Die digitale Sachverhaltsaufklärung ist im Umbruch. Wachsende Datenmengen, neue Datenquellen und der Einsatz generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) verändern die Anforderungen an Unternehmen und ihre Fachbereiche gleichermassen.
Die vorliegende Studie beleuchtet aktuelle Entwicklungen, Kostenstrukturen, organisatorische Herausforderungen und zukünftige Handlungsfelder im Discovery & Data Management. Grundlage der Analyse sind die Einschätzungen von 505 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Studie zeigt weiterhin, wie die Unternehmensbereiche Legal, Compliance, IT, Cyber Security, Corporate Security und Interne Revision auf diese Entwicklungen reagieren und welche Prioritäten sie bei Kosten, Sicherheit und Effizienz setzen.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 505 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von den Befragten stammen 51% aus Deutschland, 25% aus Österreich und 24% aus der Schweiz. Die Teilnehmenden stammen aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, Industrie, Life Sciences, Technologie, Automotive, Transport sowie öffentliche Verwaltung. Die Untersuchung versteht Discovery als umfassendes Instrumentarium zur digitalen Beweissicherung, Analyse und Sachverhaltsaufklärung im Rahmen von Untersuchungen, Rechtsstreitigkeiten, regulatorischen Anfragen und Cybervorfällen.
aus Deutschland
aus Österreich
aus der Schweiz
Die Ergebnisse zeigen, dass Discovery längst kein reines Thema für Rechtsabteilungen mehr ist. Neben Legal und Compliance spielen heute insbesondere IT, Cyber Security, Corporate Security und Interne Revision eine zentrale Rolle. Die zunehmende Verbreitung digitaler Untersuchungsverfahren eröffnet neue Möglichkeiten zur fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit, stellt Unternehmen jedoch gleichzeitig vor organisatorische und Governance-bezogene Herausforderungen.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die hohe Bedeutung des Kostenmanagements. Die Kosten für Discovery-Untersuchungen variieren erheblich und werden von Datenvolumen, Verfahrensumfang und Review-Aufwand massgeblich beeinflusst. Besonders der Dokumentenreview stellt weiterhin einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass viele Unternehmen noch keine vollständig standardisierten Verfahren etabliert haben und dadurch Potenziale für mehr Effizienz und Planbarkeit ungenutzt bleiben.
Die Studie macht deutlich, dass GenAI zunehmend Einzug in Discovery-Prozesse hält. Besonders bei Relevanzbewertungen, Datenschutzprüfungen und der Analyse grosser Dokumentenbestände werden erhebliche Effizienzgewinne erwartet. Dennoch bleibt menschliche Expertise unverzichtbar. Qualitätssicherung, Kontextverständnis und risikobasierte Entscheidungen können auch künftig nicht vollständig automatisiert werden. Die Zukunft liegt daher im Zusammenspiel von Technologie und Fachwissen.
Discovery steht unter wachsendem Druck: steigende Datenmengen, neue Datenquellen und regulatorische Anforderungen treiben Komplexität und damit Kosten gleichermassen.
Philipp Lüttmann, Partner Forensics, Deloitte Switzerland
Als grösste Herausforderungen der kommenden Jahre nennen die Befragten KI-generierte Inhalte, mobile Endgeräte, Cloud-Daten sowie Informationen aus sozialen Medien. Gleichzeitig gewinnen Initiativen zur Standardisierung von Prozessen, zum Aufbau analytischer Kompetenzen und zur Verbesserung der Legal-Hold-Readiness an Bedeutung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass erfolgreiche Discovery-Strategien künftig vor allem dort entstehen, wo Unternehmen die Ziele Wertschöpfung, Kostensenkung und Sicherheit in Einklang bringen.