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Deloitte Studie 2026: M&A-Aktivitäten von Schweizer KMU

Die Puzzleteile fügen sich endlich zusammen und sorgen für die lang erwartete Erholung im M&A-Bereich

 

Wir freuen uns, Ihnen unsere neueste Studie über M&A-Aktivitäten (Fusionen und Übernahmen) kleiner und mittlerer Unternehmen («KMU») in der Schweiz für das Jahr 2025 vorzulegen. Der diesjährige Bericht umfasst ein Interview mit Christophe Utelli, CEO der Cité Gestion SA, über die strategische Partnerschaft mit EFG International, die durch die 100% Übernahme durch EFG entstanden ist.

Weltweit hat die Zahl der M&A-Transaktionen 2025 um 4% gegenüber 2024 zugenommen, vor allem bedingt durch eine Renaissance der Mega-Deals. Der Gesamtwert aller Transaktionen belief sich auf 3,7 Billionen Franken und näherte sich damit dem Wert von 2021 an. Diese positive Dynamik zeigte sich auch bei den M&A-Aktivitäten der Schweizer KMU, ihr Volumen wuchs um 16% gegenüber 2024.

Transaktionen im Sektor IT-Dienstleistungen und Software waren 2025 der wichtigste Wachstumsmotor. Sie machten 90% der Zunahme des Transaktionsvolumens aus und zeigten damit deutlich die strategische Bedeutung und fortlaufende Konsolidierung des Sektors. Die Zahl der Inbound-Transaktionen erhöhte sich um 65% auf einen Rekordwert von 104, während die Zahl der Inlandstransaktionen um 10% gegenüber dem Vorjahr wuchs. Die Zahl der Outbound-Transaktionen nahm dagegen um 25% auf 51 ab, da sich die Unternehmen angesichts der aktuellen Zollunsicherheit zurückhaltend verhielten. Die Zahl der Transaktionen im Bereich Private Equity nahm um 45% auf 116 Deals zu, vor allem bedingt durch eine Zunahme der ergänzenden Inbound-PE-Übernahmen um 156%.

Überblick über die M&A-Aktivität


Mehr Transaktionen trotz Marktvolatilität

Entscheidungsträger haben trotz anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen die Marktschwankungen gut gemeistert und die M&A-Aktivitäten angekurbelt. Dank reichlich verfügbarem Kapital nahmen sowohl die Gesamtzahl als auch das Volumen der weltweiten Transaktionen 2025 zu: Waren es 2024 noch 39’644 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 2,9 Billionen Franken, wurden 2025 insgesamt 41’362 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 3,7 Billionen Franken verzeichnet – eine Erhöhung des Transaktionswerts um 28%. Europäische Unternehmen beteiligten sich an 19’175 Transaktionen (1,3 Billionen Franken), US-Unternehmen an 14’475 Transaktionen (2,3 Billionen Franken).

Diese positive Entwicklung war auch bei Schweizer KMU zu beobachten: Insgesamt wurden 208 Transaktionen verzeichnet, ein Anstieg um 16% gegenüber den 179 Transaktionen im Jahr 2024. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf den erheblichen Anstieg der Inbound-Transaktionen zurückzuführen.

 

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M&A-Transaktionen mit Schweizer KMU seit 2019 (nach Anzahl)

Transaktionen in der Schweiz


(Inlands- und Inbound-M&A-Transaktionen, ohne Outbound-Transaktionen)

Die Zahl der Transaktionen, bei denen Schweizer KMU verkauft wurden, nahm 2025 um 41% gegenüber 2024 zu, vor allem bedingt durch die Zunahme der Inbound-Transaktionen. 32% dieser Transaktionen fanden im Kanton Zürich statt.

