Fünf deutsche Bundesligisten in den Top 20/Englische Clubs dominieren weiterReal Madrid durchbricht als erster Club die 400-Mio.-Euro-Marke |
Düsseldorf/München/Manchester, 02. März 2010 – Mit fünf Clubs ist die Fußball-Bundesliga die zweitstärkste Liga in der „Deloitte Football Money League“: Die deutschen Clubs FC Bayern München, Hamburger SV, FC Schalke 04, SV Werder Bremen sowie Borussia Dortmund unterstreichen damit ihre kontinuierlich positiven Umsatzentwicklungen. Dennoch wird das Ranking der zwanzig umsatzstärksten europäischen Fußball-Clubs weiterhin von sieben Vertretern der englischen Premier League dominiert, während die italienische Serie A vier und die spanische Primera Division sowie die französische Ligue 1 jeweils zwei Clubs stellen. In der Saison 08/09 erwirtschafteten die Top-20-Clubs einen kumulierten Gesamtumsatz von über 3,9 Mrd. Euro − eine Erlössteigerung von 26 Mio. Euro gegenüber der Vorsaison − obwohl neun der zwanzig Clubs einen Rückgang hinnehmen mussten.
„Trotz der Spitzenpositionen der beiden spanischen Traditionsclubs unterstreicht die englische Premier League ihre wirtschaftliche Dominanz im europäischen Fußball − insbesondere vor dem Hintergrund des schwachen britischen Pfunds gegenüber dem Euro. Der FC Bayern München behauptet seine Top-Position und könnte bei einem diesjährigen erfolgreichen Abschneiden in der UEFA Champions League die magische 300-Mio.-Euro-Umsatzgrenze in der laufenden Saison erreichen“, erläutert Stefan Ludwig, Senior Manager der Sport Business Gruppe bei Deloitte.
Spanische Ausnahme-Clubs führen die Top 20 an
Real Madrid und der FC Barcelona führen das Ranking mit 401,4 Mio. Euro bzw. 365,9 Mio. Euro für 08/09 an. Die Königlichen behaupten bereits zum fünften Mal in Folge ihre Spitzenposition und durchbrechen als erster Club die magische 400-Mio.-Euro-Schallmauer. Durch eine der erfolgreichsten Spielzeiten in der Vereinsgeschichte verdrängten die Katalanen Manchester United vom zweiten auf den dritten Rang (327,0 Mio. Euro). Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München verteidigt seinen vierten Platz mit einem Gesamtumsatz von 289,5 Mio. Euro und bleibt der umsatzstärkste Bundesliga-Vertreter 08/09. Die Bayern blieben in der Saison 08/09 zwar ohne Titel, generierten allerdings durch die TV-Zentralvermarktung der UEFA Champions League TV-Erlöse in Höhe von 34,6 Mio. Euro − die wesentlich zur Umsatzsteigerung dieser Kategorie um 20,2 Mio. Euro (41%) auf 69,6 Mio. Euro beitrugen. Dennoch erreichte der Rekordmeister nicht ganz sein Vorjahresergebnis von 295,3 Mio. Euro (-1,7%).
Die englische Konkurrenz aus Arsenal (263,0 Mio. Euro), Chelsea (242,3 Mio. Euro) und Liverpool (217,0 Mio. Euro) folgt auf den Plätzen fünf bis sieben. Drei Clubs der italienischen Serie A belegen die Plätze acht bis zehn: Juventus Turin (203,2 Mio. Euro) verbesserte sich um drei Plätze auf Rang acht, die beiden Mailänder Clubs Inter und AC (beide 196,5 Mio. Euro) folgen.
Die beiden Hansestädte und Ruhrgebiets-Clubs komplettieren den deutschen Erfolg
Der Hamburger SV verbesserte sich mit einem neuen Rekordumsatz von 146,7 Mio. Euro um vier Plätze auf Position elf. Insbesondere die Halbfinal-Teilnahme im UEFA-Cup führte zu Erlössteigerungen in allen drei Umsatzkategorien (Spieltag, TV, Sponsorship) – insgesamt verdoppelte der Club seinen Umsatz in den vergangenen fünf Jahren.
Nach dem Rekordumsatz der Saison 07/08 konnte der FC Schalke 04 sein Vorjahresergebnis nicht ganz bestätigen und rangiert mit 124,5 Mio. Euro nur noch auf Platz 16.
Zum zweiten Mal schaffte der SV Werder Bremen den Sprung in die Top 20 – begünstigt durch den Rekordumsatz von 114,7 Mio. Euro. Dieser resultiert nicht zuletzt aus dem erfolgreichen Abschneiden im DFB-Pokal (sechster Titel) und dem Erreichen des UEFA-Cup-Finales.
