Deloitte Studie: Mobilität von Talenten ist noch Randthema, wird aber im globalen Wettbewerb als Chance gesehen |
Wien, 19. Dezember 2012 – Unternehmen sind sich über die Anforderungen und begrenzten Möglichkeiten ihrer globalen Mobilitätsprogramme bewusst, setzen aber nur wenige Maßnahmen, um die Programme zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Deloitte-Studie „Strategic Moves 2012 – The Global Mobility Island“ – eine Umfrage unter weltweit knapp 200 HR-, Talent- und Global Mobility-ExpertInnen.
„Die Studie zeigt, dass die Notwendigkeit von globalen, mobilen Arbeitskräften für den Unternehmenserfolg bereits erkannt wurde. Trotz dieses Bewusstseins gibt es bei der Umsetzung oder Verbesserung der Mobilitätsprogramme aber nur geringe Fortschritte. Dort, wo Schritte gesetzt werden, orientieren sich internationale Mobilitätsstrategien eher am zweckmäßigen Bedarf von Fachkräften, denn an der Entwicklung der nächsten Generation von Führungskräften mit internationaler Erfahrung“, fasst Katja Teuchmann, Partnerin bei Deloitte und zuständig für den Bereich Talent Management, die Problematik zusammen.
Die Notwendigkeit und der Nutzen von globaler Mobilität für das Erreichen der Unternehmensziele sind nahezu allen Unternehmen bewusst, gerade was die aktuell strategisch wichtigsten Themen betrifft: aufstrebende Märkte (100%), steigende Globalisierung (99%) und zunehmender Wettbewerb (98%). Trotzdem nutzen im Durchschnitt nur 30% der Unternehmen Mobilitätsprogramme, um diese Herausforderungen zu meistern. Darüber hinaus ist man sich allseits darüber im Klaren, dass die aktuellen Angebote verbessert werden müssen. In Kontrast dazu evaluieren aber nur 12% der befragten Unternehmen das eigene Mobilitätsangebot, um Verbesserungsmaßnahmen umsetzen zu können.
Auch in Österreich kommen Mobilitätsprogramme nicht über eine „Reservistenrolle“ hinaus, wie die Erfahrung der Deloitte-BeraterInnen zeigt. „In vielen Unternehmen herrscht nach wie vor eine große Diskrepanz zwischen den Erwartungen an Mobilität und der gelebten Praxis. Das gilt sowohl für strategische Überlegungen als auch in Bezug auf die operative Umsetzung. Aufgrund kleinerer bis mittlerer Expatriate-Populationen wurden viele diesbezügliche Programme aus der Praxis abgeleitet. Bei sich ändernden Rahmenbedingungen wie z. B. höheren Compliance-Anforderungen stoßen diese aber oftmals an Grenzen“, sagt Andrea Kopecek, Partnerin bei Deloitte und zuständig für Global Employer Services.
Um die globale Mobilitätsstrategie besser und effektiver auf die Unternehmensziele abstimmen zu können, muss der internationale Bedarf eines Unternehmens an Fachwissen und Talenten durch ein global abgestimmtes Personalmanagement geregelt und unterstützt werden. Dafür müssen Mobilitätsprogramme mit den nötigen Ressourcen und Know-how ausgestattet werden.
Andrea Kopecek betont den Mehrwert von Mobilität: „Richtig eingesetzt und mit den nötigen Ressourcen ausgestattet, können Mobilitätsprogramme ein wesentlicher Faktor sein, um die unternehmensinterne Nachfrage nach Talenten mit dem richtigen Angebot beantworten zu können. Dazu müssen in den meisten Fällen die aktuellen Strategien von Grund auf überarbeitet werden.“
„Die Mobilität von Talenten bietet gerade im globalen Wettbewerb einen wesentlichen Vorteil für die Umsetzung von Unternehmensstrategien. Es gibt jedoch in vielen Organisationen noch so manchen Optimierungsbedarf, um diese Chancen richtig zu nutzen“, ergänzt Katja Teuchmann.
Deloitte befragte weltweit 195 HR-ExpertInnen & -Führungskräfte, 44% davon aus Europa und 35% aus Nordamerika. An der Umfrage beteiligten sich Unternehmen aus nahezu allen Industriezweigen. Über ein Viertel der befragten Unternehmen verzeichnet einen jährlichen Umsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Alle Unternehmen zusammen haben insgesamt 108.000 MitarbeiterInnen als Expatriates im Ausland.
Die Studie zum Download finden Sie hier
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