Transaktionen in der Schweiz nach Sektor

An der Spitze stand der Sektor IT-Dienstleistungen und Software. Im Jahr 2024 entfielen 28% der Inlands- und Inbound-Transaktionen auf diesen Sektor, verglichen mit 14% im Jahr 2024. Damit wurde der Rückgang von jeweils 4% in den Sektoren Industrie und Konsumgüter kompensiert. Der Sektor Life Sciences und Gesundheitswesen blieb mit insgesamt 16% stabil, allerdings nahm die Zahl der Inbound-Transaktionen um 110% zu, während die Inlandstransaktionen um 43% zurückgingen, worin sich eine Eigentumsverlagerung hin zu ausländischen Investoren widerspiegelt.

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Inlands- und Inbound-Transaktionen nach Sektor

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Schweiz

 

Resilienz inmitten globaler Turbulenzen

Bei der neuesten Deloitte CFO-Umfrage, die im September 2025 durchgeführt wurde, äusserten sich Schweizer CFOs im Hinblick auf ihre Unternehmen trotz einer schwächeren Konjunkturprognose für die Schweiz weiterhin vorsichtig optimistisch. Die Zollschocks und die geopolitischen Risiken belasten zwar das breitere wirtschaftliche Umfeld, trotzdem wird nach wie vor ein moderates Umsatz- und Gewinnwachstum erwartet. Internationale Risiken, darunter die geopolitischen Spannungen, die Handelsstreitigkeiten sowie die Wechselkursschwankungen, bereiten den CFOs die grössten Sorgen. Unternehmen reagieren darauf, indem sie vorsichtige strategische Schritte ergreifen, darunter Preisanpassungen, Kostensenkungsmassnahmen sowie verstärkte Investitionen in Automatisierung und Technologie.

Die Konjunkturerwartungen für die wichtigsten Märkte fallen unterschiedlich aus: Der Ausblick für die Schweiz ist leicht negativ, hellt sich aber auf. Die Erwartungen für die USA sind unverändert äusserst pessimistisch, Deutschland lässt vorsichtige Anzeichen einer Erholung erkennen, und China hat sich bereits erholt, hier ist die Stimmung überwiegend positiv. Schweizer Unternehmen stellen sich aktiv diesen Herausforderungen, allerdings wird ihr operatives Geschäft nach wie vor durch das schwierige Umfeld belastet.

Der Schweizer Franken hat sich im vergangenen Jahr deutlich gegenüber dem US-Dollar aufgewertet, während er gegenüber dem Euro stabil geblieben ist. CFOs rechnen mit wachsendem Druck durch Wechselkurse, wobei sie davon ausgehen, dass der US-Dollar im Hinblick auf das Geschäftsrisiko zukünftig eine fast ebenso grosse Rolle spielen wird wie der Euro, sodass das Währungsmanagement für den Margenschutz unverzichtbar wird.

Ausblick 2026

Der M&A-Markt erholte sich 2025, wurde jedoch durch unerwartete makroökonomische Schocks beeinträchtigt, insbesondere durch die Ankündigungen der US-Zölle, welche die Unsicherheit im weltweiten Handel noch verstärkten. Trotzdem verzeichnete die Schweiz eine deutliche Zunahme der Inbound-Transaktionen sowie einen starken Anstieg der ergänzenden Private-Equity-Transaktionen.

Mit Blick auf das Jahr 2026 ist die Schweizer Wirtschaft mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 1,1% und einer geringen Inflation von etwa 0,2% gut aufgestellt, um eine Zunahme der Transaktionsaktivität zu begünstigen. Der gemässigte geldpolitische Kurs der Schweizerischen Nationalbank dürfte in Verbindung mit Lockerungsmassnahmen der EZB weiterhin für vorteilhafte Finanzierungsbedingungen sorgen. KMU sehen sich zwar mit Herausforderungen bei der Finanzierung konfrontiert, doch diese Lücke wird zunehmend durch alternative Kreditgeber ausgefüllt.

