Der internationale Luxusgütermarkt befindet sich im Umbruch. Wie eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt, genießt Europa zwar nach wie vor eine Vormachtstellung. Märkte wie China, Japan und der Mittlere Osten gewinnen aber an Bedeutung. Zudem werden Personalisierung und Digitalisierung im Verkauf zunehmende Must-Haves für Marken. Und auch der Trend zu Second Hand macht vor der Luxusindustrie nicht Halt.
Wien, 11. Februar 2026 – Im Rahmen des Reports „Global Powers of Luxury Goods“ analysiert Deloitte in regelmäßigen Abständen Trends und Entwicklungen der Luxusgüterbranche. Die diesjährige Studie verdeutlicht: Noch profitiert Europa von seinem guten Ruf am Luxusgütermarkt. Doch die Märkte in China, Japan, dem mittleren Osten sowie Indien holen stark auf und sind die Wachstumstreiber in den kommenden Jahren.
Europa gilt seit jeher als Heimat der ganz großen Luxusmarken. Und das Marktwachstum ist nach wie vor geprägt von kaufkräftigen Touristen aus Nordamerika und Asien, die sowohl das authentische Markenerlebnis als auch den finanziellen Vorteil des Direktkaufs beim Hersteller suchen. Doch wir können uns nicht länger auf diese Vormachtstellung verlassen. Gerade die Märkte in Asien ziehen stark an.
Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich
In konkreten Zahlen bedeutet das, dass die Märkte in China und Japan 2026 laut Deloitte Analyse voraussichtlich um 19 % wachsen werden, die Region im Mittleren Osten um 18 % und Indien um 12 %. Europa muss sich hingegen mit einem erwarteten Wachstum von 9 % zufrieden geben.
Nur nahbare Marken sind zukunftsfähig
Um von den Mitbewerbern nicht abgehängt zu werden, sollte der europäische Luxusgütermarkt vor allem auf Innovation setzen. So erwartet fast ein Drittel (29 %) der Befragten in den kommenden Monaten in Europa eine steigende Nachfrage nach Personalisierung und digitalen Einkaufserlebnisse.
Distanzierte, kühle Flagship-Stores, wie es sie in großer Zahl in Paris oder London gibt, haben ein Ablaufdatum. Um den Erwartungen der jungen Generation gerecht zu werden, müssen Konzerne lernen, ihr Flair und Luxus auch online widerzuspiegeln und das Einkaufserlebnis personalisierter zu machen. Bereits 41 % der Luxusunternehmen setzen in ausgewählten Bereichen auf Künstliche Intelligenz. Dadurch ergeben sich auch neue Möglichkeiten des Online-Kaufprozesses. AI-Modelle werden im E-Commerce etwa zum aktiven Entscheidungs-Unterstützer, die beraten, eine Vorauswahl treffen und verkaufen – individuell auf den User angepasst.
Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich
Second Hand gewinnt an Bedeutung
Neben der Digitalisierung macht auch der Trend zu Second Hand und Gebrauchtwaren nicht Halt vor der Luxusindustrie. Die Unternehmen reagieren entsprechend darauf: 68 % bieten etwa Reparaturdienste an und immerhin 45 % kooperieren mit Wiederverkaufsplattformen – auch um wertsteigernde Kreislaufökosysteme zu fördern.
Second Hand befindet sich zwar am aufsteigenden Ast, doch Fakt ist auch: Der Markt macht bis jetzt nur einen sehr kleinen Teil des Geschäfts mit Mode und Accessoires aus – gerade im Luxussegment. Dennoch sollten Unternehmen die positive Entwicklung in diesem Bereich weiter fördern, nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus ökologischen und sozialen Gründen.
Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich
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