Die Digitalisierung der Patient Journey durch Patientenportale bietet erhebliche Chancen: für eine bessere Patient Experience, effizientere Prozesse und eine nachhaltige Entlastung klinischer Ressourcen. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass viele Patientenportal-Initiativen bislang hinter ihren Erwartungen zurückbleiben.
Der Pulse Check Patientenportal basiert auf über 25 qualifizierten Einzelgesprächen mit Expert:innen und Entscheidungsträger:innen aus deutschen und österreichischen Krankenhäusern. Er gibt einen kompakten Überblick über den aktuellen Reifegrad, bestehende Herausforderungen sowie zukünftige Ambitionen im Umgang mit digitalen Patientenservices.
Was verstehen wir unter einem Patientenportal?
Im Rahmen des Pulse Checks werden Patientenportale als digitale Interaktionskanäle zwischen Krankenhäusern bzw. Gesundheitsdiensteanbietern und Patient:innen, einschließlich der Übermittlung relevanter Behandlungsdaten definiert. Typische Anwendungsfälle sind u. a. Terminvergabe, Anamnese, Aufklärung, Behandlungs- und Nachsorgepläne oder Informationen rund um den Krankenhausaufenthalt. Der größte Nutzen entsteht, wenn Patientenportale die gesamte Patient Journey – von der Zuweisung bis zur (ambulanten) Nachbehandlung – ganzheitlich abdecken.
Vernetzte Daten allein heilen noch keine Patient:innen. Durchdachte Prozesse getragen von vernetzt denkenden Menschen steigern die Wirksamkeit und ändern das System.
Michaela Wolkerstorfer-Schneider, Senior Manager Operations Transformation | Deloitte Österreich
Zukunftvision und Handlungsempfehlungen
Die klinische Versorgungsrealität ist durch hohe Komplexität und zahlreiche Schnittstellen geprägt. Aus Sicht der Patient:innen fehlt häufig die notwendige Prozesstransparenz – mit negativen Auswirkungen auf Vertrauen und Therapietreue.
Eine nachhaltige Weiterentwicklung ist untrennbar mit standardisierten Behandlungspfaden, klar definierten Prozessverantwortungen und einer konsequent an der Patient Journey ausgerichteten Digitalstrategie verbunden. Besonders in den prä- und poststationären Phasen liegen erhebliche Potenziale, um Versorgungsqualität und Organisation neu zu denken.
Die technische Entwicklung ist sicher nicht die Herausforderung. Von Beginn an die Organisation mitnehmen, informieren, mitentwickeln lassen – damit kann die Ausrollung gelingen.
Katja Österreicher, Innovationsmanagerin & Product Owner des Patientenportals HalloGesundheit, Vinzenzgruppe
Die Gespräche zeigen klar: Der Erfolg von Patientenportalen ist weniger eine rein technische Herausforderung, sondern vor allem eine Frage der Organisations- und Prozessgestaltung.
Einstieg über fokussierte Pilotprojekte mit schneller Wirkung
Frühzeitige Sicherstellung von Skalierbarkeit und Standardisierung
Neugestaltung von Prozessen statt bloßer Digitalisierung des Status quo
Interdisziplinäre Governance‑Strukturen
Vermeidung technologischer Sackgassen (Interoperabilität, Modularität, ELGA‑Integration)
Konsequentes Change Management mit aktiver Einbindung der Mitarbeitenden
Ein Gesundheitssystem, das exzellente Einzelleistungen erbringt, sich aber nicht an der gesamten Patient:innen-Perspektive ausrichtet, verschenkt Ressourcen und Potenziale, die mittelfristig fehlen werden.
Patrick Schöggl, Director Enterprise Technology & Performance und Leiter
Life Sciences &Health Care | Deloitte Österreich
Die Digitalisierung ermöglicht effizientere Abläufe, entlastet damit Health Professionals und schafft so mehr Raum für die fokussierte Arbeit mit Patient:innen. Gleichzeitig ist Digitalisierung ein entscheidender Baustein für systemübergreifend nutzbare Systeme, in denen Informationen nahtlos zwischen Patient:innen und Anbieter:innen von Gesundheitsdiensten fließen können.
Wir unterstützen Sie gerne dabei, die Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu nutzen. Unsere interdisziplinäres Expert:innen verbinden Gesundheits‑Expertise mit Technologie‑Know‑how und Kompetenzen in der Facilitation‑ und Organisationsentwicklung. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir eine Lösung, die fachlich tragfähig, technisch robust und operativ umsetzbar ist.