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Die neue Studie von Deloitte Schweiz zeigt: Das Optimierungspotenzial in der Grundversicherung ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Gleichzeitig steigen für viele Versicherte die Prämien leicht stärker als die offiziell kommunizierten 5,0%. Die Befragung bestätigt ein hohes Preisbewusstsein der Versicherten. Die Krankenversicherer müssen daher von einer erneut hohen Wechselquote ausgehen.
Die Krankenkassenprämien steigen 2027 zum fünften Mal in Folge deutlich. Die Berechnungen von Deloitte zeigen nun: Für viele Versicherte fällt der Anstieg höher aus als der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommunizierte Durchschnitt. So erhöht sich die je Region verfügbare günstigste Marktprämie im gewichteten Mittel um +5,2%, während der offiziell kommunizierte Durchschnitt +5,0% beträgt. Insbesondere günstige Versicherungsmodelle geraten stärker unter Druck.
Besonders markant ist die Spreizung zwischen den Regionen. Während einzelne Kantone wie Genf, Nidwalden und Glarus den geringsten Prämienanstieg aufweisen, steigt die günstigste Prämie im Kanton Neuenburg mit 30 CHF pro Monat am stärksten.
Obwohl in den vergangenen Jahren viele Kundinnen und Kunden ihre Krankenversicherung optimiert haben, ist das Potenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Würden alle Personen unter Berücksichtigung der für sie optimalen Franchise zum günstigsten Anbieter und Modell wechseln, liessen sich gemäss Analyse durchschnittlich CHF 702 pro Jahr und Person sparen. Hochgerechnet auf die erwachsene Schweizer Bevölkerung ergibt dies gemäss diesen Berechnungen ein Potenzial von gesamthaft CHF 5,3 Milliarden. Mit dem Anstieg per 2027 ist diese Lücke sogar grösser geworden.
Deloitte erwartet basierend auf historischen Zusammenhängen erneut eine hohe Wechselquote von rund 7 bis 9 Prozent; dies entspricht 600'000 bis 900'000 Versicherten, die sich für einen neuen Krankenversicherer entscheiden. Die Konsumentenbefragung stützt diese Erwartung und zeigt eine neue Normalität: Die jährlich wiederkehrenden Prämienerhöhungen haben die Bevölkerung wachgerüttelt und preissensitiver gemacht. Mehr als die Hälfte gibt inzwischen an, dass sie jedes Jahr ihre Krankenversicherung überprüfen. Ab einer möglichen Prämienerhöhung von 20 CHF pro Monat und Person zieht jede und jeder Zweite einen Wechsel in Betracht.
Künstliche Intelligenz gewinnt für Versicherte und Versicherer an Bedeutung. Rund 40% der Bevölkerung nutzen künstliche Intelligenz bereits heute bei Fragen zur Krankenversicherung oder planen, dies bald zu tun. Für Krankenversicherer gewinnt damit die Frage an Bedeutung, wie KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Claude ihre Angebote darstellen und welche Anbieter sie empfehlen.
Die Befragung zeigt, dass die Prämienerhöhungen der letzten Jahre dazu geführt haben, dass die Versicherten preissensitiver geworden sind und vermehrt optimieren. Für tiefere Prämien ist die Bevölkerung auch offen für Einschränkungen oder zusätzliche Auflagen: Mindestens die Hälfte würde eine Generika-Pflicht, jährliche Pflicht-Checkups sowie Mehrjahresverträge in der Grundversicherung akzeptieren – sofern sich dadurch Prämien sparen lassen. Rund 20% der befragten Versicherten würden sogar einer Einschränkung bei der Wahl der Leistungserbringer sowie einer Erhöhung der Maximalfranchise zustimmen.
Die Studie «Krankenversicherung Schweiz: Prämiensituation 2027» von Deloitte stützt sich – nebst der Auswertung offizieller Marktdaten – auf eine repräsentative Befragung von 1'236 Personen in der Schweiz (Q3/2026), in Kooperation mit YouGov. Erfasst wurden unter anderem die Wahrnehmung der Versicherer, die Wechselbereitschaft, die Preissensitivität, die Nutzung von Technologien im Vertriebsprozess sowie persönliche Einschätzungen zu den Prämienerhöhungen und dem Krankenversicherungssystem.