Deloitte Global Economic Outlook 1. Quartal 2012Schulden des öffentlichen Sektors sind größtes Problem |
Kurzfristige Maßnahmen gegen die international sinkende Wirtschaftskraft sind nicht genug. International müssen Pensions- und Gesundheitssysteme reformiert werden. Politische Unsicherheit ist vielerorts vertreten, jetzt aber fehl am Platz.
Wien, 24. Jänner 2012 – Das Jahr 2011 ging aufgrund des allgemeinen Wirtschaftsabschwungs mit trüben Prognosen zu Ende und versprach wenig Positives für 2012. In den USA führte eine schwerwiegende politische Debatte zu Rezessionsängsten und schließlich zur Abwertung von US-Staatsanleihen. Die Eurozone geriet ins Wanken, diverse Stabilisierungsversuche blieben erfolglos. Für einige Wirtschaftsräume – darunter Europa – lässt der Deloitte Global Economic Outlook wieder einen leichten Aufwärtstrend erwarten.
Politik muss Problem der Überalterung angehen
Mit demografischen Entwicklungen umzugehen ist schwierig, aber bei der nachhaltigen Planung von Staatshaushalten unerlässlich. „Sinkende Geburtenraten und eine immer älter werdende Bevölkerung werden in Zukunft das Gros unserer Staatsschulden verursachen. Wir kommen an tiefgreifenden Reformen bei den Pensionen und im Gesundheitsbereich nicht mehr herum. Genauso wichtig ist es, die Leute länger im Arbeitsleben zu halten – und das geht nur mit Motivation“, insistiert Dr. Bernhard Gröhs, Managing Partner bei Deloitte Österreich. Europa ist mit dem Problem nicht allein: Japan weist mit 35% den größten Anteil an über 65-Jährigen im internationalen Vergleich auf. Eine Verdopplung der 65+ Generation ist in zahlreichen Ländern innerhalb der nächsten 30 Jahre zu erwarten.
Abb 1. Anteil der über 65-Jährigen gegenüber 15–64-Jährigen
Eurozone: Vertrauen versus Plan B
2011 wurden die Eckpunkte der Euro-Rettung und ein Maßnahmenpaket gegen Europas Schuldenkrise fixiert. „Wenn die EU nun konsequent ihren Plan durchzieht und die Maßnahmen, auf die sie sich geeinigt hat, auch umsetzt, ist eine Wiederherstellung des Vertrauens der Bevölkerung und der Unternehmen in den europäischen Wirtschaftsraum realistisch“, erklärt Gröhs. Die Befürchtung, dass aufgrund vermehrter Bereitstellung von EU-Geldern an Länder und Banken die Inflation angeheizt wird, bewahrheitet sich einstweilen nicht. Aktuelle Daten zeigen, dass Banken unter der von der EU erlassenen Regulierung zögerlicher in der Kreditvergabe sind. „Es ist nun zwar mehr Geld im Umlauf, aber es wird nicht mehr so leicht verjubelt. Allerdings würde ich Unternehmen dazu raten, auch alternative Szenarios zur Euro-Rettung durchzuspielen“, empfiehlt Gröhs.
USA und China auf Messers Schneide
Europas momentane Unsicherheit und der Wirtschaftsabschwung in China erhöhen in den USA das Risiko einer erneuten Rezession: Unternehmen scheuen weitere Verbindlichkeiten und die Beschäftigungsrate stagniert. Durch zunehmende Probleme am chinesischen Immobilienmarkt drohen Anlegern Verluste, ebenso wie bei Investitionen in Staatsanleihen. Eine liberalere Geldmarktpolitik seitens der chinesischen Regierung sollte die Wirtschaft erneut ankurbeln.
Rezession steht in mehreren Ländern vor der Tür
Japan hat nicht nur mit einer alternden Bevölkerung zu kämpfen, es droht auch ein Rückgang der industriellen Produktivität sowie sinkende Einzelhandelsumsätze und Verbraucherpreise. Auch in Großbritannien ist ein Wirtschaftsabschwung zu erwarten. In Indien kommt dieser viel früher und stärker als angenommen: die Rupie ist im freien Fall und die Importpreise steigen. Politische Unsicherheit verschärft die Lage, ebenso in Russland, wo die lokale Ökonomie durch zunehmende Kapitalflucht vor erhöhte Herausforderungen gestellt wird.
Brasilien und Kanada als Hoffnungsträger
Nach drastischen politischen Veränderungen hat sich Brasilien aufgerappelt und kann für 2012 als weltweit eines der wenigen Länder mit wirtschaftlichem Wachstum und steigender Kaufkraft rechnen. Kanada profitiert als rohstoffreiches Land von den wachsenden Preisen am Rohstoffmarkt. Die hohe Pro-Kopf-Verschuldung kanadischer Konsumenten stellt allerdings ein Risiko für die bis dato noch guten wirtschaftlichen Aussichten dar.
Die gesamte Studie finden Sie hier zum Download: Global Economic Outlook Q1 2012
Über Deloitte – The No. 1 Professional Services Firm
Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Financial Advisory für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. „To be the Standard of Excellence" – für rund 170.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.
Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "UK private company limited by guarantee" und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Nähere Informationen über die rechtliche Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie unter www.deloitte.com/about.
Zuletzt aktualisiert: