Österreichs Unternehmen berichten zunehmend detailliert über ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen – doch bei der Messbarkeit klafft weiterhin eine Lücke. Eine aktuelle Deloitte Studie zeigt: Nur einem Viertel der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte liegen entsprechende Kennzahlen zu Grunde. Besonders bei den Auswirkungen außerhalb des eigenen Unternehmens bleibt die Berichterstattung häufig wenig konkret. Damit fehlt eine wichtige Grundlage, die eigene Nachhaltigkeitsleistung gezielt weiterzuentwickeln.
Wien, 24. September 2026 – Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wurde die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Europa neu aufgestellt. Seit dem Geschäftsjahr 2024 müssen europäische Unternehmen von öffentlichem Interesse nach diesen Regelungen neben ihren Finanzzahlen auch Informationen zu ihren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie zu Nachhaltigkeitsrisiken offenlegen. Auch in Österreich ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung mittlerweile gesetzlich verankert.
Drei Monate bevor das Nachhaltigkeitsberichtsgesetz (NaBeG), nach zweijährigem Aufschub, nun auch für sehr große nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen greift, wirft Deloitte einen Blick auf den Reifegrad der Berichterstattung. Bei der Deloitte Sustainability Analyse 2026 wurden 43 Nachhaltigkeitserklärungen aus sechs Wirtschaftssektoren beleuchtet (insgesamt werden aktuell von rund 100 österreichischen Unternehmen solche Berichte erstellt).
Berichterstattung wurde weiterentwickelt
Die positive Nachricht: Die Berichte österreichischer Unternehmen haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Aber: Ein einheitlicher Qualitätsstandard ist noch nicht erreicht und es gibt einiges Verbesserungspotenzial.
Die Unternehmen haben bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung Fortschritte gemacht. Gleichzeitig sehen wir aber deutliche Qualitätsunterschiede in den Berichten. Hier haben viele Unternehmen noch Nachbesserungsbedarf. Entscheidend sind die internen Prozesse, methodische Herangehensweisen und die Bereitschaft, Nachhaltigkeitsthemen konkret und unternehmensspezifisch zu beschreiben.
Alfred Ripka, Partner und ESG-Experte bei Deloitte Österreich
Quantitative Berichterstattung endet beim eigenen Unternehmen
Die Nachhaltigkeitsberichte von Österreichs Unternehmen sind zwar meist inhaltlich schlüssig, sie beleuchten aber viele Themen noch nicht detailliert genug. Deutlich wird das beim Blick über den eigenen Betrieb hinaus: Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette – etwa bei Lieferanten, Geschäftspartnern oder der Nutzung von Produkten – werden zwar häufig beschrieben, aber nur selten messbar gemacht. Mehr als 80 % der untersuchten Kennzahlen beziehen sich ausschließlich auf das eigene Unternehmen.
Auch soziale Themen außerhalb der eigenen Belegschaft werden vielfach nur oberflächlich betrachtet. Dazu zählen Arbeitsbedingungen bei Lieferanten oder Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften. Damit bleiben jene Bereiche, in denen Unternehmen mittelbar auf Umwelt und Gesellschaft einwirken, in der Berichterstattung wenig greifbar.
Die Nachhaltigkeitsauswirkungen eines Unternehmens enden nicht an der eigenen Haustür. Entlang von Lieferketten und bei sozialen Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft bleibt in den Berichten vieles unberücksichtigt oder schwer greifbar.
Alfred Ripka, Partner und ESG-Experte bei Deloitte Österreich
Fortschritt sind nur schwer messbar
Besonders deutlich wird die Lücke bei der Messbarkeit: Nur ein Viertel der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte wird vollständig anhand von Kennzahlen belegt. Betriebseigene Umweltauswirkungen und die Auswirkungen auf die eigene Belegschaft werden bereits umfassend gemessen. Bei anderen sozialen Themen fehlen allerdings oft messbare Größen: Beispiele hierfür sind Auswirkungen auf Konsumenten, lokale Gemeinschaften oder Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette.
Nachhaltigkeitsberichterstattung sollte nicht bei der Offenlegung von Informationen enden. Ihr eigentlicher Mehrwert entsteht dann, wenn mit den gewonnenen Informationen die eigene Nachhaltigkeitsleistung gezielt weiterentwickelt wird. Dafür müssen Unternehmen wesentliche Themen konkret erfassen, messbar machen und Entwicklungen über die Zeit nachvollziehen. Nur wenn das sichergestellt wird, kann gezielt an Verbesserungen gearbeitet werden.
Alfred Ripka, Partner und ESG-Experte bei Deloitte Österreich
Erfahren Sie mehr über unser globales Netzwerk
Unter dem Namen „Deloitte" arbeiten hunderttausende von Expertinnen und Experten in unabhängigen Gesellschaften weltweit zusammen, um Klientinnen und Klienten in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Consulting, Financial Advisory, Risk Advisory, Steuerberatung und damit verbundenen Themenfeldern zu beraten. Diese Gesellschaften sind Mitgliedsunternehmen von Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), einer „private company limited by guarantee“, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht.
Jedes DTTL Mitgliedsunternehmen ist unter Beachtung des jeweils geltenden lokalen Rechts, der Handelsgebräuche und sonstigen Umstände organisiert und erbringt Leistungen innerhalb des eigenen Landes selbst, durch Tochtergesellschaften und durch andere Unternehmen.
Deloitte Österreich versteht sich als smarter Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort Österreich. Als großer Player nehmen wir unsere Verantwortung wahr, indem wir unsere breite Expertise bündeln und aktiv an der Stärkung des Standorts mitwirken.
Die Führungskräfte von Deloitte Österreich stellen Analysen und Meinungen zu den relevantesten geschäftlichen Angelegenheiten bereit. Zudem liefert Deloitte Österreich Studien zu aktuellen geschäftlichen Problemen und Trends. Schauen Sie sich bei unseren Pressemeldungen bezüglich der aktuellsten Themen um.
Corporate Communications
Ihre Ansprechpersonen
Mag. Armin Nowshad
Head of Corporate Communications
Tel/Direct: +43 1 537 00-8556
Mobile: +43 664 80 537 8556
arnowshad@deloitte.at
Nicole Böhmerle, BA
Corporate Communications
Tel/Direct: +43 1 537 00-8552
Mobile: +43 664 80 537 8552
nboehmerle@deloitte.at