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Vorsicht ist besser als Nachsicht: Wie Unternehmen Enforcement-fit werden

Als letztes EU-Land führt Österreich mit 1. 7. 2013 ein Rechnungslegungs-kontrollgesetz ein und setzt somit „Enforcement“ auch hierzulande um. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) wird gemeinsam mit einer neu zu gründenden Prüfstelle ab diesem Zeitpunkt Jahres- und Konzernabschlüsse in- und ausländischer börsennotierter Unternehmen sowie deren externe bilanzrelevante Kommunikation auf Herz und Nieren prüfen. Die Deloitte-Experten raten, rechtzeitig mit der Vorbereitung auf das neue Prüfungsverfahren zu beginnen.

Wien, 29. Jänner 2013: Mit der Verabschiedung des Rechnungslegungs-Kontrollgesetzes Ende letzten Jahres erfolgte der erste Schritt der Enforcement-Einführung in Österreich. Das zweistufige Modell, in dem die FMA die oberste Prüfungsinstanz darstellt, soll insbesondere das Vertrauen der Kapitalmarktanleger in Finanzmarktinformationen stärken. Eine mit Experten besetzte Prüfstelle, die in den nächsten Monaten eingerichtet wird, agiert als Vorfeldorganisation.

Wie Österreich von Erfahrungen in Deutschland profitieren kann

Wie die Erfahrungen mit Enforcement in Deutschland zeigen (in Kraft seit 1. 7. 2005), bedeuten die Prüfungen für Kapitalmarktunternehmen zwar eine Herausforderung, führen aber mittelfristig zu einer Qualitätssteigerung in der Bilanzierung. „Wie sich in der Praxis gezeigt hat, konnte mit der Einführung der Enforcement-Prüfungen eine deutliche Präventionswirkung erzielt werden – die Fehler in der Rechnungslegung wurden erfreulicherweise weniger“, berichtet Kirsten Gräbner-Vogel, Leiterin Enforcement Advisory Services von Deloitte Deutschland. In Deutschland wurden bislang mehr als 75 % der Unternehmen geprüft. Die Fehlerquote liegt bei 20 % und bezieht sich in erster Linie auf die Bereiche Unternehmenstransaktionen, Impairment, latente Steuern, Notes Angaben, Finanzinstrumente und Kapitalflussrechnungen. Auch österreichische Kapitalmarktunternehmen tun gut daran, rechtzeitig ihre Hausaufgaben zu machen und sich für ein etwaiges Prüfungsverfahren zu rüsten. Die Empfehlung der Deloitte-Expertin dazu: „Unternehmen sollten die Enforcement-Prüfung als Projekt verstehen, das sie frühzeitig vorbereiten, um es effizient und erfolgreich zu steuern. Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir in der Lage, derartige Projekte rasch und effizient mit unseren Kunden aufzusetzen.“

Eine wichtige Botschaft der Experten an die Unternehmen lautet, nicht nur mögliche Rechtsfolgen von Fehlern ernst zu nehmen, sondern auch deren marktwirtschaftliche Auswirkungen, meint Mag. Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „Wir sehen keinen prinzipiellen Anlass zur Sorge, das Procedere ist ja EU-weit in Anwendung und bedeutet letztlich für alle mehr Sicherheit. Trotzdem ist es wichtig, sich gut und rechtzeitig zu informieren und das Unternehmen umgehend Enforcement-fit zu machen.“ Schon die Veröffentlichung von Fehlern in einem laufenden Verfahren könne nämlich weitreichende Folgen für das Unternehmen haben, angefangen von Haftungsfragen über Reputationsschäden bis zu deutlichen Kapitalmarktreaktionen wie fallenden Börsekursen oder negativen Analystenratings.

Wo aus Experten-Sicht noch Feinschliff nötig ist

So sehr das neue Gesetz aus Sicht der Deloitte-Experten zu begrüßen ist, so deutlich sehen sie auch Verbesserungsbedarf: „Derzeit sieht das Rechnungslegungskontrollgesetz keine ‚materiality‘ vor. Das heißt, es wird nicht berücksichtigt, ob Fehler ‚wesentlich‘ sind. Ebenso wenig wird die Vorsätzlichkeit bewertet. Das kann zu ungerechtfertigten Kriminalisierungen führen, die den Unternehmen massiv schaden und letztlich auch den Finanzplatz und Wirtschaftsstandort Österreich schwächen können“, warnt Marterbauer weiter und urgiert eine parallel notwendige Reform des Bilanzstrafrechts.

Optimale Vorbereitung als Erfolgsfaktor

Da das Gesetz bereits ab 1. Juli 2013 in Kraft tritt, ist eine rasche und grundlegende Vorbereitung auf eine etwaige Prüfung für Unternehmen das Gebot der Stunde. Konkret heißt das: die Bilanzierung zu optimieren, die Dokumentationen besser und vor allem nachvollziehbar zu gestalten, Lücken zu schließen, also insgesamt ein höheres Niveau der Bilanzberichterstattung zu erreichen. Je besser Unternehmen bereits ihre Eröffnungsbilanz 2013 gestalten, desto eher sind sie für das Enforcement der kommenden Jahre gerüstet.

Deloitte hat für die Unterstützung zu prüfender Unternehmen den Deloitte Enforcement Quick Check entwickelt, der anhand der strategischen Gliederung in Vorbereitung – Prüfung – Nachbereitung alle Stadien des Verfahrens beleuchtet und praktische Tipps bereithält.

 

Deloitte Österreich ist der führende österreichische Anbieter von Professional Services. Mit rund 1.000 Mitarbeitern in acht Niederlassungen betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting, Financial Advisory und Human Capital. Kunden profitieren von der exzellenten Betreuung durch Top-Experten vor Ort sowie tiefgehenden Branchen-Insights der Industry Lines. Deloitte versteht sich als smarter Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort Österreich und bündelt seine breite Expertise, um aktiv an dessen Stärkung mitzuwirken. Als Arbeitgeber entwickelt sich Deloitte permanent weiter mit dem Anspruch, "Best place to work" zu sein. Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "UK private company limited by guarantee" und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Nähere Informationen über die rechtliche Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie unter www.deloitte.com/about.

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