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Große Kostensenkungspotenziale durch Professionalisierung nicht-traditioneller Einkaufsbereiche
Studie von BME, Deloitte und Universität der Bundeswehr München
Veröffentlicht: 07/7/05
Kontakt: Antonia Wesnitzer
Deloitte & Touche GmbH
Pressereferentin
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Kontakt: Michael Wiedling
Deloitte Consulting GmbH
Senior Manager, Procurement-Optimierung
Tel +49 89 29036-7998

München, 07. Juli 2005 Der Stellenwert des Einkaufs ist in den meisten deutschen Unternehmen stark gestiegen. Das professionelle Beschaffungswesen liefert einen bedeutenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Nichtsdestotrotz ist der Einkauf häufig nicht für das gesamte Beschaffungsportfolio eines Unternehmens verantwortlich. Es existieren noch immer so genannte „nicht-traditionelle“ Beschaffungsfelder, wie beispielsweise der Einkauf von Marketing- oder Reisedienstleistungen. Diese werden häufig direkt von den die einzelnen Fachabteilungen und nicht über die Einkaufsabteilung beschafft. Durch die Steuerung des gesamten Beschaffungsvolumens innerhalb eines Unternehmens mittels eines professionellen Einkaufs könnten Kostensenkungen erreicht werden, die in ihrer Erfolgswirkung einer 8- bis 14-prozentigen Umsatzsteigerungen entsprechen.

 

Dies ist das Kernergebnis einer Studie, die Deloitte gemeinsam mit dem Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik und der Universität der Bundeswehr München durchführte. Mehr als einhundert deutsche Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung nahmen daran teil.

 

Wesentliche Ergebnisse der Studie

 

- Die sieben in der Studie identifizierten sog. „nicht-traditionellen Beschaffungsfeldern“ ‑ Patente und Rechte, Finanzdienstleistungen, Marketingleistungen, Personal, Beratungsleistungen, F&E-Dienstleistungen sowie Travel Management ‑ machen fast 28% des gesamten Beschaffungsvolumens eines „typischen“ Industrieunternehmens aus.

 

- In rund drei Viertel der Unternehmen ist die Einkaufsabteilung nicht für diese Warengruppen verantwortlich.

 

- In nahezu allen deutschen Unternehmen existieren so genannte nicht-traditionelle Beschaffungsfelder. Die Rolle der Einkaufsabteilung reduziert sich in diesem Prozess auf die reine operative "Bestellung" und möglicherweise auf Preisverhandlungen oder Nachverhandlungen, aber beispielsweise nicht auf die Lieferantenauswahl.

 

- Tatsächlich aber haben die Fachabteilungen in diesen Beschaffungsbereichen einen Bedarf, der einem durchschnittlichen Anteil von einem Viertel des gesamten Beschaffungsvolumens eines Unternehmens entspricht.

 

- Weniger als 40 Prozent der Unternehmen nutzen heute das Repertoire strategischer Beschaffungsinstrumente. Eine wichtige Aufgabe des Einkaufs wird es künftig sein, Preisvorteile auf den bisher unerschlossenen Beschaffungsfeldern zu erzielen. Das erfordert den Einsatz der Instrumente eines modernen Beschaffungsmanagements wie beispielsweise ein ausgereiftes Beschaffungscontrolling, ausgeprägtes Warengruppenmanagement oder Gesamtkostenanalyse des Produktlebenszyklus.

 

- Zwei Drittel der Befragten erwarten sich durch die Professionalisierung des Einkaufs Kostensenkungspotenziale, ein Viertel davon in der Größenordnung von mehr als zehn Prozent in einzelnen Einkaufsfeldern.

 

- Nach einer Zentralisierung des gesamten Beschaffungsvolumens auf den Einkauf entsprechen bei gleich bleibenden, typischen Kostenstrukturen die erwarteten Einsparungen bei allen Warengruppen in ihrer Auswirkung auf den Unternehmensgewinn einer 8- bis 14-prozentigen Umsatzsteigerung.

 

Michael Wiedling, Senior Manager und Unternehmensberater im Bereich Einkaufsoptimierung bei Deloitte, erläutert: „Neben den aufgezeigten quantitativen Ergebnissen stellt die Studie zusätzlich strategische Handlungsmöglichkeiten und Best Practice-Ansätze zur Erschließung der nicht-traditionellen Beschaffungsfelder vor. Die Unternehmen stoßen auf eine Reihe kritischer Erfolgsfaktoren und Barrieren. Beispielsweise geben 31 Prozent unserer Studienteilnehmer an, dass eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen nötig wäre, dies aber oft an der Personalqualifikation der Einkaufsabteilung scheitert. Ein weiteres Problem aus Sicht der Teilnehmer ist das Bestreben der Fachabteilungen, ihre Beschaffungshoheit gegenüber dem Einkauf zu verteidigen.“

 

Erfolgsstorys von Unternehmen wie Lufthansa, T-Mobile und Henkel zeigen wie und mit welchem Nutzen Warengruppen und Kostensenkungspotenziale erschlossen werden können. Laut Deloitte werden beispielsweise bei T-Mobile Marketingdienstleistungen durch den internen Dienstleister „Einkauf“ beschafft. Er bündelt den Bedarf, erstellt Rahmenverträge und vereinfacht Einkaufsprozesse. Dadurch ergeben sich enorme Kostenvorteile. Kritische Erfolgsfaktoren sind für T-Mobile besonders die frühzeitige Einbeziehung des Einkaufs in die Beschaffungsprozesse, das Vorhandensein eines detaillierten Leistungsverzeichnisses und das marketingspezifische Know-how der Einkaufsabteilung.

 

Durch die Studie im Gesamtergebnis erhalten Unternehmen aller Größen und Branchen einen Einblick in Ansatzpunkte und konkrete Vorgehensweisen für den gezielten Einsatz strategischer Beschaffungsinstrumente, die den Unternehmenswert steigern können.

 

 

Ende

 

Über die Umfrage

Im Jahr 2004 befragten BME, Deloitte und Universität der Bundeswehr München 103 Unternehmen, die einem Querschnitt deutscher Industrien und Branchen entsprechen.

 

Rund 32 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sind Großunternehmen mit über 1 Mrd. € Umsatz, 41 Prozent mittelständische Unternehmen (über 100 Mio. € und unter 1 Mrd. € Umsatz) und 27 Prozent kleinere Unternehmen unter 100 Mio. € Umsatz.

 

BME

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) ist der führende Fachverband für Einkauf und Logistik in Europa. Er wurde 1954 gegründet und bildet heute die Informations- und Dienstleistungsplattform für über 6.000 Mitglieder.

 

Universität der Bundeswehr München

Die Universität der Bundeswehr München wurde 1973 gegründet. Im Diplomstudiengang Wirtschafts- und Organisationswissenschaften können die Studierenden spezifische Schwerpunkte u.a. im Bereich Einkauf und Logistik wählen. Die Lehrstuhlarbeit im Bereich Einkauf, Logistik und Supply Chain Management wird durch das Themenfeld „öffentliche

Beschaffung“ ergänzt, für das mit Unterstützung des BME ein eigenes „Institut für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (IRMöB)“ aufgebaut wurde.

 

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

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Letzte Aktualisierung: 16 Juni 2008
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

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