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Jedes Quartal rückt Reto Savoia, CEO Deloitte Schweiz, aktuelle Themen in den Vordergrund. Er spricht über die Schweizer Wirtschaft und erläutert, wo er innerhalb des Unternehmens den nächsten Schwerpunkt setzt. Reto Savoia schaut zurück auf Ereignisse, die ihn beeindruckt haben, und wir bitten ihn, sich zwischen zwei Dingen zu entscheiden, ohne viele Worte zu verlieren. Jedes Quartal aufs Neue!
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Welche aktuelle Herausforderung für die Schweizer Wirtschaft steht für dich in den kommenden drei Monaten im Vordergrund?
Unternehmen sind derzeit sehr stark gefordert, strategisch wie auch operativ. Sie sehen sich einer grossen Zahl an Entwicklungen gegenüber, auf die sie selber nur wenig Einfluss haben: die geopolitischen Verwerfungen, die sich in rascher Abfolge ändern; in der Folge neue Handelshemmnisse und Sanktionen, Zölle und andere Blockaden; neue Regulierungen, die ihr Geschäftsmodell in Frage stellen; technologische Neuerungen und Möglichkeiten, die vielversprechend sind, aber hohe Investitionen erfordern; unsicheres Investorenverhalten; hohe Preisvolatilität bei Energie- und Rohstoffversorgung; anspruchsvolle Kunden und Kompetenzprofile der Mitarbeitenden, die sich aktuell rapide ändern.
Auf all das müssen Unternehmen Antworten finden – im Wissen darum, dass schon in kurzer Zeit eine Neubeurteilung nötig wird. Das erfordert strategische Fähigkeiten, einen hohen Sachverstand und vor allem: eine starke Resilienz. Resilienz ist denn auch viel mehr als ein aktuelles Schlagwort. Es zeichnet die systemische Fähigkeit einer Firma aus, ihre Organisationsstruktur und -prozesse, Lieferketten, Führungs- und Unternehmenskultur, Beziehungen mit zentralen Anspruchsgruppen und vieles mehr so auszugestalten, dass die Firma mit den permanenten Veränderungen rasch und wirksam umgehen kann und sie langfristig erfolgreich bleibt. Für uns als Berater ist dies eines der anspruchsvollsten und zugleich spannendsten Themenfelder, bei denen wir unsere Kunden aktuell unterstützen.
Welche Priorität steht für Deloitte Schweiz in den kommenden Monaten im Vordergrund?
Deloitte Schweiz ist seit kurzem Teil von Deloitte EMEA, einem Verbund von rund 80 Ländergesellschaften in Europa, im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika. Diese Struktur entspricht in vielerlei Hinsicht der Art und Weise, wie unsere Kunden aufgestellt sind. Sie erlaubt weiterhin grosse Markt- und Kundennähe, Flexibilität und lokale Agilität und erlaubt gleichzeitig, noch unkomplizierter länderübergreifend die besten Spezialisten für ein Mandat zusammenzuziehen. Gerade vor dem Hintergrund der angesprochenen unternehmerischen Herausforderungen unserer Kunden ist das ein Vorteil. Die neue Struktur erlaubt uns zudem Investitionen länderübergreifend zu tätigen, was auch die rasche Skalierung erleichtert - etwa bezüglich der europäischen «Deloitte University» in Paris oder in unsere KI-Lösung «Solaria».
Welches jüngste Ereignis hat dich persönlich besonders beschäftigt oder beeindruckt?
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie viele Menschen die Fussball WM zu faszinieren vermag – und zwar über verschiedene Kontinente, Kulturen und Generationen hinweg. Die «schönste Nebensache der Welt» vermag für eine kurze Zeit sogar ein wenig die vielen «negative News» zu verdrängen, mit denen wir täglich konfrontiert werden.
Lieber Holzkohle- oder Gasgrill?
Da ich ein ganzjähriger Grill-Fan bin «sowohl als auch». Im Sommer aber bevorzugt mit Holzkohle – fühlt sich einfach authentischer und gemütlicher an.