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Hohe Kosten und geringe Binnennachfrage belasten mittelständische Unternehmen

45 Prozent der Finanzverantwortlichen beurteilen die Aussichten negativer als vor drei Monaten.

  • Für 72 Prozent der Finanzverantwortlichen im Mittelstand hat die Kostenreduktion in den kommenden zwölf Monaten oberste Priorität.
  • Der Personalabbau setzt sich fort: Mittelständler erwarten Rückgang der Beschäftigtenzahlen (Index: -17 %).
  • Erste KI-Anwendungen sind in den Finanzbereichen etabliert, werden jedoch vielfach nicht funktionsübergreifend eingesetzt.

München, 20. Juli 2026 – Die wirtschaftliche Unsicherheit belastet den wichtigen deutschen Mittelstand spürbar. 45 Prozent der Finanzverantwortlichen mittelständischer Unternehmen bewerten ihre Geschäftsaussichten heute schlechter als noch vor drei Monaten. Als zentrale Herausforderungen nennen die CFOs die anhaltend schwache Inlandsnachfrage (63 %), geopolitische Unsicherheiten (59 %) sowie steigende Rohstoff- und Energiekosten (45 % bzw. 44 %). Vor diesem Hintergrund setzt die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten auf Kostensenkungen (72 %). Viele Unternehmen wollen durch organisches Wachstum (59 %) und eine Steigerung des operativen Cashflows (48 %) ihre finanzielle Stabilität stärken. Für die vorliegende Analyse wurden zwischen dem 16. April und dem 7. Mai 120 Finanzvorstände mittelständischer Unternehmen in Deutschland befragt.

Besonders die Beschäftigung bleibt unter Druck: Die Unternehmen rechnen weiterhin mit einem spürbaren Personalabbau (Index: -17 %). Auch die Erwartungen hinsichtlich der Margen (Index: -1 %) und Investitionen (Index: -3 %) bleiben leicht negativ. Mit einem Indexwert von 25 Prozent ist die Umsatzentwicklung die positivste Kennzahl für die kommenden zwölf Monate. Der Indexwert zeigt die Differenz zwischen positiven und negativen Einschätzungen der befragten Finanzverantwortlichen.

„Der Mittelstand hat derzeit wenig Spielraum für offensive Wachstumsstrategien. Im Fokus steht vielmehr die Stabilisierung des Geschäfts“, sagt Dr. Christine Wolter, Partner und Leiterin des Mittelstandsprogramms bei Deloitte. „Die Priorisierung von Kosteneinsparungen ist eine Reaktion auf die anhaltend schwierigen Marktbedingungen. Nun kommt es darauf an, dass die Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen und ihre Abhängigkeiten bei Lieferketten, Finanzierung, Energieversorgung oder Technologie reduzieren“, erläutert Dr. Christine Wolter.

Unternehmensweite Integration von KI stockt

In dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sind die Erwartungen der mittelständischen Unternehmen an KI groß. Dennoch gelingt es zahlreichen CFOs bislang nicht, die Technologie über einzelne Anwendungsfälle hinaus im Unternehmen zu verankern. Weniger als die Hälfte der Befragten (45 %) plant derzeit die Skalierung der KI-Anwendungen im Finanzbereich. Nur rund 40 Prozent setzen bereits auf funktionsübergreifende KI-Initiativen. „Künstliche Intelligenz bietet dem Mittelstand erhebliche Potenziale, insbesondere für eine effiziente Planung und zur Steigerung der Produktivität. Wer die Möglichkeiten von Digitalisierung und KI konsequent in Wertschöpfung übersetzt, wird seine Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren deutlich stärken können“, meint Dr. Christine Wolter.

Hier finden Sie die Mittelstandsauskopplung des CFO Survey.