Die Ausgabe 2025 des alle zwei Jahre erscheinenden Kunst- und Finanzberichts von Deloitte Private und ArtTactic erscheint inmitten einer Marktstagnation, sich wandelnder Wertevorstellungen von Sammlern und einem beispiellosen globalen Vermögenstransfer, bei dem in den nächsten zehn Jahren Kunstwerke und Sammlerstücke im Wert von schätzungsweise 992 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln werden. Da sich das Kunst- und Finanzökosystem an die Anforderungen nach Transparenz, Inklusivität und Zweckmässigkeit anpasst, sind Innovation und strategisches Engagement wichtiger denn je.
Seit 2011 verfolgt der Bericht die Integration von Kunst in die Vermögensverwaltung. Was vor 14 Jahren als Frage der Relevanz begann, ist heute eine Frage der Umsetzung: 2011 bot nur ein Viertel der Vermögensverwalter kunstbezogene Dienstleistungen an, heute sind es 51 %, was einen allmählichen Wandel in der Wahrnehmung und Praxis widerspiegelt.
Diese Ausgabe stützt sich auf Erkenntnisse von 57 Experten und fast 500 Umfrageantworten und umfasst Akteure aus der Kunst- und Finanzbranche, darunter Privatbanken, Family Offices, Sammler und Kunstexperten. Sie enthält 30 Artikel von führenden Branchenexperten, darunter Beiträge von acht Deloitte-Niederlassungen weltweit. Sie untersucht, wie Sammler der nächsten Generation den Kunstmarkt neu gestalten, indem sie kulturelle Wirkung und Vermächtnis gegenüber finanziellen Erträgen priorisieren, wie mittelpreisige Kunstwerke und Luxus-Sammlerstücke in Vermögensstrategien an Bedeutung gewinnen und welche Rolle KI und Blockchain bei der Lösung langjähriger Herausforderungen in Bezug auf Bewertung und Provenienz spielen.
Es zeichnen sich drei strategische Ansätze ab: die vollständige Integration kunstbezogener Dienstleistungen, der Verzicht aufgrund von Diskrepanzen oder fehlenden klaren Geschäftsmodellen und hybride Modelle – häufig bei Family Offices –, die auf Partnerschaften mit externen Branchenexperten basieren. Obwohl sie noch eine Nische darstellen, haben Kunst und Finanzen mittlerweile einen anerkannten Platz innerhalb ganzheitlicher Vermögensverwaltungsstrategien.
Die Einbeziehung von Kunst und Sammlerstücken in die Vermögensverwaltung stärkt die Kundenbeziehungen, insbesondere zu der nächsten Generation von Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWIs), bietet finanzielle und emotionale Vorteile und fördert einen stärker auf den Menschen ausgerichteten Ansatz.Wir hoffen, dass diese Ausgabe zu neuen Denkansätzen und Kooperationen zwischen den Bereichen Kunst, Kultur und Finanzen anregt.