Auf der Angebotsseite des M&A Markts lässt sich eine Zunahme der Transaktionsaktivität erwarten, zumal Unternehmen sich vermehrt auf ihre operativen Kernkompetenzen fokussieren und die Rationalisierung des Bestands von Portfoliounternehmen vorantrieben. Des Weiteren werden angestaute Nachfolgefälle und der zunehmende Druck auf Private Equity Gesellschaften, ihren Investoren Kapital auszuschütten, den Markt beflügeln. Gleichzeitig suchen Käufer nach unterbewerteten Vermögenswerten und Turnaround-Chancen, während die Digitalisierung und die Sicherheit der Lieferketten bei Übernahmeentscheidungen nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Private-Equity-Firmen verfügen über einen hohen Bestand an liquiden Mitteln, daher wird erwartet, dass sie die Dynamik durch Buy-and-Build-Strategien und verbesserte Exit-Optionen aufrechterhalten. Schweizer Unternehmen könnten auch ihre Outbound-Transaktionen verstärken, insbesondere in den USA, um die geopolitischen Risiken zu verringern sowie ihre Lieferketten zu diversifizieren und zu stärken.

Auf Sektorebene wird die Konsolidierung im Sektor IT-Dienstleistungen und Software andauern, im Sektor Luxusgüter und Uhren könnte die Aktivität unterdessen wieder zunehmen, da Käufer von attraktiven Bewertungen profitieren wollen. Unternehmen im Sektor Life Sciences und Gesundheitswesen werden weiterhin ausländische Investoren anlocken, die sich einen Zugang zum innovativen Ökosystem der Schweiz sichern wollen. Dagegen könnten die anhaltenden Handelsspannungen dazu führen, dass sich im traditionellen Industriesektor nur einzelne Unternehmen erholen können.

Die Herausforderungen sind nach wie vor erheblich, denn aufgrund der fortgesetzten geopolitischen Unsicherheit sind sowohl Käufer als auch Verkäufer weiterhin vorsichtig. Das makroökonomische Umfeld ist zwar insgesamt unverändert positiv, doch es drohen nach wie vor Risiken, insbesondere dann, wenn die Inflation wieder steigt oder die Zentralbanken geplante Zinssenkungen verschieben oder die geldpolitischen Zügel sogar wieder straffen. In diesem Fall könnten sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen, und die Transaktionsdynamik könnte abnehmen. Darüber hinaus werden die Bewertungen weiterhin durch Unterbrechungen der Lieferketten und durch Margendruck belastet, insbesondere in Sektoren, die von Zöllen betroffen sind, sowie in traditionellen Industriesektoren. Die Bewältigung dieser komplexen Rahmenbedingungen erfordert Flexibilität und strategische Weitsicht.

Die robuste wirtschaftliche Resilienz der Schweiz, das stabile politische Umfeld, die attraktiven regulatorischen Rahmenbedingungen und die Offenheit für ausländische Investoren schaffen jedoch eine solide Grundlage. Dies sorgt in Verbindung mit der vorteilhaften Geldpolitik der Schweizerischen und der Europäischen Zentralbank dafür, dass Unternehmen, die Zugang zu den entsprechenden Finanzierungsmöglichkeiten haben, gut aufgestellt sind, um 2026 von strategischen M&A-Chancen zu profitieren und das Wachstum anzukurbeln.

Methodologie

Dies ist die 20. Ausgabe der Deloitte-Studie zur M&A-Aktivität von KMU in der Schweiz. Sie nutzt verschiedene Informationsquellen, um Transaktionen mit Schweizer KMU zu identifizieren, wie die Mergermarket-Datenbank, die Schweizer Wirtschaftspresse, Capital IQ, die SIX Swiss Exchange und die Deloitte M&A-Datenbanken. Die Analyse bezieht sich ausschliesslich auf Schweizer kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) und basiert auf Transaktionen, die zwischen dem 01.01.2025 und dem 31.12.2025 abgeschlossen wurden. Weitere Details finden Sie im Bericht.


Mitwirkende

Wir danken Camille de Seroux und Nicolas De Oliveira herzlich für ihren wertvollen Beitrag zu diesem Bericht.


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