Die 15. Ausgabe der globalen Deloitte-Studie zeigt: Gen Z und Millennials streben Fortschritt zu ihren eigenen Bedingungen an und priorisieren Stabilität, Kompetenzen und Wohlbefinden gegenüber schnellem Wachstum.
Die Generation Z und Millennials möchten zunächst tragfähige Grundlagen schaffen, bevor sie lebensverändernde Entscheidungen treffen. Sie streben nach Stabilität, bevor sie sich zu wichtigen Entscheidungen verpflichten. Ihr Ehrgeiz wird dabei von dem Anspruch begleitet, eine tragbare Arbeitsbelastung, klare Unterstützung und realistische Wege zum Erfolg zu haben. Sie entscheiden sich für das, was nachhaltig ist, statt für das, was nur nach außen hin gut aussieht, und richten ihre Lebensentscheidungen an realistischen Rahmenbedingungen statt an traditionellen Zeitplänen aus.
"Diese Generationen haben die Arbeitswelt in den vergangenen 15 Jahren spürbar verändert. Heute treffen sie bewusst Entscheidungen darüber, wann – und unter welchen Bedingungen – sie Führungsverantwortung übernehmen und wichtige Lebensentscheidungen treffen."
- Elizabeth Faber, Deloitte Global Chief People & Purpose Officer
Finanzielle Belastungen sind zu einem prägenden Faktor dafür geworden, wie diese Generationen arbeiten, leben und für die Zukunft planen. Mehr als die Hälfte der Generation Z (55%) und der Millennials (52%) gibt an, wichtige Lebensentscheidungen wie Heirat, Familiengründung, Unternehmensgründung oder Weiterbildung aufgrund ihrer finanziellen Situation aufzuschieben. Zudem berichtet die Mehrheit, dass die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Wohnraum einen direkten Einfluss auf ihre Karriereentscheidungen und den Arbeitsort hat. Trotz dieser Herausforderungen blicken viele optimistisch auf das kommende Jahr und erwarten eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage.
Gen Z und Millennials treffen zunehmend Karriereentscheidungen, die auf langfristige Passung statt kurzfristigen Aufstieg ausgerichtet sind.
Nur 25 Prozent der Generation Z und 21 Prozent der Millennials bevorzugen eine Karriereentwicklung mit schnellen Beförderungen. Stattdessen setzt die Mehrheit auf kontinuierliches Wachstum oder ist bereit, seitliche Karriereschritte zu gehen, um Erfahrungen für langfristigen Erfolg zu sammeln. Zwar besteht grundsätzlich Interesse an Führungspositionen, jedoch ohne unmittelbaren Zeitdruck – nicht zuletzt, weil Führungsverantwortung häufig mit Einschränkungen beim Wohlbefinden verbunden ist.
Wie bereits im Vorjahr geben lediglich sechs Prozent an, dass eine Führungsposition ihr primäres Karriereziel ist.
Nahezu drei Viertel der Generation Z (74%) und Millennials (74%) nutzen Künstliche Intelligenz (KI) bereits in gewissem Umfang in ihrem Arbeitsalltag. Die Mehrheit sieht in der Verbreitung von KI eher eine treibende Kraft als eine Bedrohung und erwartet, dass sie mehr Zeit freisetzt, die Qualität der Arbeitsergebnisse verbessert, neue Wachstumschancen eröffnet und zusätzliche Möglichkeiten für Berufseinsteiger:innen schafft.
Gleichzeitig haben viele das Gefühl, sich schneller an die KI anzupassen als ihre Unternehmen.
Mit dem Eintritt älterer Generationen in den Ruhestand sehen sich Unternehmen einem wachsenden Risiko hinsichtlich der Wissenskontinuität ausgesetzt. Gleichzeitig wird in den kommenden Jahren die Generation Alpha in den Arbeitsmarkt eintreten, weshalb Führungskräfte gefordert sind, diese Entwicklung als strategische Herausforderung zu verstehen: Einerseits gilt es, institutionelles Wissen zu bewahren, andererseits Rollen so zu gestalten, dass menschliche Kompetenzen wie Urteilsvermögen, Einflussnahme und Zusammenarbeit in einer KI-gestützten Arbeitswelt gezielt gestärkt werden.