Die digitale Sachverhaltsaufarbeitung befindet sich im Wandel. Steigende Datenmengen, neue Datenquellen und der Einsatz von GenAI verändern die Anforderungen an Unternehmen. Die Deloitte Studie „Discovery & Data Management im deutschsprachigen Raum“ untersucht, wie Unternehmen im DACH-Raum eDiscovery, Data Management und digitale Untersuchungen einsetzen, um Kosten zu steuern, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Risiken zu minimieren.
Teilnehmende aus dem DACH-Raum
nennen AI-generierte Inhalte als größte zukünftige Herausforderung
führen Discovery-Projekte vollständig inhouse durch
Methodik
Die Studie basiert auf einer Befragung von 505 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Teilnehmenden stammen aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, Industrie, Automotive, Healthcare, Technologie, Transport und öffentliche Verwaltung. Die Untersuchung versteht Discovery als umfassendes Instrumentarium zur digitalen Beweissicherung, Analyse und Sachverhaltsaufklärung im Rahmen von Untersuchungen, Rechtsstreitigkeiten, regulatorischen Anfragen und Cybervorfällen.
Discovery ist längst kein reines Thema für Rechtsabteilungen mehr. Neben Legal und Compliance spielen heute insbesondere IT, Cyber Security, Corporate Security und Interne Revision eine zentrale Rolle. Die zunehmende Verbreitung digitaler Untersuchungsverfahren eröffnet neue Möglichkeiten zur fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit, stellt Unternehmen jedoch gleichzeitig vor organisatorische und Governance-bezogene Herausforderungen.
Die Kosten für Discovery-Untersuchungen variieren erheblich und werden von Datenvolumen, Verfahrensumfang und Review-Aufwand maßgeblich beeinflusst. Besonders der Dokumentenreview stellt weiterhin einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass viele Unternehmen noch keine vollständig standardisierten Verfahren etabliert haben und dadurch Potenziale für mehr Effizienz und Planbarkeit ungenutzt
GenAI hält zunehmend Einzug in Discovery-Prozesse. Besonders bei Relevanzbewertungen, Datenschutzprüfungen und der Analyse großer Dokumentenbestände werden erhebliche Effizienzgewinne erwartet. Dennoch bleibt menschliche Expertise unverzichtbar. Qualitätssicherung, Kontextverständnis und risikobasierte Entscheidungen können auch künftig nicht vollständig automatisiert werden. Die Zukunft liegt daher im Zusammenspiel von Technologie und Fachwissen..