Begonnen habe ich vor 15 Jahren direkt nach der Matura im Bereich Personalverrechnung (Business Process Solutions). Zunächst absolvierte ich die Ausbildung zur diplomierten Personalverrechnerin. Parallel dazu wollte ich unbedingt studieren. Obwohl es sich anfangs um ein Vollzeitstudium handelte, fand ich eine flexible Lösung: Ich arbeitete Teilzeit und konnte schon damals teilweise im Homeoffice tätig sein – mit eigenem Laptop, was zu dieser Zeit noch eine Besonderheit war. Nach dem Bachelor folgte ein berufsbegleitender Master. Kurz danach wurde ich gefragt, ob ich die Steuerberaterprüfung machen möchte. Eigentlich war das zunächst nicht mein Plan, doch nach einer kurzen Lernpause entschied ich mich schließlich doch dafür.
Auch bei Deloitte hat sich während meines Studiums einiges getan. Damals wurde das Contract Personnel & Project Team in Payroll gegründet, ein Spezialteam, das Kunden bei personellen Engpässen interimistisch vor Ort im Bereich Personalverrechnung unterstützt. Nach meinem Master wechselte ich dorthin und übernahm später auch die Leitung.
Wenn bei Kunden Ressourcenknappheit in der Lohnverrechnung besteht, sind wir so etwas wie die „Feuerwehr“. Wir springen vor Ort ein, werden Teil des Teams beim Kunden und sorgen dafür, dass die Löhne und Gehälter rechtzeitig an die Dienstnehmer:innen überwiesen werden.
Du bist vor kurzem zur Partnerin befördert worden – Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet Leadership für dich in deinem beruflichen Alltag bei Deloitte?
Mir ist es wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen wohlfühlen und gleichzeitig wachsen können. Entscheidend ist dabei, wie wir miteinander umgehen. Hilfsbereitschaft, gegenseitige Unterstützung und ein guter Teamspirit spielen eine große Rolle. Besonders für neue Teammitglieder ist ein harmonisches Umfeld wichtig, in dem sie gut ankommen und sich schnell integrieren können.
Gleichzeitig soll die Arbeit auch Freude bereiten und Raum bieten, die eigenen Stärken einzubringen. Hierfür ist es zentral, Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich auch langfristig bei Deloitte sehen können.
Was macht dich in deinem Führungsstil besonders und was ist dir diesbezüglich wichtig?
Empathie ist für mich ein zentraler Faktor in der Zusammenarbeit. Es geht darum, im positiven Sinne individuell auf Menschen einzugehen, denn jede Person befindet sich in einer anderen Lebenssituation und hat dementsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familie brauchen oft andere Rahmenbedingungen als Personen, die gerade ihr Studium abschließen und neu ins Berufsleben starten. Diese unterschiedlichen Situationen zu verstehen und im Arbeitsalltag zu berücksichtigen, ist sehr wichtig. Denn gute Leistung hängt auch stark von der Zufriedenheit ab. Und Zufriedenheit ist letztlich die Grundlage für nachhaltige und erfolgreiche Arbeit.
Welche Rolle spielen aus deiner Sicht Führungskräfte dabei, eine angemessene Fehlerkultur vorzuleben und wie geht ihr im Team mit Fehlern um bzw. was ist euch dabei besonders wichtig?
Eine gute Fehlerkultur im Team spielt für mich eine große Rolle. Unser Motto lautet: Jeder Fehler kann gelöst werden. Wir arbeiten schließlich mit Menschen, und Menschen sind keine Maschinen. Daher passieren auch Fehler. Entscheidend ist, offen damit umzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Als Führungskraft muss man diese Haltung klar vorleben und kommunizieren. Denn nur dann trauen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Dinge offen anzusprechen.
Welche Entwicklungsprogramme oder Trainings unterstützen bei Deloitte die Vorbereitung auf Führungsverantwortung?
Deloitte bietet viele Möglichkeiten, sich auf eine Führungsrolle vorzubereiten. Dazu gehören etwa Schulungen zu den Grundlagen der Mitarbeiterführung, in denen man viel praxisnahes Wissen erhält. Sehr wertvoll sind auch internationale Austauschprogramme wie das Senior Programm im BPS. Meine erste internationale Schulung führte mich nach Madrid, wo Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt zusammenkamen. Solche Erfahrungen helfen, die eigene Komfortzone zu verlassen und Deloitte auch als globale Marke noch besser kennenzulernen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Career Coaching: Dabei tauschen sich angehende Führungskräfte mit erfahrenen Directors oder Partnern aus und erhalten Einblicke, neue Perspektiven und wertvollen Input. Ich habe selbst als Coachee teilgenommen und bin heute auch als Coach Teil des Programms. Der Austausch macht mir jedes Mal bewusst, dass man mit Fragen und Herausforderungen nicht allein ist.
Welchen Tipp würdest du neuen Führungskräften geben?
Gerade in einer Führungsrolle ist es wichtig, sich nicht selbst unter Druck zu setzen und zu glauben, alles allein lösen zu müssen. Der Austausch spielt bei Deloitte eine große Rolle, sowohl mit Peers als auch mit erfahrenen Führungskräften. Dieser Dialog hilft nicht nur dabei, ein starkes Netzwerk aufzubauen, sondern auch Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Denn oft merkt man dabei, dass viele vor ganz ähnlichen Herausforderungen stehen. Das hilft, mit Unsicherheiten umzugehen und dabei, gemeinsame Lösungen zu finden.
Als ich bei Deloitte angefangen habe, habe ich mich nach etwa neun Monaten entschieden, ein Vollzeitstudium zu beginnen. Gleichzeitig hatte ich große Zweifel, ob sich Beruf und Studium überhaupt vereinbaren lassen und die Sorge, meinen Arbeitgeber oder mein Team zu enttäuschen. Zeitweise stand für mich sogar eine Kündigung im Raum, weil ich unsicher war, ob ich beidem gerecht werden kann. Dann habe ich das Gespräch mit dem zuständigen Partner gesucht. Das war für mich ein sehr prägender Moment. Mir wurde deutlich vermittelt, dass ich als Person sehr geschätzt werde und dass meine Leistung gesehen wird. Gleichzeitig wurde mir Mut gemacht und das Gefühl gegeben, Studium und Arbeit miteinander verbinden zu können und diesen Weg gemeinsam zu versuchen - das war mein #büroklammermoment. Rückblickend hat das sehr gut funktioniert und beide Seiten haben davon profitiert. Genau dieses Vertrauen, das mir damals entgegengebracht wurde, versuche ich heute auch meinem eigenen Team zu geben. Ich möchte vermitteln, dass wir Herausforderungen gemeinsam meistern können und dass man am Ende so einen Mehrwert für beide Seiten schaffen kann.
Meistens bin ich sehr sportlich unterwegs. Ich laufe leidenschaftlich gern und trainiere nach meinem eigenen Trainingsplan. Je nachdem, was dort ansteht, richtet sich oft auch mein Wochenende. Außerdem nehme ich regelmäßig an Laufevents teil, zum Beispiel beim Vienna City Marathon, bei dem ich dieses Jahr den Halbmarathon laufen werde. Daneben genieße ich aber auch die ruhigeren Dinge. Ich geh gerne essen und brunchen oder lese zwischendurch einfach gemütlich ein gutes Buch.
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Ich bin großer Fan der Gartenkrimi-Reihe von Martina Parker. Davon gibt es insgesamt sechs Teile, die im Burgenland spielen. Ich bin aktuell beim dritten Teil. Als gebürtige Burgenländerin ist das natürlich ein Muss.