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Fast jeder Zweite besorgt um Deutschlands technologische Abhängigkeit in der Telekommunikation

Mehrheit lehnt höhere Preise für europäische Lösungen jedoch ab

  • Die Hälfte der Deutschen (48%) nimmt eine technologische Abhängigkeit wahr, doch nur etwa jeder Dritte (30%) ist bereit, für europäische Kommunikationslösungen mehr zu zahlen.
  • Vier von zehn Befragten haben Interesse an satellitenbasiertem Internet.
  • 62 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer wollen ihren gut funktionierenden Festnetzanschluss nicht wechseln.

München, 11. Juni 2026 – Die Debatte um die digitale Souveränität Deutschlands und Europas gewinnt spürbar an Fahrt und macht auch vor der Telekommunikationsbranche nicht halt. Wie die Bevölkerung in Deutschland die Lage einschätzt, zeigt eine aktuelle Erhebung von Deloitte im Rahmen der Broadband Consumer Trends. Fast die Hälfte der Befragten (48%) sieht Deutschland in der Telekommunikation technologisch abhängig. Gleichzeitig sorgen sich 45 Prozent über diese Abhängigkeit, etwa in Bezug auf Netzinfrastrukturen, Smartphones oder Software. Knapp jeder Dritte (30%) würde für europäische Telekommunikationstechnologie einen Aufpreis von bis zu zehn Euro akzeptieren – selbst, wenn dies mit Einschränkungen bei der Netzleistung einherginge. Höhere Preise lehnt jedoch die Mehrheit der Deutschen (54%) ab.

Das Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher an satellitenbasiertem Internet wächst. Der Anteil derjenigen, die sich dafür offen zeigen, steigt von 35 Prozent im Jahr 2025 auf aktuell 39 Prozent. Auch wäre rund ein Drittel der Befragten bereit, für satellitengestützte Smartphone-Anbindung monatlich zusätzlich fünf Euro zu zahlen. Als wesentliche Gründe für das zunehmende Interesse nennen jeweils 45 Prozent der Befragten die einfache Nutzung sowie die hohe Zuverlässigkeit der Satelliten-Technologie. Gleichwohl bleiben Vorbehalte bestehen: 34 Prozent der Befragten sehen günstigere Alternativen, für 29 Prozent gibt es leistungsfähigere Optionen, und 21 Prozent äußern mangelndes Vertrauen in die Anbieter.

„Der wachsende Zuspruch für satellitenbasiertes Internet markiert einen Umbruch in der Telekommunikationsbranche. Was lange als Nischenlösung für abgelegene Regionen galt, wird sich zu einer ernstzunehmenden Ergänzung bestehender Infrastrukturen entwickeln, die auch in Sachen Preis und Leistung im Markt mithalten kann“, sagt Dieter Trimmel, Telekommunikationsexperte und Partner bei Deloitte.

Glasfaser überzeugt – doch der Wechselanreiz fehlt

Die Migration zu hohen Bandbreiten verläuft in Deutschland bekanntlich zögerlich. Lediglich die Zahl der Anschlüsse unterhalb 50 Mbit/s geht zurück (2025: 19%; 2026: 14%). 21 Prozent der Befragten nutzen Glasfaser bereits, weitere 17 Prozent haben einen Vorvertrag abgeschlossen und warten auf einen Anschluss. Von den Nutzerinnen und Nutzern eines Glasfaseranschlusses geben 80 Prozent an, dass ihre Erwartungen an die Leistungsfähigkeit erfüllt (65%) oder sogar übertroffen (15%) wurden. Nur fünf Prozent sind enttäuscht. Mit ihrem Glasfaser-Anbieter sind ganze 87 Prozent der Befragten zufrieden, bei den Breitband-Anschlüssen sind es 81 Prozent. Dadurch fehlt Vielen (62%) der Anreiz zum Wechsel. Auch haben sich die Probleme mit stationären Festnetzanschlüssen weiter reduziert. Im Jahr 2025 hatten 31 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat Signal- oder Verbindungsprobleme, 2026 sind es noch 27 Prozent. Die Zuverlässigkeit deutscher Mobilfunknetze hat sich ebenfalls verbessert: Die Empfangsprobleme in der mobilen Kommunikation haben sich innerhalb eines Jahres auf 13 Prozent halbiert.

„Die Zahlen veranschaulichen die aktuelle Diskrepanz im Markt: Glasfaser überzeugt dort, wo sie genutzt wird – gleichzeitig fehlt Vielen der akute Handlungsdruck zu wechseln, weil bestehende Breitband-Anschlüsse ‚gut genug‘ sind. Sie werden auch auf lange Sicht noch leistungsfähige Alternativen zur Glasfaser bieten“, ordnet Dieter Trimmel ein.

Für die Deloitte Broadband Consumer Trends wurden 2.000 Telekommunikationskundinnen und -kunden in Deutschland befragt. Die Erhebung fand online von März bis April 2026 statt.

Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.