Österreichs Unternehmen bleiben trotz sinkender wirtschaftlicher Unsicherheit unter Kostendruck. Inflation und Energiepreise zählen zu ihren größten Risiken, Kostensenkungen stehen ganz oben auf der Agenda. Das zeigt unsere aktuelle Umfrage, für die wir halbjährlich europäische Finanzvorstände um ihre Einschätzung bitten. Für die aktuelle Umfrage wurden europaweit und in Österreich Top-CFOs befragt.
Erneuter Inflationsanstieg bleibt größtes Unternehmensrisiko, gefolgt von steigenden Energiepreisen
Wirtschaftliche Unsicherheit belastet Unternehmen weniger als noch im Frühjahr
Unternehmen setzen auf Kostensenkungen und Wachstum in bestehenden Märkten
Fehlende Daten- und Technologieinfrastruktur bremst den Einsatz im Finanzbereich
Die wirtschaftliche Unsicherheit in Österreichs Unternehmen nimmt ab: Bewerteten im Frühjahr noch 62 % der Finanzverantwortlichen die Unsicherheit als hoch oder sehr hoch, sind es aktuell 46 %. Gleichzeitig bleibt der Kostendruck hoch.
„Die wirtschaftliche Unsicherheit geht etwas zurück, doch die Unternehmen bleiben vorsichtig. Inflation und Energiepreise erschweren die Planung und erhöhen den Druck auf die Margen. Umso wichtiger ist es jetzt, Kosten im Griff zu behalten und die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken.“
Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich
Wie zurückhaltend die Finanzverantwortlichen weiterhin agieren, zeigt sich auch bei der Risikobereitschaft: Zwei Drittel halten den aktuellen Zeitpunkt für ungeeignet, um zusätzliche Risikopositionen in die Bilanz aufzunehmen.
Die Preisentwicklung steht ganz oben auf der Risikoliste der heimischen Finanzverantwortlichen. Mehr als sieben von zehn Befragten sehen einen erneuten Inflationsanstieg als hohes Risiko für ihr Unternehmen. Dahinter folgen steigende Energiepreise (68 %), geopolitische Risiken (59 %) und KI-unterstützte Cyberangriffe (58 %).
Die Risikolage prägt auch die strategischen Prioritäten der Unternehmen. In den kommenden zwölf Monaten stehen Kostensenkungen im Vordergrund: 87 % der Finanzverantwortlichen stufen eine Reduktion der Kosten als wichtig ein. Gleichzeitig wollen die Unternehmen ihre Wachstumsmöglichkeiten nutzen. 83 % messen dem Wachstum in bestehenden Märkten hohe Priorität bei. Bei der Expansion in neue Märkte und bei zusätzlichen Investitionen zeigen sie sich hingegen deutlich zurückhaltender.
Jedes dritte Unternehmen nennt eine unzureichend vorbereitete Daten- und Technologieinfrastruktur als größte Hürde für die Skalierung von Künstlicher Intelligenz. Damit fehlen vielen Unternehmen grundlegende Voraussetzungen, um KI im Finanzbereich breiter einzusetzen.
Wo Unternehmen bereits in KI investieren, stehen laut Umfrage vor allem Kostenreduktion und Effizienzsteigerung (21 %) sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (18 %) im Vordergrund. Drei von zehn Unternehmen setzen KI im Finanzbereich bislang noch gar nicht ein.
„Das Potenzial von KI im Finanzbereich reicht weit über die Automatisierung einzelner Aufgaben hinaus. Um es tatsächlich auszuschöpfen, braucht es jedoch eine solide Datenbasis und eine geeignete technologische Infrastruktur. Unternehmen, die diese Voraussetzungen schaffen, können Prozesse effizienter gestalten und ihre Ressourcen gezielter einsetzen.“
Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich