Steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheiten und Sorgen wegen geopolitischer Spannungen prägen den Alltag der jungen Menschen in Österreich. Wie eine aktuelle Deloitte Studie belegt, wirken sich finanzielle Sorgen mittlerweile auch auf wichtige Zukunftsentscheidungen aus. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein engagierter Umgang mit der Arbeitswelt: Gen Z und Millennials setzen auf kontinuierliche Weiterentwicklung und gehen offen mit neuen Technologien um.
Wien, 13. Mai 2026 – Mit dem Global Gen Z & Millennial Survey erhebt das führende Beratungsunternehmen Deloitte jährlich die Stimmungslage junger Menschen im Arbeitskontext. In diesem Jahr wurden über 22.500 Personen aus 44 Ländern befragt – darunter auch 300 Gen Zs der Jahrgänge 1995 bis 2007 und 200 Millennials der Jahrgänge 1983 und 1994 aus Österreich.
Die aktuellen geopolitischen Spannungen und deren wirtschaftlichen Folgen machen laut Umfrage auch vor den Jungen nicht Halt: In Zeiten steigender Energiepreise und hoher Inflation sind die Lebenserhaltungskosten aktuell die Hauptsorge für die beiden befragten Generationsgruppen. So gibt beinahe die Hälfte der österreichischen Gen Zs und Millennials an, sich finanziell nicht ausreichend abgesichert zu fühlen. Und ein Drittel der Gen Zs sowie ein Viertel der österreichischen Millennials hat sogar Schwierigkeiten dabei, alle monatlichen Kosten abzudecken.
Die angespannte finanzielle Lage beeinflusst längst nicht mehr nur den Alltag, sondern zunehmend auch zentrale Zukunftsentscheidungen. Rund jeder zweite junge Mensch in Österreich verschiebt wichtige Schritte in der Lebensplanung und lebt von Monat zu Monat – Weiterbildung, berufliche Entwicklung oder die Familienplanung werden auf die lange Bank geschoben.
Elisa Aichinger, Partnerin Deloitte Österreich
Das immer wieder in der Öffentlichkeit geprägte Bild einer vermeintlich arbeitsunwilligen jungen Generation wird der Realität allerdings nicht gerecht: 6 von 10 Befragten bekunden prinzipielles Interesse an einer Führungsposition. Sie betonen aber auch, dass dafür die Rahmenbedingungen stimmen müssen.
Eine höhere Entlohnung allein reicht für viele junge Menschen nicht mehr aus, um eine Führungsposition anzustreben. Entscheidend ist vielmehr ein modernes Arbeitsumfeld – etwa flexible und hybride Arbeitsmodelle, ein offener Umgang mit mentaler Gesundheit sowie transparente Unternehmensstrukturen. Diese Faktoren schaffen die Grundlage dafür, junge
Menschen zu ermutigen, Führungsverantwortung zu übernehmen.
Isabella Schleifer, Director Deloitte Österreich
Nachhaltige berufliche Entwicklung scheint den jungen Generationen zudem wichtiger zu sein als schnelle Karrieresprünge. So geben 34 % der Gen Z und 44 % der Millennials an, sich im Job stetig weiterentwickeln zu wollen, während lediglich 20 % der Gen Z und 25 % der Millennials möglichst rasch die Karriereleiter erklimmen möchten.
Mit dem schrittweisen Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsmarkt gewinnt die Weitergabe von Wissen und Kompetenzen vermehrt an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen sich die jungen Generationen offen für neue Technologien und laufendes Lernen. Die Hälfte der Befragten ist davon überzeugt, dass Arbeitsweisen und Effizienz im Team auch nach dem Austritt eines Experten oder einer Expertin erhalten bleiben können. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei künstliche Intelligenz. Im Umgang mit Artificial Intelligence (AI) setzen die jungen Generationen neue Maßstäbe in Sachen Lernbereitschaft und Weiterentwicklung.
AI-Tools sind bei den jungen Generationen zum täglichen Begleiter geworden, sei es privat oder im Beruf. Zwei Drittel geben an, bereits jetzt AI im Job effektiv einsetzen zu können – jeder Vierte sucht aktiv nach Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Die jungen Generationen blicken damit aktiv nach vorne und sehen kontinuierliche Weiterentwicklung als Grundvoraussetzung für ihren beruflichen Erfolg.
Elisa Aichinger, Partnerin Deloitte Österreich
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