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Die Zukunft der Life Science Industrie
Veröffentlicht: 10/6/05
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München/Hamburg, 10. Juni 2005 Die Unterschiede zwischen Biotech- und pharmazeutischen Unternehmen nehmen in den nächsten zehn Jahren ab. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Sparte „Life Sciences & Health Care“ von Deloitte. Der Report wurde in Zusammenarbeit mit der Economist Intelligence Unit erstellt. Die Prognose lautet: Biotech und Medizintechnik werden stärker wachsen als die pharmazeutische Industrie. Das größte Wachstum wird in asiatischen Märkten erfolgen.

 

Der Bericht mit dem Titel „The Future of the Life Sciences Industries“ fasst die Ergebnisse dreier Forschungsprojekte zusammen: eine Online-Umfrage unter 206 führenden Branchenvertretern aus aller Welt, ausführliche Interviews mit Führungskräften sowie ein Executive Forum, in dem Topmanager über die aus Umfrage und Interviews gewonnenen Erkenntnisse diskutierten. Gefragt wurde unter anderem nach den strategischen Prioritäten der nächsten zehn Jahre, den größten Herausforderungen in diesem Zeitraum und Möglichkeiten zur Nutzung der gebotenen Chancen.

 

Preiserosion und zunehmender Konkurrenzdruck werden zu noch mehr Konsolidierung und Konvergenz führen. „Konvergenz ist unausweichlich. Die Branche muss in ein neues Geschäftsmodell hineinwachsen, das externe Beziehungen noch stärker als Innovations- und Wachstumsmotor nutzt“, so Jodi Gentilozzi, Partnerin bei Deloitte. „Interne Ressourcen reichen oft nicht mehr aus, um Unternehmensziele zu realisieren. Deshalb muss durch Akquisitionen, Zusammenschlüsse, Allianzen und die gemeinsame Sondierung von Wachstumsmärkten ein neues ‚Ecosystem’ aufgebaut werden.“ 

 

Die meisten Teilnehmer erwarten für den Biotech-Sektor in den nächsten zehn Jahren ein jährliches Wachstum von über 15 Prozent, für die pharmazeutische Industrie dagegen nur 10 Prozent. Innovation gilt allgemein als wichtiger Wachstumsfaktor. Auch hier wird der Biotech-Branche, insbesondere kleinen, jungen Unternehmen, eine Vorreiterrolle zugeschrieben.

 

Gentilozzi weiter: „Diejenigen Unternehmen, die sich einerseits mit der für Biotech-Firmen typischen Innovationsfreude auszeichnen, andererseits die eher für pharmazeutische Unternehmen charakteristischen operativen Potenziale und Managementprozesse nutzen, werden es in den kommenden Jahren schaffen, ihren Umsatz exponentiell zu steigern und die Erwartungen der Aktionäre zu übertreffen.“

 

Die wichtigsten Ergebnisse von Umfrage, Interviews und Executive Forum:

 

·         Zunehmender Preis-/Konkurrenzdruck beschleunigt den Konsoli­dierungs­­prozess und das Zusammenwachsen von Pharma und Biotech.

Die Forderung von Verbrauchern und Regierungen nach einem Stopp der Kostenexplosion im Gesundheitswesen, wird in Verbindung mit stärkerem Wettbewerb zu strukturellen Veränderungen führen. Über 70 Prozent der Befragten erklärten, eine strengere Regulierung der Arzneimittelpreise beziehungsweise der Erstattung von Arzneimittelkosten werde sich in den kommenden zehn Jahren am negativsten auf die Branche auswirken. Etablierte Unternehmen werden mit zunehmender Konkurrenz aus Schwellenmärkten konkurrieren, da sich die dort ansässigen Anbieter von Outsourcern und Generika-Produzenten mehr und mehr zu „echten“ Mitbewerbern entwickeln.

 

         In Asien wächst der „Life Sciences“-Markt stärker als in Amerika und Europa.

Etwa die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass das Wachstum in China und Indien in den nächsten zehn Jahren über 15 Prozent liegt. Diese Steigerung übertrifft die für die USA, Japan und Westeuropa prognostizierten Wachstumsraten (10 Prozent oder weniger) deutlich. Das geringere Wachstum in entwickelten Märkten hängt nach Meinung der Umfrageteilnehmer mit einem im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren Anstieg der Preise für medizinische Produkte zusammen.

 

         Das schlechte Image der Branche gibt Anlass zur Sorge.

Ein Drittel der Befragten glaubt, dass der Imageverlust der Branche ihr Wachstum langfristig beeinflussen wird. Vereinzelt wurden Befürchtungen laut, das Problem könne zu stärkeren Regulierungsmaßnahmen führen. Allgemein zeigt man sich jedoch zuversichtlich, dass der selbst verursachte Schaden behoben werden kann.

 

Online ist die Studie verfügbar unter http://www.deloitte.com/lifesciencessurvey.

 

Zur Methodik

Zwischen Dezember 2004 und Januar 2005 führte die Economist Intelligence Unit in Zusammenarbeit mit der Sparte „Life Sciences & Health Care“ von Deloitte, Experten verschiedener DTT-Mitgliedsfirmen, ein Forschungsprogramm zu den Zukunftsaussichten der Life-Sciences-Industrie (Pharmazie, Biotech und Medizintechnik) durch. Das Programm bestand aus einer Online-Umfrage sowie Interviews mit hochrangigen Führungskräften.

 

Im Rahmen der Online-Umfrage wurden 21 Fragen zu den Perspektiven der Life-Sciences-Industrie in den kommenden zehn Jahren gestellt. An dieser Umfrage nahmen 206 führende Branchenvertreter aus aller Welt teil.

 

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Letzte Aktualisierung: 10 Juni 2005
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

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