Borussia Dortmund, UEFA-Champions-League-Sieger von 96/97, belegt als fünfter Bundesligist mit einem Gesamtumsatz von 103,5 Mio. Euro Position 18. Bei Erreichen eines internationalen Wettbewerbs in den kommenden Jahren könnte die Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp ein regelmäßiger Vertreter in den Top 20 werden.
„Die positive wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Clubs ist die Folge von langfristigen Verträgen im TV- und Sponsoringbereich und einer damit verbundenen Planbarkeit, die mögliche wirtschaftliche Einschnitte abdämpft“, analysiert Christian P. Schneider, Fußball-Experte der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Neben den fünf deutschen Clubs in den Top 20 wird der positive Trend der Bundesliga durch den VfB Stuttgart mit einem Umsatz von 99,8 Mio. Euro und Position 24 bestätigt“, so Schneider weiter.
| Position (vergangenes Jahr) |
Club
|
Umsatz 08/09 (in Mio. Euro) |
| 1(1) | Real Madrid | 401,4 |
| 2(3) | FC Barcelona | 365,9 |
| 3(2) | Manchester United | 327,0 |
| 4(4) | FC Bayern München | 289,5 |
| 5(6) | Arsenal London | 263,0 |
| 6(5) | Chelsea London | 242,3 |
| 7(8) | FC Liverpool | 217,0 |
| 8(11) | Juventus Turin | 203,2 |
| 9(10) | Inter Mailand | 196,5 |
| 10(7) | AC Mailand | 196,5 |
| 11 (15) | Hamburger SV | 146,7 |
| 12 (9) | AS Rom | 146,4 |
| 13(12) | Olympique Lyon | 139,6 |
| 14(16) | Olympique Marseille | 133,2 |
| 15(14) | Tottenham Hotspur | 132,7 |
| 16(13) | FC Schalke 04 | 124,5 |
| 17 (n/a) | SV Werder Bremen | 114,7 |
| 18 (20) | Borussia Dortmund | 103,5 |
| 19 (n/a) | Manchester City | 102,2 |
| 20 (17) | Newcastle United | 101,0 |
Anmerkung: Nachträgliche Änderungen der Geschäftszahlen von 07/08 sind berücksichtigt.
Quelle: Deloitte Football Money League 2010
Ergänzende Erläuterungen zu den Ergebnissen
Wie in der letztjährigen Ausgabe prognostiziert, konnte sich Juventus Turin durch die Achtelfinal-Teilnahme der UEFA Champions League als bestes italienisches Serie-A-Team mit Platz acht und 203,2 Mio. Euro unter die besten Zehn zurückmelden.
Die beiden letztjährigen Top-20-Vertreter VfB Stuttgart und Fenerbahce Istanbul schafften den Verbleib in diesem Jahr nicht. Stattdessen qualifizierten sich SV Werder Bremen (114,7 Mio. Euro) und Manchester City (102,2 Mio. Euro) für die wirtschaftliche Beletage des europäischen Fußballs.
Newcastle United (Position 20) qualifizierte sich als einziger Top-20-Club nicht für einen internationalen UEFA-Wettbewerb in der Saison 08/09 und wird nach langjähriger Football-Money-League-Präsenz wegen seines Abstiegs zum Ende der Saison 08/09 in die zweite englische Liga (Championship) zukünftig wohl nicht mehr unter den Top 20 vertreten sein.
Den kompletten Report finden Sie hier zum Download.
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Details zur „Deloitte Football Money League”
Die 13. Ausgabe der „Deloitte Football Money League” (März 2010) basiert auf Umsatzinformationen des Geschäftsjahres 2008/09 (in einzelnen Fällen im zuletzt verfügbaren Kalenderjahr) und sind den veröffentlichten Jahresbilanzen und weiteren verlässlichen Quellen entnommen. Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, handelt es sich um Angaben ohne Steuern und Einnahmen aus Spielertransfers. Zur Vereinfachung und zu Vergleichszwecken wurden auch signifikante Einnahmen aus Nichtfußballaktivitäten oder Finanztransaktionen – sofern bekannt – ausgeschlossen. Zum Zweck dieses Berichts wurde keine Überprüfung der Informationen durchgeführt. Die Umrechnung in Euro basiert auf dem Wechselkurs vom 30. Juni 2009 (£ 1 = € 1,1741). Vergleichszahlen für die Vorjahre wurden zum Wechselkurs vom 30. Juni des relevanten Jahres berechnet. Weiterhin veröffentlicht Deloitte jährlich den „Annual Review of Football Finance“ − eine detaillierte Analyse der europäischen Fußballfinanzen.
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