Interview mit TeraGate CEO Dr. Gerhard Sälzer |

TeraGate AG ist Gewinner der Deloitte Technology Fast 50 in Deutschland und die Nummer zwei der EMEA Technology Fast 500. Die in München ansässige Firma entwickelt und realisiert Ethernet-WAN-Verbindungen mit denen sie die Firmenstandorte und Rechenzentren ihrer Kunden vernetzt. Im Jahr 2000 gegründet, blickt das Unternehmen auf eine Wachstumsrate von 22.229 Prozent in den letzten fünf Jahren zurück. Der Durchbruch gelang 2002 mit dem Auftrag für ein Pilotprojekt für die Deutsche Bahn AG. CEO Dr. Gerhard Sälzer beantwortet Fragen von Deloitte.
Haben Sie von Anfang an den Erfolg Ihres Unternehmens geglaubt?
Natürlich ist es schwer, als kleines neues Unternehmen einen Konzern wie die Bahn von der eigenen Leistungsfähigkeit und Stabilität zu überzeugen. Da gibt es auch Zweifel. Darüber hinaus gab es auch schwierige Phasen. So mussten wir uns 2004 von zwei Geschäftsfeldern trennen. Mit der Konzentration auf unser heutiges Kerngeschäft konnten wir dann die Gewinnzone erreichen.
Was kennzeichnet einen erfolgreichen Unternehmensgründer?
Eine klare Vision und die Fähigkeit, den eingeschlagenen Weg und die gewählte Strategie laufend kritisch zu hinterfragen.
Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren Ihres Unternehmens?
Zunächst natürlich das Kernprodukt: Innovative Ethernet WAN Verbindungen. Wir arbeiten mit nur 25 Mitarbeitern – insofern steht bei uns auch die Effizienz ganz oben. Entsprechend wichtig ist die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern. Weiterer Erfolgsfaktor ist die hochqualifizierte, erfahrene Mannschaft. Daneben spielen aber auch unsere Gesellschafter – die Deutsche Bank und die Egora Holding – eine wichtige Rolle, auch hinsichtlich der exzellenten Kontakte in die Wirtschaft.
Wieviel Glück gehört zum Erfolg?
Als Unternehmer mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit im richtigen Marktsegment wettbewerbsfähig positioniert zu sein bedarf meiner Ansicht nach zu einem gewissen Teil immer auch des Zusammenspiels ‚glücklicher’ Faktoren.
Wodurch wurde das Wachstum Ihres Unternehmens besonders beschleunigt?
Das Thema Ethernet WAN steht heute mehr und mehr auf der Agenda von Unternehmen, die große Datenvolumina über größere Distanzen hinweg transportieren müssen. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern besitzt TeraGate keine ‚technologischen Altlasten’ und kann modernste Lösungen anbieten. Natürlich spielte der Gewinn des Ankerkunden Deutsche Bahn auch eine zentrale Rolle. Neben dem Geschäftspotential ist auch die erstklassige Referenz ein wichtiges Signal für weitere potentielle Kunden.
Wie schätzen Sie die Marktbedingungen für Ihr Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren ein?
Insgesamt bietet uns der Markt gute Wachstumsmöglichkeiten, weil wir uns mit dem Thema Ethernet WAN erst am Anfang einer Entwicklung befinden. Allerdings wird der Wettbewerb härter, weil auch die großen Wettbewerber zunehmend diese Lösungen anbieten. In der Tat haben uns Unternehmen wie T-Systems in unserer Anfangsphase nicht Ernst genommen, das hat sich jedoch geändert. Diese gestiegene Visibilität macht es uns im Wettbewerb natürlich nicht leichter. Dennoch sehen wir für uns ausreichendes Potential, um neben den Großen der Szene weiter zu wachsen, weil wir als kleines ‚Schnellboot’ im Gegensatz zu den ‚Supertankern’ viel flexibler, schneller und auch innovativer agieren können. Bei uns erhalten die Kunden keine definierten Standardprodukte, sondern auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen.
Was ist die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten?
Ziel ist es, unsere Partnerschaften im internationalen Umfeld weiter zu intensivieren. Aber wir werden auch unser Geschäftsmodell selbst weiterentwickeln. Wir müssen schon heute darüber nachdenken, wie wir unseren Wettbewerbern auch dann wieder einen Schritt voraus sein können, wenn sich Ethernet WAN Verbindungen als Standard etabliert haben.
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