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Deloitte CFO Survey: 87 % der österreichischen Unternehmen setzen auf Kostensenkungen

  • Größte Sorge: Erneuter Inflationsanstieg bleibt größtes Unternehmensrisiko, gefolgt von steigenden Energiepreisen
  • Leichte Entspannung: Wirtschaftliche Unsicherheit belastet Unternehmen weniger als noch im Frühjahr
  • Klare Prioritäten: Unternehmen setzen auf Kostensenkungen und Wachstum in bestehenden Märkten
  • KI-Einsatz mit Hürden: Fehlende Daten- und Technologieinfrastruktur bremst den Einsatz im Finanzbereich

Österreichs Unternehmen bleiben trotz sinkender wirtschaftlicher Unsicherheit unter Kostendruck. Inflation und Energiepreise zählen zu ihren größten Risiken, Kostensenkungen stehen ganz oben auf der Agenda. Das zeigt der aktuelle Deloitte CFO Survey.

 

Wien, 3. November 2026 – Die wirtschaftliche Unsicherheit in Österreichs Unternehmen nimmt ab: Bewerteten im Frühjahr noch 62 % der Finanzverantwortlichen die Unsicherheit als hoch oder sehr hoch, sind es aktuell 46 %. Gleichzeitig bleibt der Kostendruck hoch. Das zeigt der aktuelle Deloitte CFO Survey unter rund 240 Finanzverantwortlichen, der im Oktober 2026 durchgeführt wurde.  

Die wirtschaftliche Unsicherheit geht etwas zurück, doch die Unternehmen bleiben vorsichtig. Inflation und Energiepreise erschweren die Planung und erhöhen den Druck auf die Margen. Umso wichtiger ist es jetzt, Kosten im Griff zu behalten und die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich

Wie zurückhaltend die Finanzverantwortlichen weiterhin agieren, zeigt sich auch bei der Risikobereitschaft: Zwei Drittel halten den aktuellen Zeitpunkt für ungeeignet, um zusätzliche Risikopositionen in die Bilanz aufzunehmen.

Inflation und Energiepreise bleiben zentrale Geschäftsrisiken

Die Preisentwicklung steht ganz oben auf der Risikoliste der heimischen Finanzverantwortlichen. Mehr als sieben von zehn Befragten sehen einen erneuten Inflationsanstieg als hohes Risiko für ihr Unternehmen. Dahinter folgen steigende Energiepreise (68 %), geopolitische Risiken (59 %) und KI-unterstützte Cyberangriffe (58 %).  

Wenn Inflation und Energiepreise schwer vorhersehbar bleiben, erschwert das die Kostenplanung und setzt die Margen unter Druck. Unternehmen müssen mögliche Belastungen frühzeitig erkennen und ihre Strategien flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen.

Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich

Kostensenkungen und Wachstum im bestehenden Geschäft haben Vorrang

Die Risikolage prägt auch die strategischen Prioritäten der Unternehmen. In den kommenden zwölf Monaten stehen Kostensenkungen im Vordergrund: 87 % der Finanzverantwortlichen stufen eine Reduktion der Kosten als wichtig ein. Gleichzeitig wollen die Unternehmen ihre Wachstumsmöglichkeiten nutzen. 83 % messen dem Wachstum in bestehenden Märkten hohe Priorität bei. Bei der Expansion in neue Märkte und bei zusätzlichen Investitionen zeigen sie sich hingegen deutlich zurückhaltender. 

Entscheidend ist, Kosten konsequent im Blick zu behalten, ohne die eigene Zukunftsfähigkeit aus den Augen zu verlieren. Wer Effizienzpotenziale hebt und gleichzeitig gezielt in bestehende Geschäftsfelder investiert, kann die Wettbewerbsfähigkeit auch in einem unsicheren Umfeld stärken.

Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich

Fehlende Infrastruktur bremst den KI-Einsatz im Finanzbereich

Jedes dritte Unternehmen nennt eine unzureichend vorbereitete Daten- und Technologieinfrastruktur als größte Hürde für die Skalierung von Künstlicher Intelligenz. Damit fehlen vielen Unternehmen grundlegende Voraussetzungen, um KI im Finanzbereich breiter einzusetzen.

Wo Unternehmen bereits in KI investieren, stehen laut Umfrage vor allem Kostenreduktion und Effizienzsteigerung (21 %) sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (18 %) im Vordergrund. Drei von zehn Unternehmen setzen KI im Finanzbereich bislang noch gar nicht ein.  

Das Potenzial von KI im Finanzbereich reicht weit über die Automatisierung einzelner Aufgaben hinaus. Um es tatsächlich auszuschöpfen, braucht es jedoch eine solide Datenbasis und eine geeignete technologische Infrastruktur. Unternehmen, die diese Voraussetzungen schaffen, können Prozesse effizienter gestalten und ihre Ressourcen gezielter einsetzen.

Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich