Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen bedarfsgerechteren Service bereitstellen zu können. Indem Sie ohne Veränderungen Ihrer Standard-Browser-Einstellung weiterhin diese Seite besuchen, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Möchten Sie mehr Informationen zu den von uns verwendeten Cookies erhalten und erfahren, wie Sie den Einsatz unserer Cookies unterbinden können, lesen Sie bitte unsere Cookie Notice.

Bookmark Email Seite drucken

Deloitte Business Advent 2012: Wege aus der Sackgasse Arbeitsmarkt

Der Spagat zwischen einem ernsthaft aufbereiteten wirtschafts- und sozialpolitisch brisanten Thema und einer stimmungsvollen, eleganten Adventfeier mit Buffet und Live-Musik ist zweifellos ein schwieriger. Doch die Gastgeber Mag. Fritz Möstl und Mag. Bernhard Pfeiffer (Deloitte Wirtschaftsprüfung Styria GmbH) schaffen das Jahr für Jahr mit ihrem Business Advent im Grazer Glockenspielhaus und einer Hundertschaft hochkarätiger Gäste von Angelika und Otto Kresch („Remus“) bis Finanzlandesrätin Bettina Vollath, von Banker Bernhard Türk bis Saubermacherin Margret Roth, von ARBÖ-Präsident Dr. Heinz Hofer bis zur Gastro-Paar-Dynastie, um nur einige zu nennen.

Graz/Wien, 14. Dezember 2012 – Unter der Leitung von Dr. Ernst Sittinger diskutierten beim diesjährigen Deloitte Business Advent Wirtschaftsforscher Dr. Ulrich Schuh, Forschungsvorstand der „Eco Austria“, Mag.a Elisabeth Grossmann, Landesrätin für Bildung, Familie, Frauen und Jugend sowie die Kammerdirektoren Dr. Wolfgang Bartosch (AK) und Mag. Thomas Spann (WK) über Wege aus der „Sackgasse Arbeitsmarkt“.

Vorsichtig optimistisch

Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh vermittelt dabei vorsichtigen Optimismus, erwartet auf Grund der neuesten Kennzahlen und Prognosen für 2013 ähnliche Rahmenbedingungen wie heuer, also mageres Wirtschaftswachstum von einem Prozent („zwei Prozent Wirtschaftswachstum wären schon toll!“) bei guten Indikatoren für die Auftragslage 2013. Bleibt die Hoffnung auf den Aufschwung 2014, aber das Phänomen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum bei gleichzeitigem Anstieg der Arbeitslosigkeit wird zumindest bis 2015 Probleme bereiten.
Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wird laut Schuh gering bleiben, aus neuen EU Mitgliedsstaaten drängen rund 20- bis 30.000 Personen auf den Arbeitsmarkt, und bis 2020 wird es einen massiven Anstieg der über 50-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt geben. Im EU-Vergleich steht Österreich zwar gut da, Probleme gibt es jedoch für die Jugend und niedrig Qualifizierte: „Denen muss man Chancen und Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt eröffnen.“ Schuh gibt auch zu bedenken, dass „Änderungen im Schulsystem erst in rund 20 Jahren voll wirksam werden können.“ Die Einkommensverteilung in Österreich empfindet Schuh als „einigermaßen stabil und gerecht, aber Vollzeitbeschäftigung für alle wird’s nicht geben.“ Mit der geforderten Flexibilität müsse man – so Schuh – in sozialpartnerschaftlichem Dialog sorgsam umgehen, beim Pensionsantrittsalter und im Öffentlichen Dienst sieht er durchaus Verschwendung von Potenzial.

Teilzeitfalle

Landesrätin Elisabeth Grossmann sieht Chancen in einer frühzeitigen Planung des Berufseinstieges schon in der Pflichtschule, um dem Gegensatz zwischen Arbeitslosigkeit und offenen, unbesetzbaren Stellen vor allem in Technik-Berufen entgegenzuwirken. Interventionen seien an der Schnittstelle Schule/Arbeitsmarkt nötig, wo derzeit viele Jugendliche einfach aus dem System verschwinden, sowie in Verbesserungen im Bildungssystem und der Schaffung von Auffangmechanismen, denn immerhin hätten gut 60.000 Menschen allein in der Steiermark mit schweren Defiziten beim Lesen, Schreiben und Rechnen zu kämpfen.
Nach erfolgreichem Kindergarten-Ausbau bis zur Vollversorgung bei Drei- bis Sechsjährigen sieht Grossmann Nachholbedarf bei der Betreuung der unter Dreijährigen vor allem im urbanen Bereich und danach auch im Schulalter (Ganztagsschule, Nachmittagsbetreuung), um die Erwerbsbeteiligung von Frauen „ohne Teilzeitfalle“ zu ermöglichen.

Bildung

In die Kerbe „Bildung“ schlägt auch WK-Direktor Spann: Mehr als 50 % der Unternehmer glauben, dass das Bildungssystem schlecht ist. Berufsorientierung wäre verpflichtend einzuführen, denn laut neuester Umfrage der Wirtschaftskammer haben 70 % der Unternehmen Fachkräfte-Bedarf, den sie nicht abdecken können. Rund 450.000 unselbständig Beschäftigte gibt es in der Steiermark, etwa 100.000 pro Jahr wechseln den Job, aber 180.000 Stellen bleiben drei Monate unbesetzt.
Die Situation für Jugendliche mit bloßem Pflichtschulabschluss sieht Spann schlecht, bei erfolgreichem Lehrabschluss dagegen durchaus erfolgversprechend.

Flexibilität

AK-Direktor Bartosch relativiert die Zahlen zum Beschäftigungszuwachs, die sich vor allem aus dem Anstieg der Teilzeitarbeit ergeben, mit Folgen wie Niedriglohn, fehlenden Karrierechancen und Pensionseinbußen vor allem für Frauen und weist auf stagnierende Realeinkommen hin.
Er zeigt auch auf, dass sich ein Drittel aller Arbeitslosen in einer Negativspirale befindet: „Vermittelt – kurzfristig beschäftigt im Niedriglohnbereich – und dann wieder arbeitslos. Da müssen wir die Qualifizierungsinstrumente ausbauen!“
Im Hinblick auf EPU, Werkverträge, freie Dienstnehmer, prekäre Arbeitsverhältnisse und viele Scheinverträge hält Bartosch eine Bereinigung und sogar eine Neudefinition des Begriffes „Arbeitnehmer“ für notwendig.
Die von der Wirtschaft geforderte Flexibilität kann sinnvoll, darf aber keine Einbahnstraße sein und muss sozialpartnerschaftlich vereinbart bleiben, sonst droht – so Bartosch – Missbrauch.

Deloitte-Studie „Flexible Working"

Mit dem Thema Flexibilisierung der Arbeitswelt befasst sich auch eine Deloitte-Studie und kommt zu dem Schluss, dass in Zukunft die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit fließend sein werden, dass Unternehmen durchaus auch für Arbeitnehmer attraktive neue Beschäftigungsformen anbieten werden und Flexibilisierung jedenfalls kommen wird. Klar sei auch, dass die derzeitige Gesetzeslage dieser Entwicklung angepasst werden muss. Ein gelungener Abend jedenfalls, der nachdenklich macht und gezeigt hat, wie vielschichtig die Problemlagen in Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik sind und wie an ihnen gearbeitet wird.

Deloitte Business Advent 2012 in Graz
vlnr.: Ulrich Schuh, Wolfgang Bartosch, Elisabeth Grossmann, Thomas Spann, Fritz Möstl
(© Deloitte Styria) Druckfertiges Foto in der Anlage

Über Deloitte
Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Financial Advisory für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. „To be the Standard of Excellence" – für rund 200.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich. Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "UK private company limited by guarantee" und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Nähere Informationen über die rechtliche Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie unter www.deloitte.com/about.

Zuletzt aktualisiert: 

Kontakt:

Name:
Mag. (FH) Melinda Mihóczy
Unternehmen:
Leiterin Marketing & Communications
Position:
Telefonnummer:
+43 1 537 00-8553
Email
mmihoczy@deloitte.at
Stay connected: