzial für den Kunstmarkt ist enorm. 

Wien, 3. Dezember 2025 – Kunst wird – gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten – zunehmend als diversifizierte Anlagestrategie betrachtet. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Deloitte Art & Finance Report, für den weltweit rund 450 relevante Stakeholder aus Vermögensverwaltung, Kunstwelt und Sammlerkreisen befragt wurden. Doch während das Kunst- und Sammlervermögen der sogenannten Ultra-High-Net-Worth-Individuals, also besonders vermögender Privatpersonen, bis 2030 auf rund 3,437 Billionen US-Dollar ansteigt, steckt der globale Kunstmarkt in einer Stagnation. Um in diesen wieder mehr Bewegung zu bringen, braucht es dringend eine Modernisierung.

Der Anstieg des Gesamtvermögens der wohlhabendsten Gesellschaftsschicht macht sich am internationalen Kunstmarkt kaum bemerkbar. Dieser ist seit geraumer Zeit ins Stocken geraten. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber vor allem die mangelnde Transparenz, ein abschreckender Elitarismus sowie sich schnell verändernden Geschmäcker wirken sich negativ aus. Was es braucht, sind Verbesserungen in den Bereichen Transparenz und Kosteneffizienz, um so vor allem die jüngere Sammlergeneration anzusprechen.

Wilfried Krammer, Partner bei Deloitte Österreich

Der Kunstmarkt im Umbruch

Ein wesentlicher Katalysator für die Modernisierung des Kunstmarkts sind neue Technologien. Vor allem hinsichtlich Transparenzsteigerung und höherer Bewertungsgenauigkeit sehen Kunstexpertinnen und -experten sowie Sammlerinnen und Sammler großes Potenzial. Gleichzeitig ist die anfängliche Euphorie rund um Artificial Intelligence (AI), Blockchain und
Co. mittlerweile abgeflaut. Nun herrscht ein pragmatischeres Verständnis darüber vor, was die digitale Transformation für den Kunstmarkt wirklich leisten kann. 

Der Kunstmarkt befindet sich im Umbruch, das ist unbestritten. Während der Hype um AI-Kunstgeneratoren oder NFTs mittlerweile wieder etwas abgeschwächt ist, hat beispielsweise die Blockchain-Technologie das Potenzial, die Kunstwelt nachhaltig zu verändern. Sie bietet etwa Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, die gesamte Geschichte ihres Werkes unveränderbar zu dokumentieren. Sammlerinnen und Sammler können wiederum von erhöhter Sicherheit und Nachvollziehbarkeit profitieren.

Wilfried Krammer, Partner bei Deloitte Österreich

Die Risiken des Kunstmarkts

Derzeit ist beim Kunstkauf vor allem eine Mischung aus Leidenschaft und Investitionskalkül tonangebend. Immerhin 59 % der Sammlerinnen und Sammler sehen das als ihren größten Antrieb, der vor allem auch durch die aktuelle wirtschaftliche Lage noch einmal verstärkt werden dürfte. 

In Zeiten hoher Inflation sehen Sammlerinnen und Sammler Kunst als Wertspeicher, ähnlich wie Gold. Doch der Markt ist nicht immun gegen Schwankungen sowie Krisen und bringt einige Risiken mit sich. Fälschungen oder auch die Tatsache, dass der Markt wenig reguliert ist, sind Herausforderungen, die endlich offensiv angegangen werden sollten.

Wilfried Krammer, Partner bei Deloitte Österreich